Biografie

Ilja Kabakow

Der russische Maler und Konzeptkünstler gilt als wichtiges Mitglied der 1960 geschaffenen Moskauer Konzeptkunst (Konzeptualismus), einer radikalen theoretischen und zugleich angewandten Kunstbewegung, die sich vom Westen inspirieren ließ, aber dennoch systembedingte Formen und Inhalte entwickelte. Ilja Jossifowitsch Kabakows in der Sowjetunion geschaffene Werke leben von einer nicht leicht durchschaubaren Ausdrucksform mit Witz und Parodie, die gesellschaftliche Zustände darstellen und gegen sie protestieren. Nach seiner Übersiedlung in die USA etablierte er zu einem international renommierten Künstler...
Ilja Jossifowitsch Kabakow wurde am 30. September 1933 in Dnepropetrowsk in der Ukraine geboren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ließ er sich am Surikow-Institut in Moskau ausbilden. In dieser Zeit lernte er Werke von Cézanne und anderen westlichen Künstlern kennen. Kabakov fertigte erste Zeichenstudien an, die Naturlandschaften zeigten. Im Jahr 1957 beendete er seine Ausbildung als Illustrator. Im Anschluss fand er als solcher eine Stelle und arbeitete an Kinderbüchern. 1965 trat er dem Künstlerbund der UdSSR bei. Bereits um diese Zeit entwickelte sich seine Wohnung in Moskau zum geheimen Treffpunkt regimekritischer Künstler.

Kabakov selbst fertigte ab dem Jahr 1978 Werke, die den sozialistischen Realismus in der verordneten Regimekunst kritisieren: Es handelt sich dabei um creativ angefertigte Bildwände mit konzeptuellen Texten in parodierender Protesthaltung, die einer starrsinnigen Sowjet-Administration gegenüber stand. Seine Bilder, Collagen und Installationen aus dieser Zeit setzen sich mit den gesellschaftlichen Lebensbedingungen in der UdSSR, mit der Mentalität des Landes, aber auch mit den alltäglichen Schwierigkeiten der Menschen sowie mit den staatlichen Utopien zu Gesellschaft und Architektur auseinander. Seine kritisch-parodierenden Arbeiten, die selbst den verordneten Kunstbetrieb der Sowjetunion zum Gegenstand haben, konnte der Künstler keinem größeren Publikum in einer Ausstellung bekannt machen, dennoch gelangten sie auf geheimnisvollen Wegen in den Westen.

Dort, in der Schweizerischen Kunsthalle Bern, wurden erstmals im Jahr 1985 25 Bilder und 490 Zeichnungen gezeigt. Diese Ausstellung machte Ilya Kabakov international bekannt. Zwei Jahre später hielt er sich zu einem dreimonatigen Stipendium des Kunstvereins Graz im Westen auf, wo er auch blieb. 1988 siedelte Kabakow zusammen mit seiner Frau Emilia nach New York über, wo er heute noch hauptsächlich lebt und arbeitet. Im Jahr darauf gewährte ihm der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD ein Stipendium und er präsentierte seine Werke in Paris am Centre Pompidou. Ab 1992 kam er an der Städelschule in Frankfurt/M. für ein Jahr einem Lehrauftrag nach. In diesem Jahr stellte er auf der Kasseler documenta aus. Ilya Kabakov machte sich im Laufe der Zeit vor allem als Ausstellungskünstler einen Namen, der jährlich eine beachtliche Zahl an öffentlichen Präsentationen bewältigt.

Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem 1990 der Kunstpreis Aachen, 1993 der Max-Beckmann-Preis der Schweizer Joseph-Beuys-Preis und das Ehrendiplom der Biennale von Venedig sowie 1998 der Goslarer Kaiserring.

NameIlja Kabakow

Geboren am30.09.1933

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortDnepropetrowsk (UA).