Biografie

Heidi Kabel

Die deutsche Schauspielerin wurde durch über 80 TV-Übertragungen aus dem Ohnsorg-Theater in Hamburg als Volksschauspielerin populär. In ihren Rollen verkörperte Heidi Kabel meist die einfache Hausfrau, die mit Ehrlichkeit, Naivität und Witz durchs Leben geht. In zahlreichen Stücken mimte sie so die gute Seele, die mit hanseatischem Charme als liebenswerte aber auch pfiffige Dame das Publikum vereinnahmte. Zu ihnen bekanntesten Filmen zählen "Schwarzer Peter" (1964), "Hei-Wi-Tipp-Topp" (1970) sowie die TV-Mehrteiler "Rummelplatzgeschichten" (1983/84) und "Tante Tilly" von 1987...
Heidi Kabel wurde als Tochter des Druckereibesitzers Ernst Kabel am 27. August 1914 in Hamburg geboren.

Kabel kam eher durch Zufall zum Theaterspielen. 1932 begleitete sie eine Freundin zum Vorsprechen an die Niederdeutsche Bühne, die Vorläufereinrichtung des später bekannten Ohnsorg-Theaters, in Hamburg. Daraus entwickelte sich für sie ein Engagement, worauf sie Schauspielunterricht nahm. Im selben Jahr hatte sie ihre Bühnenpremiere mit dem Stück "Ralves Carstens". Ihr vorheriger Berufswunsch der Pianistin geriet so schnell in Vergessenheit.

Im Jahr 1937 heiratete Kabel den Schauspieler und Regisseur Hans Mahler, der zehn Jahre später die Leitung des Ohnsorg-Theaters übernahm und die Karriere seiner Frau förderte. Aus ihrer Ehe mit Mahler stammen drei Kinder, die Söhne Jan Rasmus Mahler (1938) und Heiko Mahler (1942) sowie die Tochter Heidi Mahler (1944), die ebenfalls Schauspielerin am Ohnsorg-Theater wurde. Ab 1954 fanden mit Heidi Kabel zahlreiche Fernsehübertragungen aus dem Ohnsorg-Theater statt, durch die sie populär wurde und ihren Durchbruch als erfolgreiche Schauspielerin erlebte. Zu ihren größten Erfolgen zählten die Hauptrollen in den Stücken "De schönste Mann von de Reeperbahn" ab 1974 oder ab 1983 "Rummelplatzgeschichten".

Neben etlichen TV-Auftritten wirkte Kabel ab 1987 auch in der amüsanten TV-Serie "Tante Tilly" und ab 1990 in der TV-Serie "Campingpark" mit. Indes war Kabel bereits in rund 100 Fernsehauftritten zu sehen, für die sie mit den renommiertesten Preisen der deutschen Medien bedacht wurde. Zu ihren Auszeichnungen zählen unter anderem 1967 "Goldener Bildschirm", 1972 "Goldener Bildschirm", 1981 "Bürgermeister-Stolten-Medaille für Kunst und Wissenschaft", 1982 "Silberne Maske" des Ohnsorg-Theaters, 1983 "Richard-Ohnsorg-Preis",
1984 "Biermann-Ratjen-Medaille", 1984 "Bambi", 1985 "Goldene Kamera", 1986 "Silbernes Lorbeerblatt" der Dramatiker-Union und 1994 die Ernennung zur Ehrenkommissarin der Hamburger Polizei.

Im Jahr 2000 konnte Kabel auf 60 Jahre erfolgreiche Bühnenerfahrung zurückblicken. Als Schauspielerin und Persönlichkeit entwickelte sie sich zur Hamburger Legende. 2003, mit 89 Jahren, verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand. Sie zog in eine Seniorenresidenz in Hamburg-Othmarschen. Ein Jahr später, im Herbst 2004, wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem "Bambi" ausgezeichnet.

Heidi Kabel starb am 15. Juni 2010 im Alter von 95 Jahren in einem Altenstift.
1938: Ein Mädchen geht an Land

1955: Verlorene Söhne (TV)

1960: Wenn die Heide blüht

1963: Hafenpolizei (TV-Serie)

1964: Schwarzer Peter (TV)

1968: Otto und die nackte Welle

1969: Klein Erna auf dem Jungfernstieg

1970: Hei-Wi-Tipp-Topp (TV-Serie)

1971–1973: Kleinstadtbahnhof (TV-Serie)

1972: Grün ist die Heide

1984: Der Sonne entgegen (TV-Mehrteiler)

1986–1987: Tante Tilly (TV-Serie)

1988: Tatort, Episode: Pleitegeier (TV-Serie)

1990–1993: Heidi und Erni (TV-Serie)

1991: Großstadtrevier, Episode: Katzenjani (TV-Serie)

1992/1994: Mutter und Söhne (TV-Film)

2003: Die Kinder vom Alstertal: Der große Knall (TV-Serie)

2007: Hände weg von Mississippi
Auswahl aus 250 plattdeutschen Stücken:

Brand-Stiftung

De schönste Mann von de Reeperbahn (Musical)

Der Trauschein

Die Kartenlegerin

Die Königin von Honolulu

Gute Nacht Frau Engel

Keine Leiche ohne Lilly

Mein ehrlicher Tag

Mein Mann, der fährt zur See

Mudder Mews

Ralves Carstens

Rummelplatzgeschichten

Schneider Nörig

Tratsch im Treppenhaus

Trautes Heim

Wenn der Hahn kräht

Willems Vermächtnis

Verteufelte Zeiten

Das Kuckucksei

Frauen an Bord

Rund um Kap Hoorn (Eine lustige Küstenfahrt)

Die Chefin

Ein Mann mit Charakter

Kein Auskommen mit dem Einkommen

Lotte spielt Lotto

Der Lorbeerkranz

Zwei Engel

Die Venus von Müggensack

Ein Mann ist kein Mann

Oh diese Eltern

Vater Philipp

Der Bürgermeisterstuhl

Frau Pieper lebt gefährlich

Frau Sperlings Raritätenladen

Wen du Geld hast

Für die Katz

Das Herrschaftkind

Manda Voss wird 106

Der Weiberhof
1967
Goldener Bildschirm

1972
Goldener Bildschirm

1975
Goldene Europa

1981
Bürgermeister-Stolten-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Hamburg

1982
Silberne Maske der Hamburger Volksbühne

1983
Richard-Ohnsorg-Preis

1985
Biermann-Ratjen-Medaille, Hamburg

1985
Goldene Kamera für ihre Arbeit im Ohnsorg-Theater

1986
Silbernes Blatt der Dramatiker Union

1986
Ehren-Schleusenwärter

1989
Bambi

1989
Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft, Hamburg

1989
Hermann-Löns-Medaille in Platin für besondere Verdienste um die Volksmusik

1990
Bambi

1992
Ohnsorg-Verdienstmedaille

1993
Edelweiß der Zeitschrift Frau im Spiegel

1994
Ehrenkommissarin der Hamburger Polizei

1997
Ehrenmitgliedschaft bei der Hamburger Volksbühne

2004
Ehrenmitgliedschaft im Ohnsorg-Theater

2004
Bambi

NameHeidi Kabel

Geboren am27.08.1914

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am15.06.2010

TodesortHamburg (D).