Biografie

Ignaz Semmelweis

Der österreichisch-ungarische Arzt entdeckte mangelnde Hygiene bei den Ärzten als Ursache für das Kindbettfieber, an dem seinerzeit dramatisch viele Wöchnerinnen starben. Seine unermüdlichen Versuche, die Ärzte zur Desinfektion der Hände zu bewegen, stießen allerdings auf vehementen Widerstand der Kollegen. Somit wurde Ignaz Philipp Semmelweis erst posthum als "Retter der Mütter" gewürdigt. Denn erst 1867, zwei Jahre nach Semmelweis` Tod, zeigte der schottische Mediziner Joseh Lister, dass die Desinfektion des Operationstisches die Sterblichkeit im Operationssaal deutlich senkt. Man erinnerte sich wieder an die Arbeiten von Semmelweis, der so verspätet zu Ehren kam...
Ignaz Philipp Semmelweis wurde am 1. Juli 1818 in Ofen bei Buda (heute Budapest) geboren.

Er studierte zunächst Philosophie an der Universität Pest, wechselte dann aber 1837 an die Universität Wien, wo er ein Medizin-Studium begann. 1844 promovierte Semmelweis und wurde Magister der Geburtshilfe. 1845 erhielt Semmelweis das Doktorat der Chirurgie, im darauffolgenden Jahr wurde er zum Assistenten der Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ernannt. Dort machte er zwei Beobachtungen, die für seine weitere Karriere entscheidend waren: Zunächst stellt er fest, dass die Todesrate unter den Frauen ausgerechnet in der Abteilung des Krankenhauses am höchsten war, für die die Ärzte und Medizinstudenten verantwortlich waren. Und zwar deutlich höher als in der Abteilung, die den Hebammen vorbehalten war.

Zweitens fiel ihm auf, dass die Symptome der Blutvergiftung, an der in dieser Zeit der befreundete Gerichtsmediziner Jakob K. Kolletschka starb, mit denen des Kindbettfiebers identisch waren. Kolletschka hatte sich beim Sezieren einer Leiche verletzt. Semmelweis zog aus beiden Beobachtungen den Schluss, dass "Leichenteile" in das Blut gelangten und so die Erkrankung hervorriefen. Dies erschien logisch, denn viele Mediziner kamen direkt aus dem Sezier- in den Operationssaal. Semmelweis setzte daraufhin 1847 durch, dass sich die Ärzte ihre Hände mit Chlorkalk waschen müssen. Die Sterblichkeit unter den Frauen sank rapide. Dennoch erntete er von seine Kollegen Spott und Verachtung.

Die Ärzte wollten nicht wahrhaben, dass ausgerechnet sie für den Tod der Frauen verantwortlich sein sollten. 1850 hielt er einen Vortrag zum Kindbettfieber in der Gesellschaft der Ärzte, erhält in der Folge für seine Verdienste jedoch lediglich einer Dozentur für "Theoretische Geburtshilfe". Frustriert kehrte Semmelweis nach Pest zurück, wo er 1855 an der Universität eine Professur für Geburtshilfe erhielt. Um seine Entdeckungen zu verbreiten, begann er "offene Briefe" zu schreiben, fand aber nur bei wenigen Kollegen Gehör. 1861 erschien sein Werk "Ätiologie, Begriff und Prophylaxe des Kindbettfiebers". 1865 wurde Semmelweis aufgrund einer Geistesstörung in die Landesirrenanstalt in Wien gebracht.

Dort verstarb Ignaz Phillip Semmelweis am 13. August 1865 – ausgerechnet an einer Wundinfektion.

Erst 1867, zwei Jahre nach Semmelweis` Tod, zeigte der schottische Mediziner Joseh Lister, dass die Desinfektion des Operationstisches die Sterblichkeit im Operationssaal deutlich senkt. Man erinnerte sich wieder an die Arbeiten von Semmelweis, der so verspätet zu Ehren kam.

NameIgnaz Semmelweis

Geboren am01.07.1818

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortOfen (Ungarn)

Verstorben am13.08.1865

TodesortWien (Österreich)