Biografie

Hugo Mann

Der Unternehmer zählte zu den erfolgreichsten Einzelhändlern der deutschen Nachkriegszeit. Als innovativer Lenker schuf der Schwabe mit MANN MOBILIA und WERTKAUF ein Imperium aus Warenhäusern, Möbelmärkten und Gewerbeimmobilien. Das Möbelgeschäft MANN führte er zur Handelskette MANN MOBILIA, zunächst durch einen Lieferservice und später durch einen der ersten SB-Mitnahmemärkte. Damit gründete Hugo Mann Einkaufzentren nach amerikanischem Vorbild, womit er in Deutschland zum "Vater des Selbstbedienungswarenhauses" und zu einem der reichsten Menschen des Landes aufstieg...
Hugo Mann wurde 17. November 1913 in Laupheim bei Ulm geboren.

Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine Schreinerlehre im Betrieb seines Großvaters. 1938 gründete er in Karlsruhe sein erstes Möbelgeschäft. Kurz darauf wurde er zum Kriegsdienst des Zweiten Weltkrieges eingezogen. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft ließ er sich in Karlsruhe nieder. Mann heiratete zu dieser Zeit die Tochter des Fotoversenders Hannsheinz Porst. 1950 eröffnete Mann in der Karlsruher Kaiserstrasse das erste Möbelkaufhaus. Zum Erfolg des Geschäftes trug bei, dass Mann früh damit begann, gekaufte Wahren direkt nach Hause zu liefern. So verfügte das Geschäft bis Ende der 1950er Jahre bereits über eine kleine LKW-Flotte, die zugleich mit ihren feuerroten Aufbauten mit der Aufschrift MANN Werbung fuhren.

Ab den 1960er Jahren expandierte Mann deutschlandweit. Niederlassungen wurden in den Innenstädten von Stuttgart, Frankfurt und Aachen eröffnet. Zu dieser Zeit erwarb Hugo Mann am Stadtrand von Karlsruhe ein Areal, das er als einer der ersten Unternehmer nach amerikanischem Vorbild zu einem Einkaufzentrum für Möbel machte. 1961 wurde hier an der Durlacher Allee auch die Verwaltung angesiedelt. 1958 eröffnete er den ersten Wertkauf-Verbrauchermarkt. Auf damals stattlichen 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche bot er ausschließlich Non-Food-Produkte an. 1966 folgte in Freiburg ein weiterer Wertkauf mit 7500 Quadratmetern. 1968 folgte auf dem Euro-Gelände in München der mit 20.000 Quadratmetern seinerzeit größte Verbrauchermarkt Europas.

Im Jahr 1970 eröffnete Mann in Karlsruhe den ersten MANN Mobilia, mit einem für damalige Verhältnisse gigantischen Warenangebot. Das Vorbild machte Schule und erwies sich als zukunftsweisend. Kurz darauf folgten nach gleichem Muster Eröffnungen in Wiesbaden und Mannheim. Für die logistische Versorgung wurde 1974 in Mannheim eine 50.000 Quadratmeter große Lagerfläche erbaut. Ab 1977 eröffneten zunächst in Freiburg eigenständige MANN Möbelmärkte als Mitnahme-Märkte. 1981 erweitere Mann den Möbelmarkt Mannheim und 1986 die Niederlassung Wiesbaden. Hugo Mann, der sich in Baden-Baden niedergelassen hatte, zog sich 1989 aus der Geschäftsleitung zurück. Vorsitzender der Geschäftsführung wurde sein Sohn Johannes Mann.

Im Jahr 1990 erfolgte die Eröffnung des MANN Möbelmarktes in Ludwigsburg sowie 1995 das Zentrallager Mannheim als vollautomatisches Hochregallagersystem. 1997 veräußerte Mann die Wertkauf-Warenhäuser mit inzwischen 21 Niederlassungen in Deutschland, 6000 Mitarbeitern und zuletzt 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Käufer wurde die US-amerikanische Handelskette Wal-Mart für geschätzte 750 Millionen Euro. 2000 feierte Hugo Mann sein 50järiges Jubiläum. Im Jahr darauf, 2001, eröffnete, nach einem Umbau für rund 40 Millionen Euro und einer auf 40.000 Quadratmetern erweiterten Ausstellungsfläche, das neue MANN MOBILIA Stammhaus in Karlsruhe.

Im Juli 2005 wurde das Unternehmen an die österreichische Lutz-Gruppe verkauft. Vom US-amerikanischen Forbes Magazine wurde das Vermögen der Familie Mann im Jahr 2005 auf 1,6 Mrd. US$ geschätzt.

Hugo Mann starb am 20. November 2008 im Alter von 95 Jahren in Baden-Baden.

NameHugo Mann

Geboren am17.11.1913

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortLaupheim / Ulm (D).

Verstorben am20.12.2008

TodesortBaden-Baden (D).