Biografie

Hugo Ferdinand Boss

Der deutsche Unternehmer legte mit der Gründung einer Schneiderei für Arbeits- und Berufsbekleidung 1924 den Grundstein für eine der weltweit renommiertesten Marken der Modeindustrie. Hugo Ferdinand Boss erlebte jedoch den internationalen Aufstieg der Schneiderei die seinen Namen trägt nicht mehr. Postum führten seine Enkel in dritter Generation die HUGO BOSS AG zur Weltmarke im Luxus-Segment und zum global agierenden Modekonzern, der sich heute auch in der Kunstförderung engagiert. Seit 1996 stiftet die Firma einen internationalen Preis für Gegenwartskunst, den die Solomon R. Guggenheim Foundation alle zwei Jahre in New York vergibt...
Hugo Ferdinand Boss wurde am 8. Juli 1885 als Sohn von Heinrich Boss und seiner Frau Luise, geb. Münzenmayer in Metzingen geboren.

Aufgewachsen ist Hugo Boss in bürgerlichen Verhältnissen in Metzingen. Boss besuchte bis 1899 die Volksschule und die Realschule und absolvierte im Anschluss in Bad Urach eine 3jährige kaufmännische Ausbildung. Seinen Einstand ins Berufsleben fand er 1902 bei einer Buntweberei in Metzingen, wo Hugo Boss erste Erfahrungen innerhalb der Bekleidungsindustrie sammelte. 1903 wurde er im Alter von 18 Jahren zum Militärdienst eingezogen. Nach seiner Entlassung 1905 fand er eine Anstellung in einer Weberei in Konstanz. 1908 heiratete Hugo Boss Anna Katharina Freysinger. Aus dieser Ehe ging die gemeinsame Tochter Gertrud hervor. Seine Teilnahme als Soldat des Ersten Weltkrieges ist nicht gesichert. Nach Kriegsende und der Stabilisierung der Wirtschaft gründete er in Metzingen die Schneiderei Hugo Boss.

Zunächst spezialisierte sich das kleine Unternehmen auf die Produktion von Hemden und Wäsche. Nach erfolgreichem Ausbau folgen später die Herstellung von Berufs- und Arbeitskleidung, die dem jungen Unternehmer erste Erfolge bescherte. Nun wurde es möglich, die Belegschaft bis Ende der 1920er Jahre auf rund 20 Mitarbeiter zu erweitern. Im Zuge der Weimarer Zeit, gelang es dem Unternehmer den Betrieb über die katastrophalen Entwicklungen der Wirtschaftsdepression zu retten. Zu dieser Zeit trat auch der Kaufmann Eugen Holy in leitender Position ins Unternehmen ein. 1931 heiratete Eugen Holy die einzige Tochter von Hugo Boss, Gertrud. Aus dieser Ehe gingen die gemeinsamen Kinder Uwe und Jochen hervor. Im selben Jahr wurde Hugo Boss Mitglied der NSDAP. 1936 tat Boss in die Deutsche Arbeitsfront (DAF), 1939 in den Reichsluftschutzbund und 1941 in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt ein.

Als gesichert gilt, dass sich Hugo Boss weder politisch noch finanziell oder anderweitig innerhalb der Partei verdient machte. Im Zuge der deutschen Mobilmachung zur Aufrüstung des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen weitgehend durch kriegswichtige Aufträge der Wehrmacht bestimmt. Wie bei weiteren Schneidermeistern und rund 15.000 Unternehmen in Deutschland wurde auch die Firmenpolitik der Schneiderei Hugo Boss weitgehend durch das NS-Regime bestimmt. Indes produzierte sein Unternehmen vor allem Uniformen für die SA, SS, HJ und die Wehrmacht, aber auch für Post- und Bahnangestellte. Um den wachsenden Aufträgen nachzukommen, Boss produzierte davor in erster Linie Hemden, wurden dem Handwerksbetrieb ca. 40 Kriegsgefangene und rund 150 Zwangsarbeiter zugewiesen.

Neben Uniformen produzierte der Betrieb auch weiterhin Arbeits-, Sport- und Regenbekleidung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Unternehmer als politisch unbelasteter "Mitläufer" eingestuft. Da die Produktion von Uniformen zu keinem effektiven Wachstum der Firma beigetragen hat, nahm die Schneiderei nach 1945 in alter Besetzung von rund 20 Mitarbeitern die Produktion von Arbeits- und Berufsbekleidung im schwäbischen Metzingen wieder auf. Aus gesundheitlichen Gründen firmierte Boss von 1. Oktober 1945 an nur noch als stellvertretender Geschäftsführer. 1948 übernahmen sein Sohn Siegfried und der Schwiegersohn Holy die Führung der Firma Hugo Boss.

Hugo Ferdinand Boss starb am 9. August 1948 im Alter von 63 Jahren.

Nach seinem Tod übernahm sein Schwiegersohn, Eugen Holy, die Firmenleitung. In den Wirtschaftwunderjahren gelang es Holy, den Handwerksbetrieb zum mittelständischen Unternehmen auszubauen. Trotz eines Umsatzes von rund 3,5 Millionen DM stand die Firma Ende der sechziger Jahre vor der Schließung. 1969 übernahmen Boss' Enkel, Uwe und Jochen Holy, das Unternehmen. Sie konzentrierten die Produktion auf exklusive Konfektionskleidung und schufen mit der HUGO BOSS AG eine der renommiertesten Marken der Modeindustrie. Neben den Größen der deutschen Industrie beteiligte sich die HUGO BOSS AG mit Zahlungen an den internationalen Fonds zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter.

NameHugo Ferdinand Boss

Geboren am08.07.1885

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortMetzingen (D).

Verstorben am09.08.1948

TodesortMetzingen (D).