Biografie

Ho Chi Minh

Der Sohn eines vietnamesischen Chinesen avancierte seit Ende des Ersten Weltkriegs zur führenden Persönlichkeit des nationalen Widerstands gegen die französische Kolonialherrschaft in Indochina. Ho Chi Minh stellte ab 1946 den ersten Staatspräsidenten der von ihm proklamierten Demokratischen Republik Vietnam. Die Wiedervereinigung des nach dem ersten Indochinakrieg (1946-1954) geteilten Landes erlebte er nicht mehr. In der weltweiten Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg stieg Ho Chi Minh jedoch posthum zum Helden des Befreiungskampfes gegen Kolonialismus und Imperialismus auf...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975
Ho Chi Minh, mit ursprünglichem Namen Nguyen Sinh Cung, wurde am 19. Mai 1890 in dem Dorf Kim Lien in der zentralvietnamesischen Provinz Nghe An geboren.

Sein Vater war Mandarinchinese und verlor aufgrund seines Engagements gegen die französische Kolonialmacht seine Beamtenstelle. Ho besuchte die Grundschule in Kim Lien. Mit 10 Jahren verlor er seine Mutter. Mit 15 Jahren begann er die Oberschule zu besuchen, die er 1909 abschloss. Danach wechselte er in die Stadt Phan Tiet, wo er an einer Grundschule Französisch und Vietnamesisch lehrte. Später arbeitete er auch in Saigon. Nach der ersten chinesischen Revolution vom Oktober 1911 verließ Ho sein Heimatland, um für drei Jahre als Seemann auf französischen Schiffen zu arbeiten. Während des Ersten Weltkriegs hielt er sich in London, gegen Ende des Kriegs und darüber hinaus 1917 bis 1923 in Frankreich auf.

In Paris nahm Ho nun seinen Kampf für die vietnamesische Unabhängigkeit auf, der fünf Jahrzehnte dauern sollte. Er entwickelte sich zum aktiven Sozialisten, dann zum Kommunisten. 1920 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei Frankreichs. In der politischen Zeitung "Le Paria" prangerte er die Exzesse der französischen und britischen Kolonialherrschaft an. 1923 ging Ho nach Moskau, wo er aktiv am 5. Weltkongress der Internationale teilnahm und an der Universität Moskau Politische Theorie studierte. Zum Jahresende 1924 wechselte er ins südchinesische Kanton, wo er die revolutionäre vietnamesische Jugendorganisation Thanh Nien aufbaute.

Nach der Ausweisung aus China ging Ho über Moskau, Brüssel und Paris nach Siam in Thailand, wo er bis 1930 als Vertreter Südostasiens der Kommunistischen Internationale fungierte. Im Februar 1930 wirkte Ho in Hongkong an der Gründung der Kommunistischen Partei Indochinas mit. Anlässlich des vietnamesischen Aufstandes vom Sommer 1930 gegen die französische Kolonialherrschaft, wurde Ho von der Kolonialmacht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1931/32 verbrachte er eine einjährige Haft in Hongkong, wo er sich eine Tuberkulose-Erkrankung zuzog. In den Jahren 1934 bis 1938 hielt sich Ho erneut in Moskau auf. Im Anschluss daran ging er nach China, wo er auch in Kontakt mit Mao Tse-tung stand.

Im Januar 1941 konnte er begünstigt durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs erstmals nach 30 Jahren in seine Heimat zurückkehren. Im Mai desselben Jahres gründete er dort die Lega für die Unabhängigkeit Vietnams, die unter der Bezeichnung Viet Minh bekannt wurde. Einen Monat später rief er die Vietnamesen zum nationalen Aufstand auf. Er nahm nun den Namen Ho Chi Minh ("Ho, der aufklärt") an. Nachdem Ho im Sommer 1942 nach China gegangen war, verbüßte er dort eine 18-monatige Haft, während der er sein berühmtes Gefängnistagebuch verfasste. Nach seiner Entlassung kämpfte er mit seinen Leuten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gegen die japanische Besatzung in Vietnam.

Am 2. September 1945 proklamierte Ho in Hanoi die Unabhängigkeit des Landes, das sich zur Demokratischen Republik Vietnam konstituierte. Bei den Präsidentschaftswahlen vom Januar 1946 wurde Ho zum Staatsoberhaupt des neuen Nationalstaats gewählt. Im Juli des Jahres folgte die Verabschiedung einer liberalen Verfassung. Das Land kam indes nicht zur Ruhe, da sowohl die frühere Kolonialmacht als auch das benachbarte China die Unabhängigkeit nicht anerkannten. Zum Jahresende 1946 rief Ho daher sein Volk zum nationalen Widerstand gegen die französische Besatzung auf, was den ersten Indochina-Krieg auslöste. Der Krieg wurde Mitte 1954 durch das Genfer Abkommen beendet, das die vorübergehende Teilung Vietnams in einen unabhängigen Nordteil unter Hos Regierung und in einen Südteil unter Bao Dai verfügte.

Die für 1956 vorgesehenen Parlamentswahlen, die dann zur Bildung einer gemeinsamen Regierung und Vereinigung beider Landesteile führen sollten, wurden durch Südvietnam und die dort einmarschierte amerikanische Besatzung jedoch aufgeschoben. Nachdem Ho im September 1960 erneut zum Präsidenten Nordvietnams gewählt worden war, erließ er eine neue Verfassung, die ihm größere Macht verlieh und Nordvietnam in einen kommunistischen Staat verwandelte. Bereits 1959 war in Südvietnam die kommunistische Guerilla-Organisation Viet Cong entstanden, die von Ho und Nordvietnam unterstützt wurde und einen bewaffneten Aufstand gegen das von den USA unterstützte Regime Südvietnams führte.

Als die USA daraufhin militärische Unterstützung nach Südvietnam entsandte, eskalierte der Konflikt zum Vietnamkrieg, der erst 1975 mit der kommunistischen Wiedervereinigung Vietnams sein Ende fand. Ho Chi Minh war bereits am 3. September 1969 in Hanoi (Nordvietnam) gestorben. Im Zuge der weltweiten Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg kam es zu einer Heroisierung und Mystifizierung seiner Person in der westlichen Welt.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975

NameHo Chi Minh

AliasNguyen Sinh Cung

Geboren am19.05.1890

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKim Lien (Nghe An, Vietnam)

Verstorben am03.09.1969

TodesortHanoi (Demokratische Republik Vietnam)