Biografie

Heiner Müller

NameHeiner Müller

Geboren am09.09.1929

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortEppendorf (D).

Verstorben am30.12.1995

TodesortBerlin (D).

Heiner Müller

Der Schriftsteller zählt zu den bedeutendsten und anspruchsvollsten deutschen Dramatikern. Besonders in den siebziger und achtziger Jahren war sein Name in der deutschen Theaterszene populär. Seine Stücke vereinen marxistische Theorie und ästhetische Avantgarde in radikaler Form. Sein Hauptanliegen liegt in der Darstellung der geschichtlichen Zusammenhänge und Brüche von Deutschland. Mit seinen sogenannten Produktionsstücken äußerte er Widersprüche in der Aufbauzeit der DDR. Später formulierte er seine gesellschaftliche Kritik in antiken Stoffbearbeitungen. Bedeutung erlangte Heiner Müller außerdem als Lyriker, Prosa-Autor und Verfasser theoretischer Texte wie auch als Regisseur und Intendant...
Heiner Müller wurde am 9. Januar 1929 im sächsischen Eppendorf bei Chemnitz als Sohn eines Angestellten geboren.

Müller musste noch kurz vor Kriegsende im Jahr 1945 seinen Arbeits- und Kriegsdienst ableisten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs geriet er in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung fand er eine Anstellung beim Landratsamt im mecklenburgischen Waren. Dann absolvierte er sein Abitur und war hinterher in einer Bücherei anstellig. Seit dem Jahr 1950 leistete Heiner Müller Beiträge für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. In den Zeit von 1954 bis 1955 wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Schriftstellerverband der DDR tätig. Daran schloss sich eine Tätigkeit als Redakteur der Zeitschrift "Junge Kunst" an.

In den beiden Jahren 1958 und 1959 arbeitete er am Maxim-Gorkij-Theater in Berlin. Ab dem Jahr 1953 arbeitete er für das Medium "Neue Deutsche Literatur". Heiner Müller begann seine Existenz als Berufsschriftsteller im Jahr 1959 in Berlin. Seine im Jahr 1961 uraufgeführte Komödie "Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Land", in der es um Korruption geht, brachte ihn in Schwierigkeiten mit der DDR-Obrigkeit. Das Stück, das erst gedruckt im Jahr 1975 vorlag, spricht Müllers Kritik am DDR-Regime aus. Neben einem Aufführungsverbot für das Schauspiel folgte der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband wegen seiner öffentlichen kritischen Äußerungen. 1966 starb seine erste Frau, die Schriftstellerin Inge Müller, die auch am Zustandekommen mehrere seiner Werke beteiligt war, durch Freitod.

In den Jahren von 1970 bis 1976 war er beim Berliner Ensemble als Dramaturg tätig. Danach wechselte er zur Volksbühne. Ein Jahr darauf erhielt er den Nationalpreis der DDR, was einer Rehabilitierung des Schriftstellers gleichkam. 1988 wurde er wieder in der Schriftstellerverband aufgenommen. Zwei Jahre später, 1990, wurde er zum letzten Präsidenten der Akademie der Künste in Ostberlin gewählt. 1992 wurde er Mitglied im Direktorium der Akademie der Künste. Danach im Jahr 1995 leitete Heiner Müller das Berliner Ensemble. Müller wurde ein vielfach geehrter Dramatiker. Zu seinen Auszeichnungen und Preisen zählen unter anderem der Georg-Büchner-Preises im Jahr 1985, Deutschlands wichtigster Literaturauszeichnung. 1990 wurde ihm der Kleist-Preis zuteil.

Ein Jahr darauf wurde ihm die internationale Ehrung durch den Europäischen Theaterpreis ausgesprochen. In seinem Werk vertritt Heiner Müller die Verbindung zwischen marxistischen Ideen und einer avantgardistische Ästhetiktendenz in konsequenter Form. Diese Mischung brachte ihn unter anderem stets ins Dilemma mit den DDR-Kulturfunktionären. Müllers Theaterstücke setzen sich gleichfalls mit der literarischen Tradition auseinander. Schwerpunktthema ist die Darstellung der Zusammenhänge und Brüche der Geschichte Deutschlands. Dabei reicht die zeitliche Spanne bis in DDR-Zeiten hinein. In den 1950er und 1960er Jahren schuf Heiner Müller sogenannte Produktionsstücke, in denen es um den Aufbau des Sozialismus in der DDR geht. Mit diesem in dieser Zeit beliebten Genre war auch eine kritische Haltung gegenüber der Regierungsideologie und -wirklichkeit verbunden.

Sie machte es schwierig, dass die Stücke zur Aufführung kamen. Deswegen wandte sich Heiner Müller von dieser Schauspielform ab und verpackte seine kritische Sichtweisen in historische Stoffe und Figuren. In den sechziger Jahren verarbeitete Müller antike Stoffe wie zum Beispiel in dem Stück "Philoktet", ein Themenstoff nach dem griechischen Dramendichter Sophokles. Müllers Fassung wurde im Jahr 1968 im Münchner Residenztheater uraufgeführt. Das Bühnenstück bescherte Heiner Müller in diesem Genre seinen ersten Erfolg in der BRD. Es folgten weitere antike Bearbeitungen mit den Titeln "Herakles 5" und "Die Horatier". Unter dem Deckmantel der Geschichte veranschaulichte Müller zeitgenössische Gesellschaftsprobleme und kritisierte sie.

Der Dramatiker brachte seine kritische Haltung bis in den Sprachduktus hinein, den er in "Philoktet" in der Trockenheit der gebundenen Sprache realisiert. Inhaltlich dreht es sich um Gegensätzlichkeiten von Moralverhalten und Macht, die in der gesellschaftlichen Realität unauflösbar bestehen. In dem 1971 fertig gestellten Schauspiel "Germania Tod in Berlin" setzt sich er mit der deutschen Geschichte und den Entwicklungen in der DDR auseinander. Dabei konfrontiert er mythologische und geschichtliche Elemente, die in ihrer Kombination eine kontrastierende Gestaltung ergeben und somit die geschichtlichen Widersprüche schärfen. Bereits im Jahr 1977 lag das Stück gedruckt vor. Im Jahr darauf wurde es zunächst in München uraufgeführt. Wegen seiner Brisanz wurde das Stück erst im Jahr 1989 in der DDR inszeniert.

In dem Bühnenstück "Hamletmaschine" (1978) befasste sich Heiner Müller weiterhin mit seiner geschichtlichen Thematik und seinen kritischen Ansichten. Posthum wurde er mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet.

Heiner Müller starb am 30. Dezember 1995 in Berlin.
Dramen

1951 - Das Laken
1957 - Der Lohndrücker
1957 - Die Korrektur I
1958 - Die Korrektur II
1958 - Klettwitzer Bericht
1958 - Eine Hörfoge
1958 - Glücksgott
1961 - Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande
1964 - Philoktet
1964 - Der Bau
1967 - Sophokles/Ödipus, Tyrann
1968 - Der Horatier
1970 - Mauser
1971 - Macbeth
1971 - Germania Tod in Berlin
1972 - Zement
1974 - Die Schlacht
1955/61/74 - Traktor
1976 - Leben Gundlings Friedrich von Preußen ...
1977 - Die Hamletmaschine
1978 - Bertolt Brecht/Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer
1979 - Der Auftrag
1980 - Quartett
1982 - Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft ...
1984 - Wolokolamsker Chaussee I: Russische Eröffnung
1984 - Anatomie Titus Fall of Rome Ein Shakespearekommentar
1985 - Wolokolamsker Chaussee II: Wald bei Moskau
1985 - Wolokolamsker Chaussee III: Das Duell
1986 - Wolokolamsker Chaussee IV: Kentauren
1986 - Wolokolamsker Chausse V: Der Findling
1995 - Germania 3 Gespenster am toten Mann


Schriften, Reden, Essays

1951 - Das Volk ist in Bewegung
1954 - Nicht für Eisenbahner
1961 - Selbstkritik Heiner Müllers
1961 - Grußadresse an eine Akademie
1979 - Fatzer ± Keuner
1985 - Die Wunde Woyzeck
1987 - New York oder Das eiserne Gesicht der Freiheit
1988 - Shakespeare Eine Differenz
1989 - 4. November 1989 Alexanderplatz Berlin/DDR
1990 - Deutschland ortlos. Anmerkung zu Kleist


Lyrik

1950 - Auf Wiesen grün
1950 - Der Vater
1950 - Der glücklose Engel
1963 - Neujahrsbrief 1963
1963 - Kindheit
1970 - Leninlied
1989 - Fernsehen
1990 - Leere Zeit
1992 - Selbstkritik 2 Zerbrochener Schlüssel
1992 - Herakles 13
1993 - Mommsens Block
1993 - Senecas Tod
1993 - Seife in Bayreuth
1995 - Vampir


Prosa

1951 - Bericht vom Großvater
1951 - Der Bankrott des großen Sargverkäufers
1958 - Der Vater
1972 - Herakles 2 oder die Hydra
1975 - Todesanzeige
1984 - Bildbeschreibung
1987 - MAeLSTROMSÜDPOL
1995 - Traumtext Oktober

NameHeiner Müller

Geboren am09.09.1929

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortEppendorf (D).

Verstorben am30.12.1995

TodesortBerlin (D).

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