Biografie

Harro Schulze-Boysen

NameHarro Schulze-Boysen

Geboren am02.09.1909

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortKiel (D).

Verstorben am22.12.1942

TodesortBerlin (D).

Harro Schulze-Boysen

Der deutsche Oberleutnant und Publizist war während des nationalsozialistischen Reichs Widerstandskämpfer. Er war Mitglied einer Berliner Gruppe von Widerstandskämpfern, die sich für das Ende des Regimes der Nationalsozialisten noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs engagierten. Bereits vor der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 gehörte er zu den Gegnern der Nationalsozialisten. Ab dem Jahr 1934 war er in der Nachrichtenabteilung des Reichsluftministeriums beschäftigt. 1941 war Harro Schulze-Boysen als Oberleutnant im Luftwaffenführungsstab tätig. Er hatte Zugang zu geheimen Papieren. Durch die Dechiffrierung eines Funkspruchs wurde Schulze-Boysen im Jahr 1942 verraten, verhaftet, verurteilt und hingerichtet...
Heinz Harro Max Wilhelm Georg Schulze-Boysen wurde als Sohn des Kapitänleutnants Erich Schulze und seiner Frau Luise, geborene Boysen, am 2. September 1909 in Kiel geboren.

Im Jahr 1922 zog die Familie Schulze nach Duisburg um. Dort besuchte Harry Schulze-Boysen das Städtische Realgymnasium. Anfang 1923 besetzten französisches und belgisches Militär das Ruhrgebiet. Schulze-Boysen wurde für kurze Zeit arretiert, da ihm die Beteilung am Ruhrkampf vorgeworfen wurde. 1928 absolvierte er das Abitur. Im gleichen Jahr schloss er sich dem Jungdeutschen Orden an, eine Gruppe aus bürgerlicher Jugendbewegung und aus der Nachkriegs-Freikorps-Bewegung. Schulze-Boysen begann ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg im Breisgau. Er wurde Mitglied der schlagenden Studentenverbindung Albingia. 1929 verließ er Freiburg und siedelte nach Berlin über. Dort nahm er sein Studium wieder auf, es blieb aber ohne Abschluss. 1930 unterstützte er die "Volksnationale Reichsvereinigung".

Im gleichen Jahr übernahm er die Organisation des Diskussionskreises "Forum, Politische Arbeitsgruppe zu Berlin". Dazu wurden auch der Schriftsteller Ernst Jünger und das NSDAP-Mitglied Otto Strasser eingeladen. Harro Schulze-Boysen gab die linksliberale Zeitschrift "Der Gegner" heraus, deren Chefredakteur er später wurde. Dort herrschte ein kritischer Ton gegenüber dem aufkommenden Nationalsozialismus, es wurde nach Alternativen zu den bestehenden Parteien gesucht. 1932 engagierte er sich für das "Treffen revolutionärer Jugend Europas", an dem über hundert Teilnehmer zusammenkamen. Schulze-Boysen propagierte seine Ablehnung des kapitalistischen Systems und des "Diktats" von Versailles. Im Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde die Zeitschrift "Der Gegner" verboten.

Schulze-Boysen und andere Mitarbeiter wurden von der Sturmabteilung (SA) verhaftet. Während seiner Inhaftierung wurde er misshandelt, unter anderem wurden ihm Hakenkreuze in die Haut geritzt. Durch das Eingreifen seiner Eltern kam er wieder frei. Im gleichen Jahr trat Harro Schulze-Boysen zur Fliegerausbildung an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Warnemünde an. Ab dem Jahr 1934 war er in der Nachrichtenabteilung des Reichsluftministeriums beschäftigt. Harro Schulze-Boysen gab sich gegenüber dem Regime äußerlich loyal, innerlich und unter Gleichgesinnten kämpfte er gegen das unmenschliche NS-Regime. Ab dem Jahr 1935 öffnete sich Schulze-Boysen kommunistischen Ideen. Er bildete eine lockere Gruppe von Pazifisten, linken Künstlern und kommunistischen Funktionären. Es wurden illegale Schriften verfasst und antinationalsozialistische Propaganda betrieben.

Die Offenheit der Gruppe signalisierte ihre Toleranz. 1936 heiratete Schulze-Boysen die Pressereferentin der Filmgesellschaft "Metro-Goldwyn-Mayer" (MGM), Libertas Haas-Heye. Sie war NSDAP-Mitglied, trat dann aber aus und engagierte sich an der Seite ihres Mannes gegen die Nationalsozialisten. 1939 hatte er Kontakt zu dem Kreis um Arvid Harnack. Dort wurden Pläne für die Zeit nach dem nationalsozialistischen Regime geschmiedet. Nachdem der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, wurden die Verbindungen zwischen Schulze-Boysen, Arvid Harnack und Hans Coppi immer enger. Auch wurde zu anderen Widerstandskreisen Kontakt aufgenommen. 1941 war Schulze-Boysen als Oberleutnant im Luftwaffenführungsstab tätig. Er hatte Zugang zu geheimen Papieren. Er und Harnack pflegten in dieser Zeit Kontakte zu einem Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes. Schulze Boysen reichte ihm die Angriffspläne der Deutschen weiter.

Ziel dieser Kooperation war für Schulze-Boysen die Beendigung des Krieges und eine außenpolitischen Beziehung mit der Sowjetunion. 1942 wurde ein Funkspruch, in dem die Namen von Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack genannt wurden, von Mitarbeitern des Oberkommandos der Heeres (OKH) dechiffriert. Daraufhin verhaftete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Schulze-Boysen und seine Frau. In der Folgezeit wurden insgesamt 126 Menschen aus der Widerstandbewegung in Berlin in Haft genommen. Im Dezember 1942 verurteilte das Reichskriegsgericht Harro Schulze-Boysen, seine Frau und weitere Angeklagte zum Tod.

Harro Schulze-Boysen starb am 22. Dezember 1942 durch den Strang in Berlin-Plötzensee, und seine Frau Libertas wurde dort am gleichen Tag guillotiniert.

NameHarro Schulze-Boysen

Geboren am02.09.1909

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortKiel (D).

Verstorben am22.12.1942

TodesortBerlin (D).

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