Biografie

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

NameHans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Geboren am01.01.1621

GeburtsortGelnhausen

Verstorben am17.08.1676

TodesortRenchen, Baden

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Der deutsche Schriftsteller thematisierte in einem Erzählwerk den Dreißigjährigen Krieg und seine menschlichen Folgen. Mit dem "Abentheurlichen Simplicissimus Teutsch" gelang Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen ein Stück Weltliteratur. Die christliche Lehre als Hintergrund verdeutlichte indes das Elend der zeitgenössischen Kriegswirren. Sein Hauptwerk wie auch seine anderen satirisch-realistischen Romane und Erzählungen wurden zeithistorische Dokumente. Zu seinem Gesamtwerk zählen unter anderem noch Erzählwerke im Sinne der Erbauung, Kalenderschriften und satirische Traktate zum zeitgenössischen Geschehen...
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen wurde 1621 oder 1622 in Gelnhausen geboren.

Über die ersten zwanzig Lebensjahre von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ist wenig bekannt, da es auch wenig oder gar keine Dokumente darüber gibt. Er wuchs bei seinem Großvater, dem Bäcker Melchior Christoph, auf. Vermutlich ging Grimmelshausen für sechs oder sieben Jahre auf die Lateinschule in Gelnhausen, einer damaligen lutherischen Reichsstadt. 1634 wurde die Stadt durch kaiserliche Soldaten überfallen, die Bevölkerung zog sich zurück auf die Festung Hanau, die vom schwedischen und hessischen Heer besetzt war. Dieser Vorfall bestimmte Grimmelshausen Ende seiner schulischen Ausbildung.

Er diente dann vermutlich in den kaiserlichen Truppen und hielt sich von 1637 bis 1638 in Westfalen auf und danach am Oberrhein. Grimmelshausen wurde 1639 Regimentsschreiber in Offenburg. Ab dem Jahr 1644 sind Schriftstücke von Grimmelshausen überliefert. Kurz vor Kriegsende schloss er sich noch einmal als Regimentssekretär einer Schlacht bei Bayern an. Vor seiner Hochzeit am 30. August 1649 mit der Zaberner Bürgerstochter Catharina Henninger trat er zum Katholizismus über. Bis zum Jahr 1660 hatte er die Stelle eines "Schaffners" als Wirtschafts- und Rechnungsführer der Freiherrn von Schauenburg in Gaisbach bei Oberkirch inne.

In den Jahren von 1662 bis 1665 erfüllte er ähnliche Aufgaben auf der in der Nähe gelegenen Ullenburg. Danach war er zwei Jahre lang Betreiber der Gaststätte "Zum Silbernen Stern" in Gaisbach. Mit der Stelle eines Schultheiß im nahe gelegenen Renchen ab 1667 war auch der Unterhalt für sich und seine Familie gesichert. Grimmelshausen wurde Vater von zehn Kinder. In dieser Zeit wurden seine gesamten schriftstellerischen Arbeiten – ausgenommen zwei Arbeiten von 1666 wie zum Beispiel der Josephsroman "Histori vom Keuschen Joseph von Egypten" – veröffentlicht. Die überlieferten Zeugnisse von Grimmelshausen geben keine Auskunft, wie sein Leben in zu erklärender Übereinstimmung mit seinem literarischen Werk zu bringen ist. Immerhin sind seine Arbeiten kenntnisreich verfasst.

Stets bezog er niedrige Dienststellen und doch lieferte er großartige Epen und war ein glänzender Satiriker. Grimmelshausen war ein Kenner literarischer Schreibtechniken und Literaturüberlieferungen. Als humanistischer Gelehrtenschriftsteller hatte er nicht die damals typische akademische Ausbildung. In seiner Vorrede zum "Satyrischen Pilgram" (1666/1667) parodiert er selbst in einem traditionellen Bild der Bescheidenheit seine Herkunft und Bildung. Grimmelshausen Erzählwerke thematisieren den Dreißigjährigen Krieg und seine menschlichen Folgen. Dabei gilt der "Simplicissimus" als sein Hauptwerk, in dem er seine Kenntnisse über die europäische Satire- und Romantradition beweist. Es ist mit autobiographischen Zügen versehen und in der Linie des spanischen Pikaroromans aufgemacht.

Die christliche Lehre als Hintergrund verdeutlichte indes das Elend der zeitgenössischen Kriegswirren. Vier weitere satirische Romane "Courasche" (1670), "Der seltzame Springinsfeld" (1670), "Das wunderbarliche Vogel-Nest", zweiteilig (1672/1675) versteht er als einen großen Romanzyklus. Ein Gegenwurf dazu bilden die Romane erbaulicher Art "Dietwalt und Amelinde" (1670) sowie "Proximus und Lympida" (1672), die in der Tradion höfischer Erzählwerke stehen. Grimmelshausen betätigte sich mit seinem "Ewig-währender Calender" (1670) auch als Kalenderschriftsteller. Seine Traktate im satirischen Stil wie "Simplicianischer Zweyköpffiger Ratio Status" (1670) oder "Rathstübel Plutonis Oder Kunst reich zu werden" (1672) äußern sich zu zeitgenössischen Anlässen wie Absolutismus oder Staatsmacht.

Zu seinen weitere Werken zählen unter anderem "Continuatio des abentheuerlichen Simplicissimi Oder Schluß deselben" (1669), "Der erste Beernhäuter" (1670), "Verkehrte Welt" (1672), "Der stoltze Melcher" (1672), "Bart-Krieg" (1673), "Simplicissimi Galgen-Männlin" (1673), "Deß Weltberuffenen Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem teutschen Michel" (1673).

Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen starb am 17. August 1676 in Renchen (Baden).

NameHans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Geboren am01.01.1621

GeburtsortGelnhausen

Verstorben am17.08.1676

TodesortRenchen, Baden

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