Biografie

Hannsheinz Porst

Der Unternehmer übernahm 1960 die Geschäftsleitung des väterlichen Unternehmens Photo-Porst, in dem es ihm gelang, die Position im Photo-Versandgeschäft weiter auszubauen. In der Spitze leitete Hannsheinz Porst die Geschickte über 2.000 Verkaufsstellen, ehe das Unternehmen 1986 in der PHOTO PORST AG aufging. Im Zuge des Wandels des Vertriebsgeschäftes durch asiatische und inländische Konkurrenz, geriet PORST im Laufe der 1990er Jahre in wirtschaftliche Schieflage, die 2002 im Konkurs des Unternehmens endete. Die Markenrechte an PORST wurden darauf von der RINGFOTO-Gruppe erworben...
Hannsheinz Porst wurde am 8. November 1922 in Nürnberg geboren.

Sein Vater, Hanns Porst, gründete 1919 in Nürnberg das Photo Haus Porst, dem 1925 ein Versandhaus angeschlossen wurde. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte er eine Werkzeugmacher-Lehre bei Kodak. Mit der Eröffnung von Filialen wurde Photo Porst ab 1929 mit 200 Mitarbeitern das größte Photogeschäft in Deutschland. Zugleich engagierte sich Hanns Porst für Photo-Kurse, die von Anfängern und Profis genutzt wurden. Dazu gründete er das hauseigene Magazin "Fotohelfer". 1931 organisierte das Unternehmen die erste Kunden-Fotoreise, an der bereits 1300 Kunden teilnahmen.

Im selben Jahr führte er Marken-Kameras als günstige Hausmarken unter dem Namen "HAPO", die Abkürzung seines Namens, ein. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den Wirtschaftwunderjahren, in denen der Betrieb wieder zum Aufschwung fand, übergab Hanns Porst die Leitung seinem Sohn Hannsheinz Porst. Die Unternehmen Neckermann und Foto-Quelle entwickelten sich indes zu großen Konkurrenten. Porst baute im Gegenzug eine Ladenkette und Franchise-Partner auf. Daneben baute Porst vor Nürnberg eine Druckerei und 500 Werkswohnungen. Die Druckerei "Maul & Co" produzierte im Tief-, Offset- und Buchdruck.

Im Jahr 1964 wurde Porst wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung drei Wochen inhaftiert. Unter dem Verdacht landesverrätersicher Beziehungen zum DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS), wurde Porst am 26. Oktober 1967 erneut inhaftiert. Er kam erst Ende Dezember 1967 gegen Kaution auf freien Fuß. 1969 wurde Porst zu zwei Jahren und neuen Monaten Gefängnis verurteilt. Er trat die Strafe an, wurde dann 1970 vorzeitig aus der Haft entlassen. 1969 feierte PHOTO PORST indes sein 50jähriges Bestehen. Zugleich wurde das Warensortiment um Artikel wie Radios, Plattenspieler und Tonbandgeräte erweitert.

Weiter gründete er u.a. die Exdata (Datenverarbeitung), den DSV (Deutscher Supplement Verlag; rtv) sowie die PORST Wohnungsbau. 1972 gründete Porst eine Mitarbeitergesellschaft. Die Porst-Datenverarbeitungsfirma "Exdata" und die Porst-Auslandsfilialen in Holland und Frankreich mussten 1974 verkauft werden, die Mitbestimmungskompetenz der Betriebsversammlung wurde in diesem Zuge aufgegeben. 1975 wurden erste Kundenkarten eingeführt. Bis 1978 zählte das Unternehmen PORST 1.200 Vertriebsstellen im Bundesgebiet. Das Unternehmensmagazin erschien ab 1978 als "PORST Fotografieren und Filmen".

Im Jahr 1979 zog sich Hannsheinz Porst aus der Geschäftsleitung des Unternehmens zurück. Nach dem Scheitern der Mitarbeitergesellschaft stieg Porst 1982 wieder in das Unternehmen ein. Ein Schweizer Interdiscount übernahm in selben Jahr die Kapital-Mehrheit. Hannsheinz Porst wechselte im Unternehmen in den Aufsichtsrat und schied erst Ende der 1980er Jahre wieder aus dem Unternehmen aus. 1986 wurde mit 2.137 Vertriebsstellen die POTHO PORST AG gegründet. 1996 übernahm die belgische Spector Foto Group die PORST AG, nach ihr folgten noch weitere wechselnde Eigentümer. Bis zum 75. Jubiläum zählte PHOTO PORST 1994 rund 1 Milliarde DM Umsatz und 2.500 Mitarbeiter, 200 eigene Filialen sowie 2.620 Vertriebsstellen.

Die PHOTO PORST AG meldete 2002 Insolvenz an, worauf der zentralseitige Vertrieb von Porst eingestellt wurde. Damit reagierte die Firma auf einen generellen Vertriebswandel, der mit dem Import von asiatischen Angeboten und inländischer Konkurrenz einherging. Die Markenrechte an PORST wurden darauf von der RINGFOTO-Gruppe erworben, die Rechte für das Bildgeschäft wurde an KODAK übertragen. Die Filialstruktur wurde ebenfalls aufgelöst. Die verbliebenen PORST Geschäfte blieben als selbständige Einzelhändler im Verbund der RINGFOTO-Gruppe erhalten. Hannsheinz Porst hatte sich indes ins Privatleben zurückgezogen.

Privat lebte Porst zuletzt zusammen mit seiner Frau Luise zurückgezogen im ehemaligen Wochenendhaus seines Vaters in Artelshofen bei Vorra östlich von Nürnberg. Hier widmete er sich auf seinem Hof der Zucht von Hochlandrindern sowie dem Obst- und Gemüseanbau. Er war Vater von vier Kindern.

Hanzheinz Porst starb am 29. April 2010 in Artelshofen.

NameHannsheinz Porst

Geboren am08.11.1922

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortNürnberg (D).

Verstorben am29.04.2010

TodesortArtelshofen (D).