Biografie

Hamid Karsai

Der Politologe gilt als moderater, prowestlich und demokratisch eingestellter sowie als populärster Vertreter der politischen Führung des neuen Afghanistan. Hamid Karzai war in Kooperation mit den US-Geheimdiensten in den 1980er Jahren aktiv am Widerstand gegen die sowjetischen Besatzungstruppen und ab Mitte der 1990er Jahre am Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan beteiligt. Nachdem er 2001 bis 2004 als Präsident der afghanischen Übergangsregierung gewirkt hatte, amtiert Karzai seit Dezember 2004 als Staatspräsident des neuen Afghanistan...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Hamid Karsai (oder: Karzai) wurde am 24. Dezember 1957 in dem Dorf Karz (Provinz Kandahar, Afghanistan) geboren.

Seine Familie gehört dem Stamm der Paschtunen und der Dynastie der Popalzai an, die in der Vergangenheit viele Könige Afghanistans stellte. Sein Vater Abdul Ahad Karsai war ein anerkannter Führer der Popalzai. Nach dem Schulbesuch in Kabul nahm Karsai 1979 ein Studium der Politikwissenschaft an der indischen Universität Simla auf, das er 1983 abschloss. Danach blieb er zunächst in Indien, hielt sich aber auch in den USA auf, wo er in Kontakt mit der CIA geriet.

Inzwischen hatten sowjetische Truppen Afghanistan besetzt. Karsai bereitete mit Unterstützung der amerikanischen Geheimdienste Widerstandsaktionen gegen die Besatzer vor. Gegen Ende der 1980er Jahre kehrte Karsai in sein Heimatland zurück, um dort aktiv Widerstandsgruppen gegen die sowjetische Besatzung zu unterstützten. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde Karsai 1992 als stellvertretender Außenminister in das Kabinett von Burhanuddin Rabbani berufen. Im Zuge des Machtaufstiegs der Taliban in den 1990er Jahren zeigte sich Karsai zunächst als deren Anhänger.

Bald ging er zu den neuen Kräften jedoch auf Distanz, da er deren islamistischen Zielsetzungen nicht teilte. Im Jahr 1996 brachte er sich in die UNO-Botschaft in Sicherheit, um dann nach den USA ins Exil auszuweichen. 1999 wurde sein Vater von den Taliban im pakistanischen Exil ermordet. In den USA kooperierte Karzai mit den US-Geheimdiensten, mit denen er nach dem Terror-Anschlag vom 11. September 2001 den Sturz des Taliban-Regimes vorbereitete.

Der afghanische Exilpolitiker wurde auf der Bonner Afghanistan-Konferenz vom Dezember 2001 zum Präsidenten der künftigen Übergangsregierung nominiert. Nach dem amerikanischen Militärschlag gegen Afghanistan und dem Sturz der Taliban wurde Karsai im Juni 2002 zum Präsidenten der Übergangsregierung gewählt. Der provisorische Regierungschef entging im September 2002 nur knapp einem Mordanschlag. Vom Dezember 2003 bis zum Januar 2004 saß Karsai der verfassungsgebenden Großen Ratsversammlung (Loya Jirga) vor, welche die neue Verfassung Afghanistans verabschiedete, nach der sich das Land als islamische Republik konstituierte.

Bei den Präsidentschaftswahlen vom Oktober 2004 trug Karsai unter einer äußerst hohen Wahlbeteiligung seitens der Bevölkerung mit 55,4 % der Stimmen den Sieg davon. Anfang Dezember 2004 wurde der Politiker in Kabul feierlich in sein Amt als Staatsoberhaupt des neuen Afghanistan eingeführt. Eine der bedeutendsten Amtshandlungen des Präsidenten Afghanistans, dessen Amtszeit für fünf Jahre vorgesehen ist, betraf im April 2005 die Durchführung der ersten freien Parlamentswahlen des Landes. Mitte Mai 2005 unternahm Karsai einen Staatsbesuch in Belgien, wobei er auch mit Repräsentanten der EU zusammentraf.

Danach weilte er auf Staatsbesuch in Washington. Karzai wurde im Juli 2004 mit der Philadelphia Liberty Medal geehrt.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameHamid Karsai

Geboren am24.12.1957

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortKarz (Provinz Kandahar, Afghanistan)