Biografie

Hafis al-Assad

Der Offizier und Politiker war von 1970 bis 2000 Ministerpräsident sowie Staatspräsident der Syrischen Arabischen Republik (Syrien). Er regierte das Land einerseits mit harter Hand, andererseits galt er stets als politisch äußerst flexibel, um dessen Überleben im staatspolitischen Wandel zu sichern. Damit wurde dem Nahen Osten aber eine gewisse politische Stabilität verschafft. Hafiz al-Assad verstand es während seiner fast 30-jährigen Regierungszeit, die gesellschaftliche Koexistenz zwischen alawitischer Minderheit und sunnitischer Mehrheit in seinem Land friedlich aufrechtzuerhalten. Hafiz al-Assad leitete nach der Auflösung der Sowjetunion auch glücklich den Wandel ein von einer sozialistischen Staats- und Wirtschaftspolitik hin zum gemäßigten Liberalismus und zum eher marktwirtschaftlichen Handel...
Hafez Assad wurde am 6. Oktober 1930 als neuntes Kind eines alawitischen Landwirtes in der Kleinstadt Qardaha der Provinz Lathakia geboren.

Assad besuchte die Schule in der gleichnamigen Provinzhauptstadt. Hafez al-Assad, al-Assad bedeutet der Löwe, wurde geprägt von der bis 1946 andauernden Fremdherrschaft der Franzosen, was in ihm eine starke nationalarabische Gesinnung begründete. Der alawitischen Minderheit in der syrischen Bevölkerung war es vorbehalten, eine Beschäftigung im Militär aufzunehmen, weil die Sunniten den Militärdienst ablehnten. Auch Hafez al-Assad ging in die Armee und wurde zum Offizier ausgebildet. Sieben Jahre nach dem Militärputsch 1963 nutzte er die Machtkämpfe der regierenden Arabisch-Sozialistischen Widerauferstehungspartei, kurz Baath-Partei genannt, und kam am 16. November 1970 durch eine Revolte an die Macht. Er ordnete die Verhaftung des alten Präsidenten und einiger Anhänger an. Später ließ er sich vom syrischen Volk zum Staatspräsidenten wählen.

Dieses lief ohne Gegenkandidaten ab und Assad erhielt 99,2% der Stimmen. Zugleich wurde er Generalsekretär der Baath-Partei, die auch über die Hälfte wichtiger Ämter erhielt. Der im Land herrschenden Interessen verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen begegnete Assad damit, dass er Schlüsselpositionen innerhalb des Militärs, der Bürokratie und der größtenteils staatlich gelenkten Wirtschaft mit Angehörigen der alawitischen Religionsgemeinschaft besetzte. Auch sicherte er seine Machtstellung durch einen ausgeklügelten Macht- und Herrschaftsapparat, der sich vorwiegend auf einem ebenso gut entwickelten Patronage- und Klientelsystem begründete. In der Folge des Sechtagekriegs zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien vom 5. bis 10. Juni 1967 kam es 1973 unter Präsident Assad erneut zum Israelisch-Arabischen Krieg, in dem Ägypten und Syrien die von Israel besetzten Gebiete Sinai und Golanhöhen angriffen.

Später, Ende der 1970er Jahre, suchte der syrische Präsident die Nähe zu Jordanien, da sich abzeichnete, dass der Verbündete Ägypten mit Israel ein Abkommen absolvierte. Im Jahr 1980 unterzeichnete Assad mit der Sowjetunion den Vertrag der "Freundschaft und Zusammenarbeit". Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde Syrien von der UdSSR unterstützt. Längst herrschte der Machtinhaber mit harter Hand. International geriet er in Verdacht, Terroristen zu unterstützen, worauf die USA und Großbritannien im Jahr 1986 die diplomatischen Beziehungen mit dem Land abbrachen. Im ersten Golfkrieg, in der militärischen Auseinandersetzung um die Vorherrschaft am Persischen Golf zwischen Iran und Irak, gehörte Syrien zu den wenigen arabischen Ländern, die den Iran unterstützten. Im zweiten Golfkrieg 1990/91 zwischen Irak und Kuweit trat Syrien der anti-irakischen Koalition bei.

Im gleichen Jahr traf sich Assad mit dem US-amerikanischen Präsidenten Georg Bush in Genf. Das Treffen sollte die Beziehungen beider Länder verbessern. Die anti-irakische Haltung des syrischen Präsidenten näherten ihn und sein Land dem Westen. Brüssel und Washington gewährten Syrien Kredite und andere Zahlungen. 1994 verhandelte Syrien zum ersten Mal mit Israel wegen der Golanhöhen, die im syrischen Gouvernement Al-Qunaitira liegen und 1967 von Israel besetzt und 1981 annektiert wurden. Doch die Verhandlungen wurden 1996 ergebnislos abgebrochen. Zwei Jahre darauf fanden Parlamentswahlen statt, aus denen die von der Baath-Partei dominierte National-Progressive Front erneut als stärkste politische Macht hervorging. Im Jahr 1999 wurde Präsident Hafez al-Assad erneut im Amt bestätigt. In seinen letzten Amtsjahren war sein Sohn Basil bestimmt worden, das Amt des Staatspräsidenten zu übernehmen.

Hafez Assad bestimmte nicht nur in dieser Angelegenheit wie ein Monarch, der das Herrscheramt weiter vererbt. Doch aus der Nachfolge wurde nichts, da der 32-Jährige bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Danach wählte Hafiz al-Assad den drei Jahre jüngeren Bruder Baschar zu seinem Amtserben aus.

Hafez al-Assad starb am 10. Juni 2000 in Damaskus.

NameHafis al-Assad

Geboren am06.10.1930

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortKardhaha/Bez. Lathakia

Verstorben am10.06.2000

TodesortDamaskus