Biografie

Gustav Langenscheidt

Der deutsche Verleger, Buchdrucker und Sprachlehrer war der Begründer des gleichnamigen, später weltbekannten Verlags "Langenscheidt", der 1856 ein System zum selbstständigen Erlernen von Fremdsprachen entwickelte. Die erste Ausgabe zum Selbststudium stellten französische Unterrichtsbriefe dar. Später nahm das Unternehmen von Gustav Langenscheidt weitere Sprachen und vor allen Dingen auch Wörterbücher in sein Verlagsprogramm auf...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Menschen und Marken
Gustav Langenscheidt wurde am 21. Oktober 1832 in Berlin geboren.

Er entstammte einer Bürgerfamilie, die seit dem 17. Jahrhundert in Berlin ansässig war und ursprünglich aus Westfalen zugezogen war. Langenscheidt besuchte die mittlere Schule und erlernte danach den Beruf des Kaufmanns. 1850 begab sich Langenscheidt auf Wanderschaft, die ihn durch Deutschland, Belgien, England, Frankreich, Schweiz, Italien und Österreich führte. Dabei führte er ein Reisetagebuch unter dem Titel "Promenaden durch Nord, Süd und West".

Langenscheidt machte vielfältige Erfahrungen und erwarb interessante Kenntnisse aus den verschiedensten Wissensgebieten wie Natur, Architektur, Sitten, Ernährung und Kleidung. Auf seiner Reise begegneten Langenscheidt zahlreiche Dialekte. Er machte auch unangenehme Spracherfahrungen, da er als Fremdsprache lediglich ein wenig Französisch beherrschte. Daraus entstand seine Feststellung: "Es ist ein wahrhaft peinliches Gefühl, unter Menschen nicht Mensch sein und seine Gedanken austauschen zu können." Diese Kardinalerkenntnis legte den Grundstein für Langenscheidts System zum selbstständigen Erlernen von Fremdsprachen.

Im Jahr 1856 gründete er sein Unternehmen, das dieses System für viele Sprachen entwickelte und vertrieb, entgegen dem Zweifel zeitgenössischer Fachleute. Langenscheidt engagierte sich mit enormer Anstrengung und hoher Begeisterung für seinen Betrieb. Nachdem er sich die notwendigen Kenntnisse autodidaktisch angeeignet hatte, bewies Langenscheidt in der Unternehmensführung ein großes Organisationstalent und ein Höchstmaß an Genauigkeit. Von seinen Mitarbeitern verlangte er die gleiche Arbeitsleistung, wodurch er sie vielfach überforderte.

Im Jahr 1868 gründete Langenscheidt eine Buchdruckerei, um seine Verlagsprodukte im Eigenbetrieb drucken zu lassen. Für seine Verdienste erhielt Langenscheidt 1874 den Professorentitel. Langenscheidts Konzept wurde unter dem Titel "Brieflicher Sprach- und Sprechunterricht für das Selbststudium der französischen Sprache" vertrieben. Zur Umsetzung engagierte er den Franzosen Charles Toussaint, mit dem er die Toussaint-Langenscheidt-Methode als Sprachlehrsystem entwickelte.

Es handelte sich um eine einfache und funktionale Lautschrift für den Selbstunterricht. Das Revolutionäre daran waren unter anderem die Bezeichnung der Fremdsprache durch deutsche Buchstaben oder die Verwendung auffallender lateinischer Buchstaben für fremde Laute, für die es im Deutschen keine Zeichen gibt. Das System war praxisorientiert ausgelegt. Später wurden in das Verlagsprogramm Wörterbücher aufgenommen und die Lehrmethoden weiter verfeinert, indem Langenscheidt immer mehr die Ansprüche der Benutzer berücksichtigte. Ausgaben wie zum Beispiel für Lernwillige mit schmalem Geldbeutel oder Taschenbuchausgaben erschlossen neue Zielgruppen.

Gustav Langenscheidt starb am 11. November 1895 in Berlin. Sein Sohn Carl Langenscheidt (1870–1952) führte das Unternehmen fort.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Menschen und Marken

NameGustav Langenscheidt

Geboren am21.10.1832

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am11.11.1895

TodesortBerlin (D).

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