Biografie

Günter Rexrodt

Der Diplom-Kaufmann und promovierte Wirtschaftsexperte engagierte sich für 24 Jahre bei den Freien Demokraten. Nach einer entsprechenden Karriere bei der Berliner FDP stellte Günter Rexrodt unter den beiden letzten Legislaturen Helmut Kohls von 1993 bis 1998 den Bundeswirtschaftsminister. Als wiederholter Landesvorsitzender der Berliner FDP und in leitenden Funktionen für die Bundespartei konnte er nicht zuletzt auch von seiner eigenen beruflichen Erfahrung in der freien Wirtschaft profitieren...
Günter Rexrodt wurde am 12. September 1941 in Berlin geboren, wuchs aber im thüringischen Arnstadt auf.

Sein Vater war in der Weimarer Republik und in der DDR für die liberale Partei (DDP und LDPD) tätig. Nach dem Abitur ging Rexrodt nach Berlin (West), wo er zunächst 1961-1962 ein Praktikum bei der Berliner Bank machte. Zugleich nahm er 1961 an der Freien Universität Berlin ein Studium der Volkswirtschaftslehre auf, das er 1967 mit dem Diplom abschloss. 1970 folgte die Promotion zum Dr. rer. pol. Während des Studiums absolvierte Rexrodt außerdem vom 1963 bis 1964 ein Industriepraktikum bei der Standard Elektrik Lorenz AG in Berlin. Im Jahre 1968 trat Rexrodt als Angestellter in ein Berliner Bankunternehmen ein. Ein Jahr später wechselte er zur Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin, für die er bis 1982 tätig war.

Ab 1972 fungierte er dort als Mitglied der IHK-Geschäftsführung, ab 1974 leitete er die IHK-Abteilung Industrie. Nach diesen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft wandte sich Rexrodt der Politik zu, indem er von 1979 bis 1982 als Leiter der Abteilung Industrie beim Berliner Wirtschafts- und Verkehrssenator diente. 1980 trat er in die FDP ein. Im den Jahren 1982 bis 1985 war er unter der Regierung Richard von Weizsäckers Senatsdirektor in Berlin. 1983 bis 1987 fungierte er außerdem als stellvertretender Landesvorsitzender der dortigen FDP. Im Zeitraum von 1985 bis 1989 war Rexrodt als Senator für Finanzen in die Berliner Landesregierung eingebunden. In dieser Position überstand er die Verwicklung des christdemokratischen Koalitionspartners in einen Berliner Bauskandal unbeschadet.

Infolge des erheblichen Stimmenverlustes des Berliner CDU-FDP-Senats unter Eberhard Diepgen bei den Landtagswahlen zu Jahresbeginn 1989 schied Rexrodt erneut aus dem Senat aus. Darauf folgte eine weitere Tätigkeit in der Wirtschaft: 1989-1991 war Rexrodt im Vorstand der CitiBank in Frankfurt/Main tätig. Im Anschluss daran fungierte er von 1990 bis 1991 als Vorstandsvorsitzender der CitiBank. 1991 berief man Rexrodt in die Treuhandanstalt Berlin, in dessen Vorstand er bis 1993 tätig war. Hier setzte er sich zum Teil für rigorose Privatisierungen in den neuen Bundesländern ein, was ihm öffentliche Kritik bescherte. Zugleich setzte Rexrodt allerdings sein parteipolitisches Engagement fort: 1990 trat er in den Bundesvorstand der FDP ein und von 1994 bis Jahresbeginn 1996 war er Landesvorsitzender der Berliner FDP.

Seit 1994 war der FDP-Politiker auch im Bundestag vertreten. Nach dem Rücktritt des über die "Briefbogenaffäre" gestolperten Bundeswirtschaftsministers Jürgen W. Möllemann zu Jahresbeginn 1993 wurde Rexrodt zu dessen Nachfolger bestellt. So stellte er unter der vorletzten und letzten Regierung Helmut Kohls von 1993 bis 1998 den Bundeswirtschaftsminister. In dieser Position bemühte sich Rexrodt im Zeichen des partiellen Zusammenbruchs der Wirtschaft in den neuen Bundesländern und der Herausforderung der Globalisierung um eine Privatisierung und Entbürokratisierung der deutschen Wirtschaft. So setzte er etwa Liberalisierungen im Bereich der Ladenschlusszeiten, des Strom- und Telekommunikationsmarktes durch.

Im Jahr 1996 zog sich Rexrodt auf einer Südafrika-Reise eine Malaria-Erkrankung zu, die zeitweise lebensgefährliche Züge annahm und ihn für zwei Monate vom politischen Geschäft abhielt. Nach dem rot-grünen Regierungswechsel im September 1998 wurde Rexrodt zum haushaltspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion berufen. 1999 trat er in das Bundespräsidium der FDP ein. Im Februar 2000 wählte man Rexrodt erneut zum Landesvorsitzenden der Berliner FDP. In dieser Position gelang es ihm, die Partei bei den Neuwahlen vom Oktober 2001 in das Berliner Abgeordnetenhaus zurückzuführen. Zu Jahresbeginn 2002 verzichtete Rexrodt auf seinen Sitz im Berliner Landesparlament, da er inzwischen zum Bundesschatzmeister der FDP berufen worden war.

Im Februar 2002 wurde er zugleich als Landesvorsitzender der Berliner FDP bestätigt. Rexrodt war im Vorfeld der Bundestagswahl maßgeblich am FDP-Wahlkampf unter der Führung von Guido Westerwelle beteiligt, in dessen Kompetenzteam er für Wirtschaft und Finanzen zuständig war. In der Auseinandersetzung über die umstrittene Flugblattaktion von Jürgen Möllemann positionierte sich Rexrodt deutlich gegen die illegale Spendenannahme. Neben seinen Tätigkeiten als Haushaltsexperte der FDP war Rexrodt überdies im Vorstand der WMP Eurocom AG vertreten. Außerdem war er seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender der Agiv AG.

Günter Rexrodt starb am 19. August 2004 überraschend an den Folgen einer Krebserkrankung im Berliner Krankenhaus Charité. Er hinterließ seine Frau Ingrid Hoyermann, mit der er in dritter Ehe seit 1983 verheiratet war, und einen Sohn.

NameGünter Rexrodt

Geboren am12.09.1941

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am19.08.2004

TodesortBerlin (D).