Biografie

Gottfried Wilhelm Leibniz

Der deutsche Philosoph, Mathematiker und Physiker war einer der wichtigsten Vordenker der Aufklärung; er avancierte mit seiner Monadentheorie zum Universalgelehrten im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert. Sein Werk behandelte auch Themen aus den Bereichen Theologie, Recht, Diplomatie, Politik, Geschichte, Philologie und Physik. Drei Hauptwerke liegen von ihm auf dem Gebiet der Philosophievor: "Neue Versuche über den menschlichen Verstand" (1703), die "Theodizee" (1710) und die "Monadologie" (1714) mit einer komprimierten Darstellung wichtiger Ideen zur Metaphysik. Daneben hat er eine schier unüberschaubare Menge an Briefen und Zeitschriftenaufsätzen hinterlassen, wobei er sein Denken kontinuierlich revidierte. 1673 wurde er Mitglied der Londoner Royal Society. 1675 entdeckte er die Grundlagen der Differentialrechnung. 1700 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz Präsident der Berliner "Societät der Wissenschaften"...

Gottfried Wilhelm von Leibniz wurde am 1. Juli 1646 als Sohn des Juraprofessors Friedrich Leibniz und der Professorentochter Catharina (geb. Schmuck) in Leipzig geboren.

Von 1653 bis 1661 besuchte Leibniz die Nikolai-Schule in Leipzig. Bereits in frühester Kindheit wurde sein enormer Wissenshunger deutlich: Als Achtjähriger nutzte er den Zugang zur väterlichen Bibliothek, um sich autodidaktisch die lateinische Sprache beizubringen. 1661 begann Leibniz an der Universität seiner Heimatstadt zu studieren. Neben dem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft beschäftigte er sich intensiv mit Mathematik, Logik, Physik und Zeit seines Lebens auch mit der Alchemie. 1666 wechselte Leibniz gezwungenermaßen an die Universität Altdorf bei Nürnberg: In Leipzig wurde ihm aufgrund seines geringen Alters – er war gerade 20 Jahre alt – die Promotion verwehrt. Im Jahr darauf, 1667, promovierte Leibniz glanzvoll und bekam daraufhin eine Professur angeboten.

Leibniz lehnte ab, da er sich von einer akademischen Karriere nicht genügend Entfaltungsmöglichkeiten versprach. Leibniz veröffentlichte stattdessen im selben Jahr eine Abhandlung über die Reform des Rechtswesens ("Nova methodus socendae discendaeque jurisprudentiae"). Zunächst trat er dann eine Stelle als diplomatischer Berater bei dem Mainzer Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn an. Von diesem wurde er 1672 mit politischem Auftrag nach Paris geschickt: Um Frankreichs Machtinteressen von Deutschland abzulenken, sollte Leibniz Ludwig XIV. zu einem Angriff auf Ägypten überreden – eine Mission, die ohne Erfolg verlief. 1675 entdeckte er die Grundlagen der Differentialrechnung. Von 1672 bis 1676 lebte Leibniz abwechselnd in Paris und London. Er bildete sich vor allem in der Mathematik fort und traf viele führende Gelehrte seiner Zeit.

Bereits seit 1669 war Leibniz auswärtiges Mitglied der Pariser "Academie des Sciences", 1673 wurde er zudem Mitglied der Londoner "Royal Society". Ein Umstand, den er umfangreichen mathematischen Studien und der Erfindung einer Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten verdankte. 1676 führte es Leibniz nach Hannover, er wurde dort Bibliothekar und 1677 juristischer Hofrat des Herzogs Johann Friedrich. Hinter dieser Beschäftigung blieben seine mathematischen Interessen zunächst zurück. Mit der Gründung der "Acta eruditorum", einer wissenschaftlichen Zeitschrift, im Jahr 1682 bekam und nutzte er allerdings die Gelegenheit, regelmäßig naturwissenschaftliche Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. 1685 erhielt Leibniz vom Herzog Ernst August von Hannover den Auftrag, die Geschichte des Herrschergeschlechts der Welfen zu schreiben, eine Aufgabe, die er zwar nur ungern, dafür aber mit der ihm eigenen Gründlichkeit erfüllte. Letztlich beendete er das Geschichtswerk jedoch nicht.

Im Zusammenhang mit diesem Auftrag kam Leibniz auch nach Rom, wo er die Betreuung der Vatikanischen Bibliothek angeboten bekam. Da er dafür katholisch hätte werden müssen, lehnte er ab. Stattdessen übernahm er 1691 die Leitung der Bibliothek in Wolfenbüttel. 1700 wurde Leibniz Präsident der Berliner "Societät der Wissenschaften", eine Institution, die auf sein Betreiben und mit Unterstützung der hannoverschen Prinzessin Sophie Charlotte gegründet wurde. Die Jahre 1712 bis 1714 verbrachte Leibniz in Wien, wo er 1713 zum Reichshofrat ernannt wurde. Bereits seit 1711 war Leibniz zudem wissenschaftlicher Berater des Russischen Zaren Peter I.

Einen Großteil seiner Zeit widmete Leibniz somit staatsmännischen Aufgaben, was ihm die Zeit nahm, größere wissenschaftliche Werke zu verfassen. Drei Hauptwerke liegen von ihm auf dem Gebiet der Philosophie vor: "Neue Versuche über den menschlichen Verstand" (1703), "Theodizee" (1710) und "Monadologie" (1714). Daneben hat er eine schier unüberschaubare Menge an Briefen und Zeitschriftenaufsätzen hinterlassen. Gegen Ende seines Lebens kam es zum Zerwürfnis mit dem Hof in Hannover, zum Einen wohl wegen der niemals fertiggestellten Welfengeschichte, aber auch wegen zahlreicher Reisen, die Leibniz ohne offizielle Erlaubnis unternommen hatte.

Gottfried Wilhelm von Leibniz starb am 14. November 1716 im Alter von 70 Jahren in Hannover. An seinem Begräbnis nahmen keine Vertreter des Hofes oder der Beamtenschaft teil. Ihm zu Ehren verleiht die Deutsche Forschungsgemeinschaft heute jährlich die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preise.


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameGottfried Wilhelm Leibniz

Geboren am01.07.1646

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortLeipzig (D).

Verstorben am14.11.1716

TodesortHannover (D).