Biografie

Louis Leitz

Der Sohn eines württembergischen Küfers und gelernte Drechsler sammelte seine ersten beruflichen Erfahrungen als Mechaniker inmitten der beginnenden deutschen Industrialisierung während der 1860er Jahre. Als selbständiger Facturabücher-Fabrikant erfand und entwickelte Louis Leitz in den 1880er und 1890er Jahren den später nach ihm benannten Ordner, der zusammen mit den anderen Produkten seiner Marke die Technik der Schriftgutverwaltung und Büroorganisation weltweit revolutionierte...

Menschen und Marken
Louis Leitz wurde am 2. Mai 1846 im württembergischen Groß-Ingersheim geboren.

Sein Vater, Johann Ludwig Leitz (1810-1860), entstammte einer Familie von Küferhandwerkern. Mit 12 Jahren verlor Louis Leitz 1858 seine Mutter. Nach der Schule begann er 1860 eine Ausbildung zum Drechsler. Noch im selben Jahr verlor er auch den Vater, worauf er bei Pflegeeltern aufwuchs.

Angesichts der rasant zunehmenden Industrialisierung schloss Leitz an die Drechslerlehre noch eine Ausbildung zum Mechaniker an, die ihm für den künftigen Broterwerb lukrativer erschien. Leitz begann dann seine berufliche Laufbahn als Mechaniker in verschiedenen Betrieben. Er kam dabei auch mit den neuartigen Spießordnern in Berührung, die in Imitation des französischen Vorbilds der so genannten "Biblorhaptes" in Deutschland produziert wurden.

Leitz entdeckte die Perfektionierung solcher Ordnersysteme als Marktlücke. Unmittelbar nach der deutschen Reichsgründung machte er sich daher im Juli 1871 selbständig. Der 25 Jahre junge Mechaniker und Facturabücher-Fabrikant produzierte nun Biblorhaptes-Apparate, die den in Deutschland anzutreffenden Qualitätsstandard weit überschritten. Leitz heiratete 1882 Sophie Rock (1860-1944), mit der er vier Kinder hatte.

Den geschäftlichen Durchbruch erlebte Leitz mit der Erfindung der typischen Aushebe-Mechanik und des Registrators der Ordner. Diese Neuerungen ermöglichten ab 1886 die Einordnung der einzelnen Blätter an jeder beliebigen Stelle nach einem alphabetischen Register. Durch die von Leitz entwickelte Hebelmechanik konnte die Blattsammlung geöffnet, geschlossen und auch arretiert werden, was ab 1893 den stehenden Ordner mit stabilem Einband ermöglichte – der bis heute übliche Leitz-Ordner war geboren!

Angesichts der rasant steigenden Nachfrage errichtete Leitz 1898 eine große Fabrikanlage in Stuttgart-Feuerbach, in der künftig neben den Ordnern auch Register, Locher und andere Büromaterialien hergestellt wurden. Die Produktpalette von Leitz, insbesondere aber die nach ihm benannten Ordner, avancierten binnen Kurzem zur Weltmarke.

Louis Leitz starb am 18. Mai 1918 in Stuttgart.

Die Geschäfte übernahmen seine beiden Söhne Ludwig (1884-1954) und Eberhard Leitz (1888-1955), die das Unternehmen zunächst als OHG, dann ab 1949 als KG erfolgreich in die zweite Nachkriegszeit hineinführten. Dort ging dann die Geschäftsführung auf die Enkel Manfred, Martin und Conrad Leitz über. Nachdem Leitz auf Esselte übergegangen war, stellt Magnus Nicolin den Vorstandschef.


Menschen und Marken

NameLouis Leitz

Geboren am02.05.1846

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortGroß-Ingersheim, Württemberg (D).

Verstorben am18.05.1918

TodesortStuttgart (D).