Biografie

Götz Aly

Der promovierte Politologe und Journalist machte sich als unabhängiger Historiker einen Namen, der außerhalb der vom akademischen Wissenschaftsbetrieb vorgegebenen Forschungskonjunkturen neue Fragestellungen an die Vergangenheit entwickelt. Als sein bevorzugtes Forschungsfeld bearbeitet Götz Aly den Nationalsozialismus und den Holocaust, wobei er immer wieder den Finger in die Wunde der gesamtgesellschaftlichen Verstrickung in Antisemitismus und Judenvernichtung legt. Mit seinem Buch "Hitlers Volksstaat" (2005) beleuchtet der Historiker den wohlfahrtsstaatlichen Aspekt des Nationalsozialismus als eine Gefälligkeitsdiktatur, in welcher das gesamte deutsche Volk von Hitlers Aggressions- und Vernichtungstrieb profitierte ...

Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte
Götz Aly wurde am 3. Mai 1947 in Heidelberg geboren.

Aly entstammt der Familie des königlich-preußischen Kammertürken Friedrich Aly, der 1686 nach Berlin verbracht worden war und dort zum Christentum konvertierte. Nach der Schule wandte er sich zunächst dem Journalismus zu. Er absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Im Anschluss daran studierte Aly 1968 Geschichte und Politologie an der Freien Universität Berlin. Er promovierte mit einer politikwissenschaftlichen Forschungsarbeit. Nach dem Studium begann Aly 1973 als Heimleiter in Berlin zu arbeiten.

Aufgrund seiner politischen Position musste er im Zuge der staatlichen Repression und des so genannten "Radikalenerlasses" 1976 seine Arbeit für ein Jahr niederlegen. Aly machte sich als Journalist vor allem bei der linksalternativen "tageszeitung", bei der "Berliner Zeitung" und bei der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" einen Namen. Daneben betrieb er historische Forschungen, die sich aus seinen eigenen Fragen an die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands motivierten. Der Historiker Aly war nie in den so genannten "Elfenbeinturm" des akademischen Wissenschaftsbetriebs an Universitäten und Forschungsinstituten eingebunden.

Relativ unabhängig von den darin vertretenen Forschungskonjunkturen beschäftigt er sich vor allem mit der Geschichte des Holocaust, wobei sein besonderes Interesse zunächst dem Anteil der deutschen Elite galt, welche die Judenvernichtung duldete, ermöglichte und ausführte. Dies brachte Publikationen wie "Aktion T4 1939-1945. Die 'Euthanasie'-Zentrale in der Tiergartenstraße 4" (1989), "Endlösung" (1999) oder "Das letzte Kapitel. Der Mord an den ungarischen Juden" (2004) hervor. Für seine geschichtswissenschaftlichen Arbeiten wurde Aly 2002 mit dem Heinrich-Mann-Preis und 2003 mit dem Marion-Samuel-Preis ausgezeichnet.

Von 2004 bis 2006 nahm Aly eine Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut in Frankfurt/Main wahr. Im Frühjahr 2005 erregte der Historiker mit seinem neuen Buch "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" großes Aufsehen in der internationalen Öffentlichkeit: Aly zeichnete darin die NS-Diktatur als "Gefälligkeitsdiktatur", die sich den Konsens des Volkes durch sozialpolitische Maßnahmen erkauft habe, wodurch er das deutsche Volk auch als Profiteur der nationalsozialistischen Vertreibungs- und Vernichtungspolitik kennzeichnete.

Im Jahr 2006 wurde er von Bundespräsident Horst Köhler als Nachfolger von Alexander Gauland für fünf Jahre in den Stiftungsrat des Berliner Jüdischen Museums berufen. 2007 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NameGötz Aly

Geboren am03.05.1947

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortHeidelberg (D).