Biografie

Göran Persson

Der sozialdemokratische Finanz- und Wirtschaftsexperte stellte von 1996 bis 2006 den 41. Premierminister von Schweden. Göran Persson wurde im September 2002 erneut zum Regierungschef Schwedens gewählt und sah sich in seiner dritten Legislatur vor allem mit der innenpolitisch umstrittenen Frage über den Beitritt des skandinavischen Königreichs zur Europäischen Währungsunion konfrontiert. Perssons Kabinett war die erste sozialdemokratische Regierung seit dem Zweiten Weltkrieg, die trotz starken Wirtschaftswachstums abgewählt wurde...
Göran Persson wurde am 20. Januar 1949 in Vingaker (Schweden) als Arbeitersohn geboren.

Nach dem Abitur nahm Persson ein Studium der Staatswissenschaften und der Soziologie an der Universität Örebro auf. Daneben war er ab 1971 als Organisationssekretär des Schwedischen Sozialdemokratischen Jugendverbandes in Sörmland tätig. Göran Persson brach das Studium ohne Abschluss ab und wurde in den Jahren 1973/74 als Wehrpflichtiger zum Militär eingezogen. Danach stand er bis 1976 der Arbeiterbildungsvereinigung von Sörmland vor. In den folgenden drei Jahren leitete Persson das Bildungsdezernat in der Kommunalregierung der Stadt Katrineholm.

Bereits seit seinem 15. Lebensjahr Sozialdemokrat, wurde Persson 1979 für die Partei in das schwedische Parlament gewählt. Er gehörte dem Reichstag bis 1984 an, um im darauffolgenden Jahr das Bürgermeisteramt von Katrineholm zu übernehmen. 1989 trat Persson als Bildungs- und Kulturminister in die Regierung von Ingvar Carlsson ein, aus der er infolge der sozialdemokratischen Wahlniederlage von 1991 wieder ausschied. Bis zu den folgenden Reichstagswahlen fungierte er als wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der sozialdemokratischen Opposition, in deren Parteipräsidium er vertreten war.

Überdies saß Persson in mehreren Wirtschafts- und Finanzausschüssen des Reichstags zum Teil in führenden Positionen. Nach den Wahlen von 1994 wurde Persson als Finanzminister in die zweite Regierung Carlssons berufen. In dieser Funktion trug er maßgeblich zur Reform des krisengeschüttelten Wohlfahrtssystems bei. Mitte März 1996 stieg Göran Persson zum Vorsitzenden der schwedischen Sozialdemokraten auf. Infolge des Rücktritts von Carlsson wählte ihn der Reichstag noch im selben Monat zum neuen Ministerpräsidenten des Königreichs Schweden.

In seiner ersten Legislatur widmete sich der Regierungschef weiterhin der Sanierung der Staatsfinanzen, die er durch Kürzungen im Sozialbereich abdeckte. Auch der Arbeitslosigkeit sagte er den Kampf an. In seine Amtszeit fiel weiterhin der Beginn des Ausstiegs aus der Atomenergie, den Schweden 1998 mit der Schließung des ersten Reaktors eröffnete. Trotz prinzipieller Offenheit gegenüber der europäischen Integration, erklärte Persson im Sommer 1997, dass Schweden angesichts der verbreiteten Skepsis in der Bevölkerung der Währungsunion zunächst fernbleiben wolle.

Nach den Reichstagswahlen vom September 1998 konnten sich die Sozialdemokraten für eine zweite Legislatur in der Regierungsverantwortung halten, wo sie durch die Linksparteien und Grünen im Parlament gestützt wurden. Persson führte in seiner zweiten Amtszeit als Ministerpräsident die Konsolidierung des schwedischen Staatshaushaltes weiter voran. Die Regierungspolitik des sozialdemokratischen Minderheitskabinetts gewann so große Popularität, dass die Partei bei den Parlamentswahlen von Mitte September 2002 einen großen Erfolg errang.

Seither stellte Persson als Ministerpräsident die dritte Regierung in Stockholm, die das baldige Referendum über den schwedischen Beitritt zur Euro-Zone als ihre nächste Herausforderung betrachtete. Da die bisherigen Bündnispartner Perssons, die Linksparteien und die Grünen, gegen eine schwedische Mitgliedschaft in der Währungsunion waren, war eine Verschiebung der politischen Verhältnisse zu erwarten. Dies galt umso mehr, als dass die liberale Volkspartei mit einer Verdreifachung ihres Stimmenanteils als zweiter Gewinner aus den letzten Wahlen hervorgegangen war.

Im Vorfeld der Volksabstimmung über den Beitritt zur Europäischen Währungsunion heizte sich das innenpolitische Klima im Sommer 2003 immer mehr auf. Am 11. September 2003 wurde die schwedische Außenministerin Anna Lindh niedergestochen. Die vehemente Befürworterin des Euro erlag tags darauf ihren Verletzungen. Ungeachtet des Attentats sprach sich bei der Volksabstimmung vom 14. September 2003 eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Einführung des Euro in Schweden aus.

Nach zwölf Regierungsjahren erzielten die Konservativen 2006 bei der Parlamentswahl in Schweden die Ablösung der sozialdemokratischen Regierung. Das Bündnis von vier Parteien der rechten Mitte unter Führung der Moderaten Sammlungspartei (MS), errang bei der Reichstagswahl am 17. September 2006, nach vorläufigen Ergebnissen, 48,1 Prozent der Stimmen. Die drei Parteien der Mitte-links-Koalition von Ministerpräsident Göran Persson kamen nur auf 46,2 Prozent.

Persson reichte daraufhin am 18. September 2006 seinen Rücktritt ein. Persson, der zehn Jahre lang Regierungschef war, gab bekannt, im März 2007 auch sein Amt als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SAP) niederzulegen. Mit 35,3 Prozent erzielte die SAP das schlechteste Ergebnis bei einer Parlamentswahl seit 1914. Designierter Nachfolger Perssons wurde der bisherige schwedische Oppositionschef Fredrik Reinfeldt.

Göran Persson ist in zweiter Ehe mit Gunnel verheiratet und Vater zweier Kinder.


Die Europäische Union

NameGöran Persson

Geboren am20.01.1949

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortVingaker (Schweden).