Biografie

Gianni Amelio

Der süditalienische Filmemacher entwickelte sich in den 1970er Jahren zu einem anerkannten Regisseur des neuen italienischen Films. Seinen Durchbruch in der internationalen Kinoszene feierte Gianni Amelio 1990 und 1992 mit den Filmen "Porte aperte" und "Il ladro di bambini". Großen Erfolg hatte er 1994 auch mit dem europäischen Flüchtlingsdrama "Lamerica". Anfang der 1990er wurden drei seiner Filme als Bester Film beim Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Damit hält Amelio bis heute den Rekord. Auch in Cannes und Venedig war er bei den jeweiligen Filmfestspielen erfolgreich. 2008 übernahm er von Nanni Moretti die Leitung des Torino Film Festivals...
Gianni Amelio wurde am 20. Januar 1945 in San Pietro Magisano in der süditalienischen Provinz Catanzaro geboren.

Nach der Schule studierte Amelio Philosophie. Er schloss mit dem Doktorgrad ab. Amelio entwicklete schon in jungen Jahren ein ausgeprägtes Interesse für den Film. 1970 begann er als Kameramann für das staatliche italienische Fernsehen RAI zu arbeiten. Wenig später war Amelio als Regieassistent für RAI tätig. Noch 1970 führte er die Regie bei seinem ersten Fernsehfilm: "La fine del gioco". Er wirkte dann auch bei der Herstellung mehrerer TV-Werbefilme wie etwa für das staatliche Flugunternehmen Alitalia mit. In den 1970er Jahren machte Amelio erstmals mit Filmen wie "La città del sole" (1973), "La morte al lavoro" (1978) und "Il piccolo Archimede" (1979) auch im internationalen Kino auf sich aufmerksam.

Seinen Durchbruch als international anerkannter Filmregisseur feierte Amelio 1990 mit "Porte aperte". Mit "Il ladro di bambini" inszenierte Gianni Amelio 1992 auf eindrucksvolle Weise die Gewissenskonflikte eines Carabinieri-Beamten in der heutigen italienischen Gesellschaft. 1994 trat er mit dem Film "Lamerica" an die Öffentlichkeit, der die damals aktuelle Flüchtlingsproblematik zwischen Albanien und Italien zum Gegenstand hat und dabei die skrupellosen Geschäfte mit der Not der Flüchtlinge seitens der Schlepperorganisationen aufdeckt. Der Regisseur wurde indes mit mehrere internationale Auszeichnungen für sein Filmschaffen geehrt.

Für "Porte aperte" erhielt er 1991 eine Oscar-Nominierung. 1992 wurde Amelio für "Il ladro di bambini" mit dem Nastro d’Argento, dem Felix Award und dem Großen Preis von Cannes ausgezeichnet. Ein weiteres Silberband (Nastro d’Argento) der Filmfestspiele von Venedig folgte 1994 für "Lamerica". Im selben Jahr erhielt er für sein Lebenswerk die Grolla d’Oro. 1996 folgte der spanische Filmpreis Goya ebenfalls für "Lamerica". Der Regisseur publizierte 1994 zum Film "Lamerica" auch ein Buch unter demselben Titel. Zugleich war Amelio auch als Regisseur für das Theater tätig: 1995 inszenierte er in Genuas Theater Carlo Felice das Stück "I pagliacci". Weitere Erfolgsfilme des Regisseurs waren 1998 "Così ridevano" und 2004 "Le chiavi di casa".

Im Jahr 2008 übernahm er von Nanni Moretti die Leitung des Torino Film Festivals.
1970:
La finde del gioco (TV)

1973:
La città del sole

1978:
La morte al lavoro

1979:
Il piccolo Archimede

1982:
Colpire al cuore;
I velieri

1989:
I ragazzi di Via Panisperna

1990:
Porte aperte (Offene Türen)

1992:
Il ladro di bambini (Gestohlene Kinder)

1994:
Lamerica

1998:
Così ridevano (So haben wir gelacht)

2004:
Le chiavi di casa (Die Hausschlüssel)

2006:
La stella che non c'è (Der fehlende Stern)

NameGianni Amelio

Geboren am20.01.1945

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSan Pietro Magisano (Provinz Catanzaro, Italien)