Biografie

Georges Rouault

Der französische Maler und Grafiker war ein Vertreter des Fauvismus. Dennoch unterschied er sich von den Fauvisten durch seine moralische Haltung. Georges Rouault gehörte dem Kreis um die École-de-Paris an. Seine Hauptmotivik lag in religiösen Themen, die er im expressionistischen Stil realisierte. In seinen Bildern beabsichtigte der Maler die Erfahrbarkeit seiner Darstellungen zu vermitteln. Darüber hinaus wandte sich Georges Rouault auch dem Motiv der gesellschaftlichen Randfiguren, wie Artisten, Prostituierten und Obdachlosen zu...
Georges Rouault wurde am 27. Mai 1871 in Paris geboren.

Rouault ließ sich ab dem Jahr 1885 in Abendkursen an der École des Arts Décoratifs im Zeichnen unterrichten. Im gleichen Jahr begann er eine Ausbildung zum Glasmaler, die er im Jahr 1890 beendete. Im Anschluss daran im Jahr 1890 besuchte er die École Nationale Superieure des Beaux-Arts. Ab dem Jahr 1892 unterrichtete ihn der Maler Gustave Moreau, der ihn mit der Mystik und der Religion in der Malerei vertraut machte. Schon in seiner Frühphase befasste sich Rouault mit der religiösen Malerei, die gleichfalls sein Interesse an der mittelalterlichen Kunst bezeugt.

In Moreaus Atelier begegnete er den Malern Henri Matisse und Henri Charles Manguin. Diese Thematik bestimmte dann auch zunächst seine Bildinhalte, es entstanden Werke mit alttestamentarischen und mythologischen Motiven. Aber Georges Rouault wandte sich auch der Landschaftsmalerei zu. In der Zeit von 1895 bis 1901 folgten Ausstellungen im "Salon des Artistes francais" in regelmäßigen Abständen. Der Tod seines Lehrers und Mentors Gustave Moreau im Jahr 1898 bedeutete einen tiefen Einschnitt im künstlerischen Schaffen von Rouault.

Er zog sich aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zurück und wurde Konservator des Musée Moreau; diese Stelle füllte er sein ganzes Leben lang aus. In seinem Stilausdruck trat ein Wechsel ein. Georges Rouault konzentrierte sich ab diesem Zeitpunkt auf den Expressionismus, der sich in stark betonten Farbgebung und in harten, eng beieinanderliegenden Kontrasten äußerte. Er malte im Stil der Pariser Fauvisten, grenzte sich aber von ihnen durch seine moralische Haltung ab. Zur Thematik seiner Bilder machte er gesellschaftliche Randfiguren wie Prostituierte, Clowns, Artisten oder Obdachlose.

So entstanden Bilder wie zum Beispiel "Dirne vor dem Spiegel" aus dem Jahr 1906 oder das um 1917 gemalte Werk mit dem Titel "Drei Clowns". Besonders die Bilder von Prostituierten in den Jahren von 1903 bis 1907 sollen auf Einfluss des Schriftstellers Léon Marie Bloy zurückgehen, der in seinem Roman mit dem Titel "La Femme pauvre" das dekadente Pariser Leben schildert. Persönlichen Einfluss nahm gleichfalls der französische Romancier Joris-Karl Huysmans. In der Zeit von 1903 bis 1908 stellte er regelmäßig im Salon d`Automne aus. Er wirkte zusammen mit Henri Matisse und Albert Marquet maßgeblich an dessen Gründung und Etablierung mit.

Im Jahr 1905 entstand das Werk mit dem Titel "Ringkämpfer" und im Jahr darauf der Titel "Mädchen mit erhobenen Armen". Sie gelten als ein Beispiel seines ausgereizten Expressionismus mit den harten, fahrigen Pinselschwüngen, die er voller Leidenschaft dahinlegte. Diese Phase dauerte in den beiden Jahren 1905 und 1906 an. Danach beschäftigte sich Georges Rouault mit keramischen Arbeiten, die ihn ab dem Jahr 1910 auch zu einem Ausdruck finden ließen. Die Bildoberfläche fiel weniger transparent aus und wurde weniger durchlässig. Die Farben in glühendem Ton erhielten eine Umrandung aus dunkeltönigen Konturen.

Zu der Thematik von Krieg, Leiden und biblischen Szenen fertigte Rouault in der Zeit von 1917 bis 1927 die Radierfolge mit dem Titel "Guerre et Miserere", die im Jahr 1948 unter dem Titel "Miserere" veröffentlicht wurde. Ab dem Jahr 1918 stand die Ölmalerei wieder mehr im Vordergrund, und biblische Themen beherrschten seine Motive. Zu dem Ballett "Der verlorene Sohn" des russischen Ballettmanagers Serge Diaghilew entwarf George Rouault im Jahr 1929 die Dekorationen. Seitdem wandte er sich der Impastomalerei zu, die er in einer für ihn beispielhaften reliefartigen Charakteristik realisierte.

Seinen Themen waren von diesem Zeitpunkt ab fast ausschließlich religiöser Art. Die beiden großformatigen Arbeiten mit dem Titel "Der verwundete Clown" aus dem Jahr 1932 und "Christus bei den Fischern" aus dem Jahr 1937 zählen zu seinen Meisterwerken. In den Jahren von 1934 bis 1935 fertigte Rouault die grafische Serie mit dem Titel "Passion" an. Sie kam im Jahr 1938 zur Veröffentlichung. 1948 fertigte er Buntglasfenster für die Kirche in Assy an. Rouaults künstlerisches Schaffen war vor allen Dingen religiös ausgerichtet. Er beabsichtigte mit diesen und anderen Werken die Erfahrbarkeit theologischer und existenzieller Bereiche mit dem Ausdruck des Expressionismus darzustellen.

Georges Rouault starb am 13. Februar 1958 in Paris.

NameGeorges Rouault

Geboren am27.05.1871

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortParis (F).

Verstorben am13.02.1958

TodesortParis (F).