Biografie

Georg Milbradt

Der habilitierte Finanzwissenschaftler engagiert sich seit 1973 bei der CDU, für die er nach der deutschen Einigung in die Landespolitik des neuen Bundeslandes Sachsen einstieg. Georg Milbradt war von 1990 bis 2001 sächsischer Finanzminister und ist seit 2001 Landesvorsitzender der CDU in Sachsen. Trotz Differenzen mit seinem Amtsvorgänger Kurt Biedenkopf stellt er von 2002 bis 2008 dessen Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen. Er wurde 2004 trotz beträchtlicher Stimmverluste bei den Landtagswahlen in Sachsen im Amt bestätigt und bildete eine Koalition mit der SPD...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Georg Milbradt wurde am 23. Februar 1945 in Eslohe geboren. Seine Eltern waren aus Posen zugewandert.

Die Familie zog bald nach Dortmund, wo Milbradt die Schule besuchte. 1964 machte er dort sein Abitur. Nach der Schule nahm Milbradt noch 1964 ein Studium der Mathematik, Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft an der Universität Münster auf. 1968 schloss er dort die Studien als Diplom-Volkswirt ab.

In den Jahren von 1970 bis 1980 war Milbradt als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Münster tätig, wo er am Institut für Finanzwissenschaft 1973 promovierte. Sein politisches Engagement begann Milbradt 1973: In diesem Jahr trat er der CDU bei. Nachdem er 1980 an der Universität Münster habilitiert hatte, war Milbradt zunächst bis 1983 als Lehrstuhlvertreter für Finanzwissenschaft und Volkswirtschaft an der Universität Mainz tätig.

Im Jahr 1983 wurde Milbradt zum Finanzdezernent der Stadt Münster berufen. Diese Funktion nahm er bis 1990 wahr. Nach der deutschen Wiedervereinigung trat Milbradt in die Politik des neuen Bundeslandes Sachsen ein: In den Jahren 1990 bis 2001 stellte er dort den Finanzminister unter Ministerpräsident Kurt Biedenkopf. Milbradt trat 1991 in den Landesvorstand der CDU in Sachsen ein. Bei den Landtagswahlen 1994 zog er in den Dresdener Landtag ein, in dem er seither vertreten ist.

Im Jahr 1999 berief man ihn zum stellvertretenden Landesvorsitzenden seiner Partei in Sachsen. Da Milbradt eine Debatte um die Nachfolge Biedenkopfs eröffnet hatte, wurde er von diesem zu Jahresbeginn 2001 entlassen. Im selben Jahr stieg er jedoch auch zum Landesvorsitzenden der CDU in Sachsen auf. Obwohl sein Vorgänger Biedenkopf andere Kandidaten favorisiert hatte, wurde Milbradt am 18. April 2002 zum neuen Ministerpräsidenten Sachsens gewählt.

Er regierte das Bundesland zunächst nur mit seiner Partei. Infolge der Landtagswahlen vom September 2004 musste die CDU jedoch eine Koalition mit der SPD eingehen. Milbradt wurde im November 2004 nach zwei Wahlgängen im Amt des sächsischen Regierungschefs bestätigt. Neben der beruflichen und politischen Tätigkeit war Milbradt auch weiterhin in der wissenschaftlichen Lehre tätig: Seit 1985 lehrte er als außerplanmäßiger Professor Wirtschaftswissenschaften an der Universität Münster.

Am 14. April 2008 kündigte er seinen Rücktritt von allen Ämtern für Ende Mai an. Er zog damit die Konsequenzen aus seiner Verwicklung in der Sachsen-LB-Affäre. Darin wurde er nicht nur wegen seiner Rolle als Finanzminister kritisiert, sondern auch, weil er (1996/1999) private Kredite von der Sachsen LB in Anspruch genommen hatte. Seinen Rücktritt hat Milbradt am 27. Mai 2008 eingereicht; am 28. Mai wurde Tillich zum 3. Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gewählt.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameGeorg Milbradt

Geboren am23.02.1945

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortEslohe (D).