Biografie

Friedrich Paulus

NameFriedrich Paulus

Geboren am23.09.1890

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBreitenau (D).

Verstorben am01.02.1957

TodesortDresden (D).

Friedrich Paulus

Der Militarist und Kriegsstratege zählte als Generalfeldmarschall der Wehrmacht im Russlandfeldzug zum Kreis der einflussreichsten Personen im nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler. Mit seinem Namen ist der spätere kriegentscheidende Verlust der 6. Armee an der Ost-Front verbunden, die von russischen Truppen im sogenannten Kessel von Stalingrad eingeschlossen wurde, ebenso wie auch der sinnlose Tod Tausender, die im Kessel bei Hunger und Kälte ihr Leben lassen mussten. Den sicheren Tod seiner Kameraden versuchte Friedrich Paulus, gegen den Willen des "Führers", mit der Kapitulation am 31. Januar 1943 zu verhindern. 1944 schloss sich Friedrich Paulus dem Nationalkomitee "Freies Deutschland" an und kämpfte mit zahlreichen Aufrufen für die Kapitulation des sogenannten "Dritten Reiches"...
Friedrich Wilhelm Paulus wurde am 23. September 1890 im hessischen Breitenau als Sohn des Rechnungsführers Ernst Paulus und dessen Ehefrau Bertha (geb. Nettelbeck) geboren.

Aufgewachsen ist er in bürgerlichen Verhältnissen. 1909 beendete er die Schule mit dem Abitur am Wilhelms Gymnasium in Kassel. Eine Bewerbung bei der Kaiserlichen Marine blieb ohne Erfolg. Im selben Jahr immatrikulierte sich Paulus für ein Semester an der Juristischen Fakultät Marburg. 1910 trat er als Fahnenjunker in die preußische Armee ein, die Paulus in Rastatt bei Baden-Baden stationierte. Bereits 1911 erfolgte seine Beförderung zum Leutnant. 1912 heiratete er die rumänische Adelstochter Elena Rosetti Solescu. Aus dieser Beziehung gingen drei Kinder hervor.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurde Friedrich Paulus zum Bataillonsadjutant der Infanterie ernannt. Ab 1915 diente er als Ordonnanzoffizier in diversen Generalstäben. Seine glänzende militärische Karriere während des Krieges beendete er 1918 als Generalstabsoffizier mit Beförderung zum Hauptmann sowie der Auszeichnung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse. Während der Novemberrevolution 1918/19 beteiligte er sich an Kämpfen des Freikorps "Grenzschutz Ost". Ab 1920 diente Friedrich Paulus am Infanterieregiment in Koblenz, bis er 1922 zum Lehrgang für Generalstabsoffiziere nach Berlin ans Reichswehrministerium berufen wurde.

Ab 1923 führte er das Generalstabskommando in Kassel. Aus dieser Funktion wechselte er von 1924 bis 1927 als Generalstabsoffizier der Infanterie nach Stuttgart. Von 1927 bis 1929 diente er als Kompaniechef im Truppendienst eines Infanterieregiments mit anschließender "Taktiklehre einer Division". Als glänzender Führer für strategische Kriegsführung wurde Paulus 1931 zum Major berufen und als Lehrgangsleiter ans Reichsministerium Berlin bestellt. Mit der Machübernahme der Nationalsozialisten trat Paulus ins Interesse der neuen Führungsriege. Zentrale Bedeutung erfuhr der Aufbau von Panzern und Truppentransportern gestützter Armeen.

Im September 1935 wurde Paulus als Nachfolger von Heinz Guderian Chef des Generalstabs für Kraftfahrttruppen in Berlin. In diesem Amt stand Paulus unter direkter Aufmerksamkeit von Adolf Hitler, der den Ausbau persönlich vorantrieb. Bereits 1938 wurde er zum Generalsstabschef des XVI. Armeekorps in Berlin befördert. Ab August 1939 und im Zuge der geheimen Mobilmachung der Wehmacht, übernahm Friedrich Paulus den Befehl der 10. Armee in Leipzig. Im September 1939 führte Paulus die 6. Armee in den Überfall auf Polen. 1940 nahm er am Feldzug gegen Belgien und Frankreich teil. Paulus verdiente sich indes größte Anerkennung in der Machtzentrale, worauf er zum strategischen Berater des Generalstabs für die Invasion gegen England berufen wurde.

Im September 1940 erfolgte seine Ernennung zum Generalquartiermeister im Generalstab des Heeres. In Zossen erarbeitete er den Aufmarschplan für den Überfall auf Russland. Paulus trat dem Plan skeptisch gegenüber. Im Oberkommando der Wehrmacht kam es daher zu Spannungen mit Wilhelm Keitel und Alfred Jodl. Der Stratege fand früh Schwachstellen in der Versorgung entfernter Truppen, die er auch General Erwin Rommel bei einer Inspektion in Afrika vorwarf. Trotz seiner Kritik am Russlandfeldzug kam Paulus dem Wunsch des Führers nach und erklärt ihm seinen Gehorsam.

Ab Januar 1942 befahl er die 6. Armee durch die Winterkrise, die zu jenem Zeitpunkt bei Charkow in der Ukraine stand. Das Vorrücken der Roten Arme in der zweiten Offensive gegen Charkow konnte Paulus im Mai noch souverän aufhalten. Damit befand sich Friedrich Paulus auf dem Höhepunkt seiner militärischen Karriere. Die von der Kriegspropaganda ausgeschlachtete Erfolgsgeschichte des Generals bescherte ihm in der Heimat große Popularität. Von Juni bis August 1942 rückte Paulus in der Sommeroffensive nach Osten bis zur Donsteppe Richtung Wolga vor.

Im August 1942 erreichte Paulus Stalingrad. Die zurückgedrängte Rote Armee zog sich in der Überzahl in den Stadtkern zurück. Der weitere deutsche Vormarsch im September hatte die Umlagerung der Stadt zum Ziel. Im November reagierte die Rote Armee mit dem Angriff an den ungesicherten Flanken der Stadt. Die Gegenoffensive drohte dass die zu weit vorgerückten Truppen eingeschlossen würden. Dem Bitten Paulus, sich wieder zurück zuziehen um den Nachschub zu sichern, kam Hitler nicht nach. Hermann Göring hatte Hitler zuvor die Nachschubversorgung aus der Luft garantiert.

Am 29. November 1942 wurde die 6. Armee mit über 220.000 Mann eingeschlossen. Der Nachschub aus der Luft brach kurz darauf durch die russische Flugabwehr zusammen. Die Nachfolgende 4. Panzerarmee, die den Kessel aufsprengen sollte, blieb 50 Kilometer vor Stalingrad im Schneematsch stecken. Eine Kapitulationsaufforderung lehnte Paulus am 8. Januar auf Hitlers Befehl ab. Am 30. Januar ernannte Hitler Friedrich Paulus zum Generalfeldmarschall. Verbunden war die Beförderung mit dem nochmaligen Befehl, bis zum letzten Mann zu kämpfen. Kurz darauf wurde die Wehrmacht im Kessel nochmals von einander in den Süd- und Nordkessel geteilt. Die Mehrzahl der Soldaten starb nun an Hunger und Kälte.

Mit 90.000 Mann erklärte Paulus, gegen den Befehl von Hitler, am 31. Januar 1943 die Kapitulation im Südteil der Stadt. Die Kapitulation des Nord-Kessels folgte wenige Tage später. Die Reste der 6. Armee gingen in russische Kriegsgefangenschaft, wo nochmals unter grausamen Bedingungen ihre Zahl dezimiert wurde. In Haft beteiligte sich Paulus, im Auftrag des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD), an zahlreichen Aufrufen zur Kapitulation der Deutschen Wehrmacht.

Ab 1946 trat Paulus beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess als Zeuge der Anklage auf. Im Anschluss blieb Friedrich Paulus bis 1953 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Später ließ er sich in Dresden nieder, wo er sich an der Initiative von "Gesamtdeutschen Offizierstreffen" beteiligte.

Friedrich Paulus starb am 1. Februar 1957 in Dresden.

Beigesetzt wurde Paulus auf dem Stadtfriedhof in Baden-Baden. Im Jahr 1960 wurde unter dem Titel: "Ich stehe hier auf Befehl" sein dokumentarischer Nachlass veröffentlicht.

NameFriedrich Paulus

Geboren am23.09.1890

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBreitenau (D).

Verstorben am01.02.1957

TodesortDresden (D).

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