Biografie

Friedrich Maximilian Klinger

Der Schriftsteller ist einer der bedeutendsten Dramatiker der Sturm-und-Drang-Zeit. Mit seinem Schauspiel "Sturm und Drang" von 1776 verlieh er dieser literarischen Epoche ihre Bezeichnung. Seine Werke knüpfen an die Dramaturgie von William Shakespeare an und beinhalten sowohl Gesellschaftskritik als auch starke Gefühlsmomente. In seiner späten Schaffensperiode entstanden mit Titeln wie "Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt" (1791) wichtige Romanwerke. In seinen philosophischen Romanstücken lehnt sich Friedrich Maximilian Klinger an die kritische Geschichts- und Gesellschaftsauffassung von Jean-Jacques Rousseau an...
Friedrich Maximilian Klinger wurde als Sohn eines Stadtartilleristen am 17. Februar 1752 in Frankfurt a.M. geboren.

Klinger verbrachte seine Kindheit in armen Verhältnissen. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1760 verdingte sich die Mutter als Krämerin und Wäscherin. Dennoch besuchte er das Gymnasium. Durch die Unterstützung von Johann Wolfgang von Goethe begann Klinger im Jahr 1774 in Gießen Jura, Theologie und Literatur zu studieren. Ebenfalls mit Hilfe von Goethe wurden Klingers dramatische Frühwerke "Otto" (1775) und "Das leidende Weib" (1775) im Leipziger Verlag von Friedrich Weygand publiziert. Mit den ersten Erfolgen als Dichter gab er im Jahr 1776 das Studium auf. Klinger versuchte sich als hauptberuflicher Schriftsteller in Weimar, doch eine Auseinandersetzung mit Goethe brachte den Plan zum Scheitern.

In den Jahren von 1776 bis 1778 war er als Schauspieldramaturg und Schauspieler bei der Theatergruppe von Abel Seyler tätig und zog mit ihr umher. In dieser Zeit kam nicht nur sein Werk "Sturm und Drang" in Leipzig zur Aufführung, sondern er machte auch die Bekanntschaft von Gotthold Ephraim Lessing und Friedrich Heinrich Jacobi. Im Anschluss an diese Zeit wurde er von 1778 bis 1779 Soldat im österreichischen Heer. 1780 hielt er sich in der Schweiz auf. Danach wurde er Vorleser am Fürstenhof in St. Petersburg. Es folgte der Einstieg in den russischen Militärdienst, in dem er erfolgreich Karriere machte. Im Anschluss daran, 1782, unternahm er eine Reise durch Europa. Dabei kam sein dramatische Werk "Elfriede" im Jahr 1783 in Paris zum Abschluss. Nach seiner Rückkehr heiratete Klinger die Tochter eines Oberst. 1788 wurde er Kapitän, 1798 Generalmajor und im Jahr 1801 Direktor des Kadettenkorps.

In dieser Laufbahn wurde Klingers Suche nach einem festen Platz in der Gesellschaft bestätigt. Darin übertraf er sogar den gesellschaftlichen Rang von Goethe. Nach dem Ausscheiden aus der Militärlaufbahn wurde Klinger Beamter im Erziehungswesen. Dann erfüllte er in den Jahren von 1803 bis 1816 die Funktion eines Kurators der Universität Dorpat in Estland. 1811 wurde die ehemals freundschaftliche Verbindung zu Goethe wieder aufgenommen. Mit der Restauration verlor Maximilian Klinger im Jahr 1816 zunächst die Stelle als Kurator und dann 1820 alle weiteren Funktionen. Klinger avancierte zu den wichtigsten Vertretern der Dramatiker in der Sturm-und-Drang-Zeit. Mit seinem Schauspiel "Sturm und Drang" von 1776 lieh er dieser literarischen Epoche ihr Bezeichnung. Zunächst sollte das Stück mit dem Titel "Wirrwarr" versehen werden.

Klingers Werke knüpfen an die Dramaturgie von William Shakespeare an, eine Begeisterung für diesen Autor, die er mit vielen Dichterkollegen dieser Epoche teilte. Er verbindet darin Gesellschaftskritik mit der Darstellung von starken Gefühlen und extremen Leidenschaften – oftmals in ihren zerstörerischen Wirkungen. In Klingers Werken, wie zum Beispiel in dem preisgekrönten Stück "Die Zwillinge" (1776), wird das Scheitern von Kraftnaturen aufgezeigt. Aber auch umgekehrt in dem epochebezeichnenden Werk "Sturm und Drang" wird ein Beispiel geglückter Selbstverwirklichung gegeben. In den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts konzentrierte sich Maximilian Klinger auf das Verfassen von historischen Dramen und auf die Bearbeitung antiker Stoffe mit Bezug auf die zeitgenössische Gesellschaft.

Besonders sein Spätwerk ist literarisch bedeutsam. Es hebt an mit dem Titel "Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt" (1791), der sich mit dem Legendenstoff um Johann Faust beschäftigt. Ein Zyklus philosophischer Romane blieb Fragment. In den zehn fertig gestellten Werken folgte Klinger dem französischen Philosophen und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau in seiner kritischen Auffassung von Gesellschaft und Geschichte.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Die neue Arria" (1776), "Simsone Grisaldo" (1776), "Plimplamplakso, der hohe Geist, heut Genie" (1780), "Prinz Seiden-Wurm" (1780), "Theater" (1786–1787), "Neues Theater" (1790), "Medea in Korinth und Medea auf dem Kaukasus" (1791), "Geschichte Gisfars des Barmeciden" (1792–1794), "Geschichte Raphaels de Aquillas" (1793), "Reisen vor der Sündfluth" (1795), "Der Faust der Morgenlaender" (1797), "Geschichte eines Teutschen der neusten Zeit" (1798), "Der Weltmann und der Dichter" (1798), oder "Betrachtungen und Gedanken über verschiedene Gegenstände der Welt und der Litteratur" (1803–1805).

Friedrich Maximilian Klinger starb am 25. Februar 1831 in Dorpat in Estland.

NameFriedrich Maximilian Klinger

Geboren am17.02.1752

GeburtsortFrankfurt a.M. (D).

Verstorben am25.02.1831

TodesortDorpat (GB).