Biografie

François Hollande

Der französische Politiker stellt seit 2012 den Staatspräsidenten der Französischen Republik. Der Sozialist löste den konservativen Amtsinhaber und Gegenkandidaten Nicolas Sarkozy ab. François Hollande wurde nach einer erstmaligen offenen Vorwahl unter den Sozialisten in die Präsidentschaftswahl geschickt, nachdem sein aussichtsreicher Parteigenosse Dominique Strauss-Kahn auf die Bewerbung verzichtete, weil er mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert war. Sein Wahlbekenntnis, ein Präsident für alle Franzosen zu sein, gab seinen Siegesaussichten einen weiteren Schub und machte ihn zum Favoriten. Gleich zu Anfang setzte der neue Staatspräsident gegen die deutschen Sparpolitik Wachtumsakzente in der EU-Politik...
François Hollande wurde am 12. August 1954 als Sohn eines Arztes und einer Sozialarbeiterin in Rouen in der Normandie geboren.

Bereits als Schüler schloss er sich den Ideen der Sozialisten an. Nach der Schule studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Panthéon-Assas Paris II, die er mit dem Diplom abschloss. Anschließend besuchte er das Institut d’Etudes Politiques, die Elitehochschule für Verwaltungsbeamte Ecole Nationale d’Administration (ENA) und die Wirtschaftsuniversität Ecole de Hautes Etudes Commerciales, HEC. An letzterer leitete er 1974 den Unterstützungsausschuss des sozialistischen Kandidaten und späteren Staatspräsidenten François Mitterrand. Während des Studium lernte er die spätere Präsidentenkandidatin (2007) und Parteikollegin Ségolène Royal kennen. Mit ihr lebte er rund 30 Jahre zusammen. Aus dieser Verbindung gingen die vier Kinder Thomas, Clémence, Julien und Flora. Die Ecole Nationale d’Administration (ENA) schloss er 1980 mit der siebtbesten Promotion ab.

Im Jahr 1979 trat er der Sozialistischen Partei (PS) bei. Nach dem Studienabschluss schlug Hollande 1980 eine Karriere am französischen Rechnungshof ein. Er unterstützte François Mitterrand bei den Wahlen zum Staatspräsidenten, die er 1981 gewann. Das neue Staatsoberhaupt holte ihn als Sonderbeauftragten in das Präsidialamt. Unter dem sozialistischen Premierminister Pierre Mauroy führte er die Berater des jeweiligen Regierungssprechers an. 1981 trat Françoise Hollande zur Kandidatur für ein Abgeordnetenmandat im Wahlkreis des zentralfranzösischen Departements Corrèze (Region Limousin) gegen Jaques Chirac an, die er aber verlor. Zwei Jahre später wurde er zum Staatssekretär des Regierungssprechers befördert. Erst 1988, nach der Wiederwahl von François Mitterrand, gelang ihm dann die Kandidatenwahl in einem anderen Wahlkreis des Departements und er zog in die Nationalversammlung ein.

Im Jahr 1993 verlor er das Mandat wieder. Mit den wieder erstarkten Linken, die erneut die Macht übernahmen, wurde er 1997 Nationalsekretär der PS und er war in dieser Zeit für Wirtschaftsfragen zuständig. Hollande wurde Mitglied des Regionalrats von Limousin. In der Zeit von 2001 bis 2008 hatte er das Amt des Bürgermeisters von Tulle, der Hauptstadt des Departements Corrèze, inne. Danach wurde Hollande dort Präsident des Departementrats. Im Jahr 2002 erlitten die Sozialisten eine Wahlniederlage bei den Präsidentschaftswahlen, dennoch wurde Hollande erneut zum Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt. Nach der Niederlage von Parteikollegin Ségolène Royal bei den Präsidentschaftswahlen 2007 wurde Hollande im Jahr darauf zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Corrèze gewählt. Sein Amt des Parteivorsitzenden der PS gab er ab.

Die offenen Vorwahlen der Sozialisten zur Präsidentschaftskandidatur gewann er im Oktober 2011 gegen die amtierende Parteivorsitzende Martine Aubry. Am 22. Oktober 2011 wurde er als Kandidat der Sozialistischen Partei und der linksradikalen Gruppierungen für die Wahl zum Präsidenten 2012 aufgestellt. Am 6. Mai 2012 wurde Françoise Hollande zum siebten Staatspräsidenten der V. Republik gewählt. Er ist der zweite sozialistische Präsident der V. Republik nach François Mitterrand (1981 – 1995). Nach seinen Wahlversprechen versucht der sozialistische Präsident, innenpolitisch nicht wie sein Vorgänger Sarkzy zu polarisieren, sondern mehr Gerechtigkeit für alle Franzosen walten zu lassen. So gehören die teilweise Wiedereinführung der Rente mit 60 oder die Beschneidung von Managergehältern zu diesen Maßnahmen.

In der EU-Politik setzte Hollande gleich am Anfang seiner Präsidentschaft ein Gegengewicht zur deutschen Europapolitik, indem er auch auf Wachstum in den einzelnen EU-Staaten setzt. Auch im militärischen Bereich, in der NATO-Politik, setzte er Akzente und kündigte einen früheren Abzug der französischen Truppen aus Afghanistan als geplant an.

Privat spielt François Hollande gerne Fußball. Er unterstützt behinderte und benachteiligte Menschen und ist Vorsitzender des Nationalen Beirats für Menschen mit Behinderung. Er hört bevorzugt französische Chansons, liest klassische Literatur und besitzt zudem einen ausgeprägten Sinn für Humor. Hollande ist mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert und damit der erste französische Staatspräsident, der mit einer Lebenspartnerin in den Élysée-Palast einzog.

NameFrançois Hollande

Geboren am12.08.1954

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortRouen Normandie (F).