Biografie

Martin Buber

NameMartin Buber

Geboren am08.02.1878

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortWien (A).

Verstorben am13.06.1965

TodesortJerusalem (IL).

Martin Buber

Der Religionsphilosoph machte durch seine Schriften den Chassidismus, eine antirationale jüdische Glaubensbewegung, der westlichen Welt bekannt. In seinem Werk "Ich und Du" führte er seinen philosophische Haltung erstmals deutlich aus. Da sich der Mensch in der Welt zwiefältig verhält, ist sie ihm auch zweifältig gegeben. Diese Haltung wird geprägt durch die beiden Grundwortpaare Ich-Du und Ich-Es. Sie manifestieren die Einstellung zur Welt als Beziehung oder als Erfahrung. Martin Buber sprach damit auch gesellschaftsproblematische Fragen an wie zum Beispiel das Leben als Begegnung...
Martin Buber wurde als Sohn einer jüdischen Familie am 8. Februar 1878 in Wien geboren.

Bubers Eltern ließen sich scheiden. Er verbrachte seine Kindheit und einen Großteil seiner Jugend bei den Großeltern in Lemberg. Er absolvierte das Gymnasium in Lemberg mit dem Abschluss Abitur. Ab dem Jahr 1886 studierte er an der Universität Wien die Fächer Philosophie, Psychiatrie und Germanistik. Später wechselte er nach Leipzig, Berlin und Zürich. 1898 rief er in Leipzig einen Verein jüdischer Studenten und eine zionistische Gruppe ins Leben. Im Jahr darauf heiratete er Paula Winkler. Sie verfasste als Schriftstellerin unter dem Pseudonym Georg Munk literarische Texte. Im gleichen Jahr beteiligte sich Buber als Delegierter am Dritten Zionistenkongress in Basel, und er wurde redaktionell tätig für die Zionistenzeitschrift "Die Welt". Im Jahr 1901 war er als Vertreter der Kulturzionisten erneut unter den Teilnehmern des Zionistenkongresses in Basel.

Im Jahr darauf gründete er mit anderen einen jüdischen Verlag, der die kulturelle und geistige Erneuerung des Judentums verfolgte. 1903 schloss er sein Studium mit der Promotion ab und gab zugleich die zionistische Arbeit auf. In der Zeit von 1905 und 1906 hielt er sich in Florenz auf. Dort verfasste er die beiden Stücke "Die Geschichte des Rabbi Nachman" und "Die Legenden des Baalschem", die beide im Jahr 1908 zur Veröffentlichung kamen. Martin Buber siedelte im Jahr 1906 nach Berlin über. Dort gab er die Schriftensammlung "Die Gesellschaft" mit sozialpsychologischer Thematik heraus. Im Jahr 1910 übersetzte er die "Reden und Gleichnisse des Tschuang Tse". Bubers "Drei Reden über das Judentum", die in der Zeit zwischen 1909 und 1911 publiziert wurden, signalisieren sein wiedererwachtes Interesse am Zionismus. Seine Prosadichtung mit dem Titel "Daniel" erschien 1913. Darin suchte Buber die westliche Lebensphilosophie mit der östlichen Mystik zu vereinen. In diese Zeit fallen seine Pläne, eine jüdische Schule in Deutschland zu gründen. Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs befasste sich Martin Buber im Jahr 1916 wieder mit der zionistischen Bewegung.

Im gleichen Jahr siedelte er nach Heppenheim an der Bergstraße um. In der Zeit von 1916 bis 1924 redigierte Buber die monatliche Zeitschrift "Der Jude", hinter der die jüdische Neubesinnung stand. Ab dem Jahr 1919 füllte er verschiedene Lehrtätigkeiten aus. So arbeitete er an der Akademie der Arbeit, am Freien jüdischen Lehrhaus und an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er engagierte sich für eine Reform des Bildungswesens. Im Jahr 1921 nahm er am 12. Zionistenkongress in Karlsbad teil und gleichzeitig gab er die Parteiarbeit wieder auf. 1923 wurde seine Schrift "Ich und Du" veröffentlicht. Hier kam erstmals seine philosophische Stellung deutlich zum Ausdruck. Im gleichen Jahr lehrte er Religionswissenschaft und jüdische Ethik an der Universität Frankfurt am Main. Es war der einzige Lehrauftrag dieser Art in ganz Deutschland. Ab dem Jahr 1924 lehrte er in Deutschland, in der Schweiz und in Holland in freien Lehrgruppen.

Im Jahr darauf begannen zusammen mit Franz Rosenzweig die Arbeiten zur Übersetzung der Bibel. Nach dem Tod Rosenzweigs setzte Buber die Tätigkeit allein fort. 1961 lag die Übersetzung fertig vor. In dem Werk "Die Schrift und ihre Verdeutschung" äußern sich Buber und Rosenzweig zu ihrer grundsätzlichen Auffassung über die Übersetzungstätigkeit. 1930 wurde Martin Buber Honorarprofessor für Sozialwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main. Zwei Jahre später wurde sein literarisches Werk mit dem Titel "Königstum Gottes" publiziert. Darin verarbeitete er auch biblische Stoffe. Im Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 gab Buber seine Professorentätigkeit auf. Buber engagierte sich an der Etablierung einer "Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung". 1935 wurde er mit einem Lehrverbot belegt. Noch vor den Judenpogromen im November 1938 zog sich Martin Buber nach Jerusalem zurück. Dort erhielt er einen Posten als Professor für Sozialpsychologie. Darüber hinaus beteiligte er sich an der jüdischen Erziehungsarbeit.

In seiner im Jahr 1944 veröffentlichten Schrift "Israel und Palästina" plädiert Buber für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern. Das Werk wurde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. 1947 reiste er erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder nach Europa. In Jerusalem engagierte er sich für die Erwachsenenbildung und gründete dazu ein Seminar, dessen Leiter er bis zum Jahr 1953 blieb. Buber erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1953 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Frankfurt überreicht. 1963 ehrte man ihn mit dem niederländischen Erasmus-Preis. Und die Universität Heidelberg zeichnete ihn mit der Ehrendoktorwürde aus. In der Zeit von 1960 bis 1962 leitete Martin Buber die Akademie der Wissenschaften in Israel als ihr Erster Präsident.

Martin Buber starb am 13. Juni 1965 in Jerusalem.

NameMartin Buber

Geboren am08.02.1878

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortWien (A).

Verstorben am13.06.1965

TodesortJerusalem (IL).

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