Biografie

Ernst August von Hannover

Der gelernte Landwirt ist Abkömmling des ältesten europäischen Adelsgeschlechts der Welfen, die wesentlich die deutsche Geschichte mitgestalteten. Er ist ein Urenkel des Deutschen Kaisers Wilhelm II. und der älteste lebende Nachkomme König Georgs III. von Großbritannien und Irland in männlicher Linie. Aus dem Geschlecht der Welfen wurde er Oberhaupt des ehemals kurfürstlichen, zuletzt (bis 1866) königlichen, Hauses Hannover und des ehemals herzoglichen Hauses von Braunschweig. Ernst August Prinz von Hannover sorgt oft für vorwiegend skandalöse Schlagzeilen in den Medien. Für den langwierigen Privatkrieg, den er gegen Verleger und Journalisten führt, scheut er weder Kosten noch Handgreiflichkeiten...

Die europäischen Königs- und Fürstenhäuser
Ernst August V. Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg wurde am 26. Februar 1954 als Sohn von Ernst August IV. Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und Ortrud zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geboren.

Seine welfischen Vorfahren schrieben – wie etwa Heinrich der Löwe im Mittelalter oder Ernst August als Schwiegersohn Wilhelms II. im Kaiserreich – deutsche Geschichte. Nach der Schule absolvierte Ernst August in Großbritannien und Kanada eine Ausbildung zum Landwirt. Im Anschluss daran zog es den Prinzen zum Dokumentarfilm: Er stellte vor allem Tierfilme her, die er erfolgreich absetzen konnte. 1981 heiratete er die bürgerliche Schweizerin Chantal Hochuli, mit der er zwei Söhne hat: Ernst August VI. (1983) und Christian Heinrich (1985). Gegen Jahresende 1987 wurde Ernst August infolge des Todes seines Vaters zur führenden Persönlichkeit des Hauses Hannover, der die Verwaltung des Familienbesitzes in Deutschland, Großbritannien und Österreich oblag.

Im November 1988 nahm sich der älteste Bruder des Prinzen, Ludwig Rudolph (1955-1988), das Leben, nachdem seine Frau, Isabella von Thurn und Valsassina, an Drogenmissbrauch gestorben war. Die Familie und insbesondere ihr führender Prinz zogen so immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Ernst August pflegte indes einen aufwändigen Lebensstil in seiner Londoner Villa oder auf Schloss Calenberg bei Hannover. Nachdem die deutsche Illustrierte "Bunte" ein Interview mit der Freundin des Prinzen, Prinzessin Caroline von Monaco, publiziert hatte, das offenbar nie geführt worden war, setzte dessen Anwalt 1996 das höchste Schmerzensgeld in der deutschen Pressegeschichte gerichtlich durch: Der verantwortliche Verlag von Hubert Burda musste 180.000 DM an die Prinzessin zahlen.

Dennoch ließ sich die Boulevardpresse nicht davon abbringen, auch weiterhin die Eheprobleme des Prinzen zu kolportieren, die durch dessen Beziehungen zu Prinzessin Caroline von Monaco hervorgerufen wurden. 1997 zog die Frau Ernst Augusts die Konsequenzen und ließ sich von dem Prinzen scheiden. Auf das gesteigerte Medieninteresse reagierte Ernst August nun immer heftiger. Nach einem tätlichen Angriff auf einen TV-Journalisten im Januar 1998 wurde der Welfe als "Prügel-Prinz" tituliert. Obwohl er den Streit mit dem Journalisten letztendlich juristisch verlor, entwickelte Ernst August kurz darauf eine mehrmonatige gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Burda-Verlag, dessen Illustrierte "Bunte" er die ungenehmigte Veröffentlichung von Fotos zur Last legte.

Der Streit um eine angebliche Verletzung der Persönlichkeitsrechte wurde durch ganzseitige Anzeigenkampagnen, die beide Seiten in der Tagespresse schalteten, auch in einer breiten Öffentlichkeit ausgetragen. Im Mai 1998 gewann der Prinz den Rechtsstreit: Die "Bunte" wurde abermals zur Zahlung eines Schmerzensgeldes, diesmal in Höhe von 100.000 DM, verurteilt. Nach Jahresbeginn 1999 entbrannte in der langjährigen Auseinandersetzung zwischen dem Prinzen und den Medien ein neuer Streit: Ernst August wandte sich vehement gegen den in der Presse erhobenen Vorwurf, das Haus Hannover sei während des Nationalsozialismus an der Arisierung jüdischen Besitzes beteiligt gewesen. Am 23. Januar 1999 heiratete Ernst August in zweiter Ehe Prinzessin Caroline von Monaco.

Im Juni 2000 soll Ernst August auf der Expo in Hannover an den Ausstellungspavillon der Türkei uriniert haben. Nachdem die zuständige "Bild"-Redaktionsleiterin, die den Vorfall publiziert hatte, zum Opfer obszöner Beleidigungen seitens Ernst Augusts geworden war, zeigte sie den Prinzen wegen Beleidigung an. Im Mai 2001 bescherte der tätliche Angriff, den Ernst August gegen eine Fotografin auf den Salzburger Festspielen unternommen hatte, dem Prinzen eine Geldbuße von 800.000 DM. Im März 2003 wurde bekannt, dass die österreichische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Prinzen wegen vorsätzlicher Körperverletzung erhob, nachdem Ernst August Ende Februar bei einer öffentlichen Veranstaltung in Zürs einem Tontechniker in den Hintern getreten haben soll.

Seit 2004 ist Ernst August wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft, nachdem er im Januar 2000 einen deutschen Hotelier in Kenia verletzt haben soll und deshalb zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt wurde. Er strebte ein Wiederaufnahmeverfahren an, welches im März 2007 vom Landgericht Hildesheim in erster Instanz abgelehnt wurde. Im April 2005 wurde Prinz Ernst August wegen einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung intensivmedizinisch behandelt. Aufgrund der Schwere seiner Erkrankung konnte er nicht an den Beisetzungsfeierlichkeiten seines Schwiegervaters Fürst Rainier III. von Monaco teilnehmen.

Im August 2005 stellte ihm die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über eine Geldstrafe zu, da er im Jahr 2003 bei einer Veranstaltung in Österreich einen Journalisten beleidigt und verletzt haben soll.


Die europäischen Königs- und Fürstenhäuser

NameErnst August von Hannover

Geboren am26.02.1954

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortHannover (D).