Biografie

Erich Maria Remarque

Der deutsche Schriftsteller wurde mit seinem Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" (1928/29) zum internationalen Bestsellerautor. Darin verarbeitete Erich Maria Remarque persönliche Erlebnisse und Erfahrungen im Ersten Weltkrieg in der einprägsamen Geschichte des Soldaten Paul Bäumer und seiner Leiden. Die realistische Darstellung spaltete das Publikum in begeisterte Pazifisten und empörte Militaristen, die – wie die Nationalsozialisten auch – in dem Buch eine Verunglimpfung des deutschen Soldaten sahen. Einen zweiten großen Erfolg landete er mit dem Titel "Arch of Triumph" (1945)...
Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück als Sohn des katholischen Buchdruckers Peter Remark geboren.

Remarque, mit eigentlichem Namen Erich Paul Remark, besuchte nach der Schule das katholische Lehrerseminar in Osnabrück. 1916 wurde er als Freiwilliger zu den Kämpfen an der Westfront eingezogen. Er wurde verwundet und kam bis zum Kriegsende in ein Lazarett in seiner Heimat. Nach dem Krieg nahm er verschiedene Arbeiten an so zum Beispiel als Händler, Organist, Lehrer oder Theater- und Konzertkritiker bei der "Osnabrücker Tageszeitung". Darüber hinaus erschienen vom ihm Gedichte und Prosatexte. 1920 wurde sein impressionistischer Künstlerroman "Die Traumbude" veröffentlicht. Im Auftrag einer Werkzeitung reiste Remarque in die Schweiz, nach Jugoslawien, in die Türkei, nach Italien, England und Belgien.

Ab 1925 war er als Redakteur für die Berliner Zeitung "Sport im Bild" tätig. 1929 erschien sein Roman "Im Westen nichts Neues". Er wurde ein Welterfolg. Der Schriftsteller stellt dort seine eigenen Kriegserfahrungen dar anhand der Figur des 19-jährigen Soldaten Paul Bäumer, anhand seiner Leiden und seines Todes. Dabei entlarvt er den von oben als propagandistisch umschmeichelten erhabenen Heldentod als unfreiwilliges grausames Sterben auf dem Kriegsfeld. Seine realistische Darstellung wird zu einem anklagenden Ruf gegen den Kriegswahnsinn. Der Titel wurde in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und insgesamt dreimal verfilmt. In Deutschland rief das Buch geteilte Meinungen hervor: Einerseits begeisterten sich die Pazifisten für die Antikriegsdarstellungen, andererseits empörten sich die Militaristen über die Beschreibungen der Frontsoldaten, die sie als Beleidigung erkannten.

Auch die Nationalsozialisten waren dieser Meinung und verbrannten die Bücher Remarques. 1930 wurde die erste Verfilmung von "Im Westen nichts Neues" von dem amerikanischen Regisseur Lewis Milestone besorgt. 1931 schrieb der Autor eine Fortsetzung seines Welterfolges mit dem Titel "Der Weg zurück" als Schilderung über die Kriegsheimkehrer. 1932 emigrierte Remarque in die Schweiz. Dort wohnte er in der ehemaligen Villa des Schweizer Malers Alfred Böcklin. Zusammen mit der Schriftstellerin Elke Lasker-Schüler sucht er nach Fluchtwegen für Emigranten. Im Mai des darauffolgenden Jahres wurden seine Bücher aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt und öffentlich verbrannt. Sie wurden gebranntmarkt mit dem Vermerk "Literarischer Verrat am Soldaten des Weltkriegs".

Im Jahr 1937 wurde sein Roman "Three Comrades" in London veröffentlicht, ein Jahr darauf in Amsterdam in deutscher Sprache. 1938 wurde ihm die deutsche Staatbürgerschaft aberkannt. Im gleichen Jahr erschien das Buch "Drei Kameraden", das auch verfilmt wurde. Ein Jahr später floh er in die USA. Dort wurden zahlreiche seiner Romane verfilmt, unter anderem in der Starbesetzung mit David Niven oder Barbara Stanwyck. Er selbst spielte in seiner englischen antifaschistischen Buchvorlage "A Time to Love and a Time to Die" eine kleine Nebenrolle neben Liselotte Pulver, Dieter Borsche, Barbara Rüttig und Klaus Kinski. Machte ihn sein erster Welterfolg "Im Westen nichts Neues" finanziell unabhängig, so wurde er in den USA zum gemachten Schriftsteller. Zwei Jahre darauf, 1941, erschien sein englischsprachiger Roman "Flotsam" in London. In Deutsch wurde der Titel als "Liebe Deinen Nächsten" in Stockholm vorgestellt.

Ab 1945 lebte Remarque abwechselnd in New York und im schweizerischen Porto Ronco. 1946 kam sein zweiter literarischer Welterfolg heraus, der zunächst in den USA veröffentlichte Exilroman "Arch of Triumph". Darin schildert er das Leben deutscher Emigranten vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten. Seine weiteren Bücher konnten an die zwei literarischen Erfolge nicht mehr anschließen. Ein Jahr darauf wurde Remarque amerikanischer Staatsbürger. 1952 wurde sein gegen den Krieg gerichteter Romantitel "Funke des Lebens" publiziert. 1954 folgte das Buch "Zeit zu leben und Zeit zu sterben", dessen Handlung sich im nationalsozialistischen Deutschland abspielt. Zwei Jahre darauf folgte die Publikation von "Der schwarze Obelisk", ein Roman aus der Zeit der Weimarer Republik.

Im Jahr 1963 erschien das Romanwerk "Die Nacht von Lissabon", das sich gleichfalls gegen den Krieg wendet. 1967 wurde Erich Maria Remarque mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt.

Erich Maria Remarque starb am 25. September 1970 im schweizerischen Locarno.

Sein letzter Roman "Schatten im Paradies" wurde posthum 1971 veröffentlicht. Im Erich-Maria-Remarque-Archiv der Stadt Osnabrück sind 30.000 Materialdokumente zu Leben und Werk des Autors archiviert, unter anderem auch das Manuskript zu "Im Westen nichts Neues".

NameErich Maria Remarque

Geboren am22.06.1898

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortOsnabrück (D).

Verstorben am25.09.1970

TodesortLocarno (CH).