Biografie

Frank O. Gehry

Der kanadische Architekt gehört zu den namhaftesten Gegenwartsarchitekten und zu den renommiertesten Vertretern des Dekonstruktivismus, durch den er auch in Deutschland die Tendenz der Postmoderne Ende der 1980er Jahre aufkündigte. Seine Gebäudekonstruktionen zeichnen sich durch gradlinige Dissonanzen aus. Mit dem Bau des Guggenheim-Museums im spanischen Bilbao (1991-1997) sorgte Frank Owen Gehry für Furore. Die eigenwillige Gebäudeformation konkuriert mit den Kunstwerken und ist erklärtermaßen selbst ein Kunstwerk. Zu weitenen populären Entwürfen zählen das American Center Paris (1991-1994), das Museum MARTa Herford in Herford (2001-2005) sowie das Hotel Marques de Riscal, Spanien (2003-2006)...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Frank Owen Gehry wurde am 28. Februar 1929 als Ephraim Goldberg in Toronto, Ontario geboren.

Gehry studierte nach dem Schulabschluss an der Universität in Harvard Architektur. Mitten im Studium wechselte er an die Universität in Los Angeles. 1962 gründete er sein eigenes Architekturbüro in Venice, Kalifornien. In den folgenden Jahren avancierte er vom konventionellen Planer zum frühen Repräsentanten des Dekonstruktivismus, einer ab den 1970er Jahren bestehenden Architekturrichtung, welche entgegen Konventionsprinzipien freie, collagenartige Zusammenfügungen divergenter Baukörper suchte. Seinen Durchbruch markierte der Entwurf des California Aerospace Museum Los Angeles (1982-1984).

Richtete sich in dieser Zeit der Trend des Baustils noch nach der Postmoderne mit ihrer Buntheit und Schicklichkeit in der Fassadengestaltung, so ließ Gehry den Dekonstruktivismus in seinen geplanten Bauten erfahrbare Gestalt annehmen. In Europa machte er 1989 Furore mit dem Vitra-Design Museum in Weil am Rhein. Am Vitra-Design-Museum zeigte er, wie die neue Extravaganz auszusehen hat: Das Gebäude beherbergt keine Harmonie mehr, sondern fällt durch vielfältige Dissonanzen auf. Kuben sind entweder aufgeworfen oder ineinander gesteckt, mehrfach gebrochene Wölbungen oder Halb- und Viertelbögen sind die äußeren Bestandteile des extravaganten Gebäudes für das Museum, dem auch nach der Sicht durch die gewohnte Brille der Baukörper mit Dach und Fassade fehlt.

Diese Arbeit, wie auch viele andere Entwürfe von Gehry, war seiner Zeit voraus. Dennoch ist der Innenbau für seine Ausstellungszwecke funktional gestaltet und erfüllt die gewünschten Absichten. Durch die Entwicklungsrichtung von innen nach außen, ist der Lichteinlass nach oben verlegt. Die originelle Planung des Vitra-Design-Museums begründete den Weltruf des Architekten. Die Aufmerksamkeit, die Akzeptanz und auch Ablehnung, die Gehry indes zuteil geworden ist, gipfelte 1989 in der Verleihung des Pritzker Architektur Preises, dem informellen Nobelpreis für Architektur. In Düsseldorf entwarf Gehry an der neuen Medienmeile den "Neuen Zollhof" (1997-1999) mit seinen drei außergewöhnlichen Gebäuden als Büro- und Ladentürme. Sie werden auch als tanzende Häuser bezeichnet.

In Oeynhausen gestaltete er ein Zentrum für Kommunikation und Technik, dem er eine verschachtelte Erscheinung verpasste. Im Inneren herrscht dann wieder aufgeräumte Funktionalität zugunsten der Wünsche der Nutzer. In Berlin am Pariser Platz plante er das DG-Bank-Gebäude. Dabei musste er sich an vorgegebene Gestaltungsmaßgaben halten – Gliederung der Fassaden und ein geometrisch strenger Fensterzuschnitt. Nun erscheint das Gebäude in klassizistischer Fassade. Von 1991 bis 1994 entstand nach Gehry das American Center in Paris. Sein bedeutendster und medienwirksamster Entwurf gelang Gehry mit dem neuen Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao (1993-1997).

Das Gebäude wird außen von einer futuristisch wirkenden Titan-Fassade geprägt. Eine kühne Konstruktion, die auch den ungewohntesten Architekturkonventionen entgegen läuft. Das Gebäude in Bilbao ist ein weltweiter Anziehungspunkt und gilt selbst als Kunstwerk der Baukonstruktion – eben als Visitenkarte der Kunst. So ungewöhnlich wie seine Ergebnisse aussehen und wirken, so ungewöhnlich verläuft auch die gesamte Planungsphase der Projekte. Oftmals stehen am Anfang des Entwurfs Bauklötzchen, die zum räumlichen Experiment durch Drehen und Wenden dienen. Gehry überarbeitet ständig seine Entwürfe und Skizzen. Zur weiteren Verarbeitung und Berechnung benutzt er eine 3D-Simulationssoftware aus der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Darüber hinaus entwirft Gehry Sessel aus Wellpappe, die gleichfalls einen großen Erfolg haben. 2001 bis 2005 realisierte er das Museum MARTa Herford in Herford. 2003 bis 2006 entstand nach seinen Plänen das Hotel Marques de Riscal in Spanien.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
1989
Pritzker Architecture Prize

1992
Wolf-Prize in Art (Architektur), Wolf Foundation

1992
Praemium Imperiale für Architektur, Japan Art Association

1994
Dorothy and Lillian Gish Award

1998
National Medal of Arts

1998
Terminal Exapeny Price of New Art

1998
Friedrich-Kiesler-Preis

1999
Gold Medal, American Institute of Architects (AIA)

2000
Gold Medal, Royal Institute of British Architects (RIBA)

2002
Gold Medal for Architecture, American Academy of Arts and Letters

2002
Companion des Order of Canada

NameEphraim Goldberg

AliasFrank O. Gehry

Geboren am28.02.1929

GeburtsortToronto, ON (CAN).