Biografie

Elie Wiesel

Der Abkömmling einer jüdischen Familie aus den rumänischen Karpaten durchlebte als Teenager die KZ-Haft in Auschwitz und Buchenwald. In der Nachkriegszeit wandte sich Elie Wiesel der französischen Kultur und Sprache zu, die auch in seiner US-amerikanischen Wahlheimat sein literarisches Ausdrucksmittel blieb. Seine Erfahrungen mit der KZ-Haft, die moralischen Probleme eines KZ-Überlebenden im Postholocaust und die philosophische Verzweiflung angesichts der Vereinbarkeit von Gott und Genozid sind die Themenkomplexe, die der Schriftsteller mit beeindruckender Anschaulichkeit und unbestechlicher Prägnanz in seinen Romanen bearbeitet. Für sein Lebenswerk erhielt Elie Wiesel 1986 den Friedensnobelpreis...
Elie Wiesel wurde am 30. September 1928 in Sighet in den rumänischen Karpaten als Sohn jüdischer Eltern geboren.

Auf Wunsch der Mutter sollte Wiesel die religiöse Laufbahn einschlagen und Rabbi werden. Das Kind wurde daher in der nahen jüdischen Schule an das Studium von Torah und Talmud herangeführt. Als Wiesel 15 Jahre alt war, erfuhr diese besinnliche Jugendzeit ein jähes Ende: Im Frühjahr 1944 wurde die Familie im Zuge der deutschen Besetzung der Karpaten inhaftiert. Der Jugendliche wurde zuerst im KZ Auschwitz, dann in Buchenwald inhaftiert.

Wiesel überlebte das Vernichtungslager und wurde im April 1945 von amerikanischen Truppen befreit. Seine Eltern waren dem Holocaust zum Opfer gefallen. Im Anschluss daran kam er in ein Flüchtlingsheim in Frankreich, wo er sich die französische Sprache und Literatur aneignete. In den Jahren von 1948 bis 1951 studierte Wiesel Philosophie, Psychologie und Literatur an der Pariser Sorbonne. Der Zwang zum Broterwerb verhinderte jedoch einen Abschluss der Studien, so dass er die journalistische Laufbahn einschlug.

Im Jahr 1956 wanderte Wiesel in die USA aus, wo er in New York zunächst als UN-Korrespondent der israelischen Zeitung "Yediot Aharonot" tätig wurde. Auf Drängen eines französischen Literaten legte Wiesel für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust ein literarisches Zeugnis ab: 1956 verfasste er zunächst unter dem Titel "Un di Velt hot geshvign" ein monumentales Werk auf Jiddish, das dann in verkürzter sowie in französischer ("La Nuît", 1958) und englischer Version ("Night", 1960) als beeindruckende Erinnerung an den Holocaust internationale Aufmerksamkeit erregte.

Die peinigenden Schuldgefühle der Holocaust-Überlebenden waren dann das Thema der nachfolgenden Kurzromane, die Wiesel unter dem Titel "L’Aube" (1960) und "Le Jour" (1961) veröffentlichte. Den moralischen und seelischen Problemen in der Lebenswelt von KZ-Überlebenden widmete der Schriftsteller zahlreiche Bücher wie "La Ville de la chance" (1962) und "Les Portes de la forêt" (1964). 1963 nahm Wiesel die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Infolge einer Reise in die Sowjetunion im Jahr 1965 setzte sich Wiesel in einer hebräischen Artikelserie für eine israelische Zeitung mit den Lebensbedingungen der jüdischen Gemeinschaft in der UdSSR auseinander, was dann 1966 in englischer Übersetzung in der Anthologie "The Jews of Silence" erschien. Mit seinem Roman "Le Mendiant de Jérusalem" (1968), der den Reifeprozess eines unterdrückten Volks anhand des israelischen Sieges im Sechs-Tage-Krieg veranschaulicht, vollzog Wiesel einen Wendepunkt in seinem Werk.

In der Folge wandte sich der Schriftsteller neben dem Holocaust auch anderen Themen zu. 1969 heiratete Wiesel Marion Erster Rose, mit der er einen Sohn hat. Seine Frau wurde in der Folge zur Hauptübersetzerin seines Werks. Ab Herbst 1972 nahm Wiesel auch einen Lehrauftrag als Professor für Jüdische Studien am City College of New York wahr. 1976 wechselte er als Professor für Geisteswissenschaften an die Boston University. Neben seiner akademischen Tätigkeit setzte Wiesel sein schriftstellerisches Werk fort.

Auch engagierte er sich im gesellschaftlichen und politischen Bereich, wo er gegen Rassismus, Krieg, Gewalt und Apartheid ebenso vorging wie die Erinnerung an den Holocaust pflegte. Bis 1986 war er Mitglied des Holocaust Memorial Council der USA, aus dem er aus Protest gegen Ronald Reagans Bitburg-Besuch austrat. Wiesel wurde 1986 für sein Lebenswerk mit dem Friedensnobelpreis geehrt. 1995 veröffentlichte er seine Lebenserinnerungen. 1997 erhielt er den Guardian of Zion Award.

Im Jahr 2003 wurde Wiesel zum Vorsitzenden der Internationalen Kommission zur Erforschung des Holocaust in Rumänien, kurz Wiesel-Kommission, berufen. Mitte Dezember 2004 zog Wiesel die Aufmerksamkeit der Medien auf sich, als er einen rumänischen Verdienstorden ausschlug, da dieser durch den rumänischen Staatspräsidenten Ion Iliescu auch an erklärte Antisemiten verliehen worden war. 2005 erhielt er den Dignitas Humana Award.
1956:
Un di Velt hot geshvign

1958:
La Nuît (Night, 1960)

1960:
L’Aube (Dawn, 1961)

1961:
Le Jour (The Accident, 1962)

1962:
La Ville de la chance (The Town Beyond the Wall, 1964)

1964:
Les Portes de la forêt (The Gates of the Forest, 1966)

1966:
The Jews of Silence

1968:
Le Mendiant de Jérusalem (A Beggar in Jerusalem, 1970) ;
Zalmen: Ou, La Folie de Dieu (Zalmen: Or, The Madness of God, 1975)

1973:
Le Serment de Kolvillàg (The Oath, 1973)

1977:
Dimensions of the Holocaust

1981:
The Testament

1985:
Against Silence: The Voice and Vision of Elie Wiesel;
The Fifth Son

1990:
Evil and Exile

1991:
Sages and Dreamers

1995:
All Rivers Run to the Sea -- Memoirs

NameElie Wiesel

Geboren am30.09.1928

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortSighet, Karpaten (Rumänien)

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