Biografie

Edgar Reitz

Der Sohn eines Uhrmachers aus dem Hunsrück machte sich in den 1960er Jahren als avantgardistischer Vertreter des neuen deutschen Films einen Namen. Seinen internationalen Durchbruch erlebte Edgar Reitz mit der Familienchronik "Heimat", die das deutsche 20. Jahrhundert aus der Sicht eines Hunsrück-Dorfes in Szene setzte. Der Produzent und Regisseur brachte auch zahlreiche Dokumentar- und Lehrfilme hervor...
Edgar Reitz wurde am 1. November 1932 in Morbach im Hunsrück als Sohn eines Uhrmachers geboren.

Nachdem Reitz 1952 das Abitur abgelegt hatte, nahm er ein Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Publizistik und Germanistik an der Universität München auf. Ab Mitte der 1950er Jahre war Reitz als Assistent für den Kulturfilmer Willy Zielke tätig. In den Jahren 1962-1965 leitete er bei der Werbefilmproduktion "Insel-Film" die Abteilung für Entwicklung und Experiment. Zugleich engagierte sich Reitz als avantgardistischer Filmemacher in der Gruppe "Doc 59", die im Oberhausener Manifest von 1962 den neuen deutschen Film propagierte.

Im Jahr 1963 gründete Reitz die Abteilung Film (später: Institut für Filmgestaltung) an der Hochschule für Gestaltung in Ulm mit, wo er auch als Dozent tätig wurde. In Alexander Kluges Film "Abschied von gestern" (1965/66) führte er die Kamera. Nachdem Reitz 1966 seine eigene Filmproduktion ins Leben gerufen hatte, legte er mit "Mahlzeiten" (1966/67) sein Spielfilmdebüt vor. In der Folge produzierte Reitz auch einige Filme wie die Serie "Geschichten vom Kübelkind" (1969-1971) im 8mm-Format, um dem kommerziellen Kino auszuweichen. Zu diesem Zweck betrieb er auch ein Kneipenkino.

In Zusammenarbeit mit Alexander Kluge entstand 1974 das Filmessay "In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod". Für "Deutschland im Herbst" (1977/78) steuerte er ebenfalls eine Episode bei. Neben Spielfilme wie "Die Reise nach Wien" (1973), "Stunde Null" (1976/77) und "Der Schneider von Ulm" (1978) hielt sich Reitz auch mit Lehr- und Dokumentarfilmen über Wasser. Den Durchbruch auch auf internationaler Ebene vollzog Reitz mit seiner 11-teiligen Serie "Heimat" (1981-1984). Die Chronik der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines Hunsrück-Dorfes wurde im Kino und im Fernsehen ein großer Erfolg.

Daran konnte freilich die Folgeserie "Die zweite Heimat" (1988-1992) nicht mehr anknüpfen. Für seinen Beitrag zur Geschichte des deutschen Films wandte Reitz in "Die Nacht der Regisseure" (1994) auch digitale Technik an. Die dritte Folge der "Heimat", die den Zeitraum 1989-2000 behandelt, kam 2004 in die Kinos. Im selben Jahr erhielt Edgar Reitz für sein Lebenswerk die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen der Verleihung des Robert Geisendörfer-Preises 2005 wurde der Filmregisseur für seine TV-Trilogie "Heimat" im September 2005 mit einem Sonderpreis bedacht.
1966/67
Mahlzeiten

1969-1971:
Geschichten vom Kübelkind

1973:
Die Reise nach Wien

1974:
In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod

1977/78:
Deutschland im Herbst (Episode: Der Grenzposten)

1978:
Der Schneider von Ulm

1981-1984:
Heimat. Eine Chronik in elf Teilen

1988-1992:
Die zweite Heimat. Chronik einer Jugend in 13 Filmen

1994:
Die Nacht der Regisseure (Dok)

1989-2000:
Heimat 3 - Chronik einer Zeitenwende

NameEdgar Reitz

Geboren am01.11.1932

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMorbach (D).