Biografie

Dieter Schulte

Den gelernten Maurer und Stahlbrenner führte seine Laufbahn zunächst in den Betriebsrat von Thyssen Stahl und in den Vorstand der IG Metall. Von 1994 bis 2002 leitete Dieter Schulte als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Geschicke von knapp einem Dutzend Gewerkschaften und 10 Millionen Arbeitern und Angestellten. 2002 wurde er in den Innovationsbeirat der Bundesregierung berufen, und 2003 wurde Schulte stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung...
Dieter Schulte wurde am 13. Januar 1940 in Duisburg als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren.

Nach der Schule absolvierte er ab 1954 eine Maurerlehre. Im Anschluss daran war Schulte bis 1959 als Maurer tätig. Bereits hier geriet er in Kontakt zu den Gewerkschaften: 1957 wurde er Mitglied der IG Bau-Steine-Erde. 1959 trat Schulte als Brenner bei Thyssen Stahl in Duisburg ein, von wo er später zum Thyssen-Stahl-Werk Hamborn wechselte, in dem er zum Qualitätsbeobachter aufstieg. Entsprechend seines beruflichen Spartenwechsels ging er ebenfalls 1959 zur IG Metall über.

Ab 1970 begann Schulte neben seiner beruflichen Tätigkeit sich in verschiedenen Positionen bei der IG Metall zu engagieren. So war er Vertrauensmann und saß er in verschiedenen Tarifkommissionen. Außerdem war er in der Ortsverwaltung der IG Metall vertreten. 1972 folgte der Eintritt in die SPD. Drei Jahre später wurde Schulte im Thyssen-Stahl-Werk Hamborn-Beeckerwerth Mitglied des Betriebsrates. 1978 wurde er frei-gestellter Betriebsrat, als welcher er am Stahlstreik diesen Jahres teilnahm.

Schulte wurde 1983 überdies in den Konzernbetriebsrat der Thyssen AG berufen, 1987 wurde er zum Vorsitzenden des Betriebsrates des Thyssen-Stahl-Werkes Hamborn ernannt. 1990 avancierte Schulte schließlich zum Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Thyssen Stahl AG. Nach diesem Aufstieg innerhalb seines arbeitgebenden Unternehmens folgte die Karriere in der eigentlichen Gewerkschaftsorganisation. Denn bereits 1991 wurde Schulte geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Hier oblag ihm die Leitung des "Stahlbüros" in Düsseldorf.

Im Jahr 1992 organisierte er die Protestbewegung der Stahlarbeiterbewegung. Ab 1994 fungiert Schulte in der Nachfolge des überraschend verstorbenen Heinz-Werner Meyer als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). In dieser Funktion nahm er wiederholt engagiert zu gesellschaftspolitischen Problemen der Zeit Stellung. So zeigte Schulte im Rahmen gemeinsamer Reformbemühungen mit der Regierung und den Arbeitgeberverbänden ("Kanzlerrunden") im Interesse eines Abbaus der Langzeitarbeitslosigkeit auch eine ungewöhnliche Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeit- und Lohngestaltung.

Auch trat er mit mehreren Veröffentlichungen wie etwa "Industriepolitik im Spagat" (1995), "Arbeit der Zukunft" (1996) und "Effektiv und nachhaltig für Arbeit und soziale Gerechtigkeit" (1999) an die Öffentlichkeit. Nach dem Scheitern des "Bündnisses für Arbeit" nahm die Konfrontation in den letzten Regierungsjahren Helmut Kohls jedoch zu. Mitte 1998 wurde Schulten in seinem Amt als DGB-Vorsitzender für weitere vier Jahre bestätigt. In seiner zweiten Amtsperiode führte Schulte die deutschen Gewerkschaften zunächst wieder in Verhandlungen mit der nun rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder.

Gegenüber der Arbeitgeberseite vereinbarte er Lohnzurückhaltung. Außerdem war er für den Umzug des Dachverbandes von Düsseldorf nach Berlin verantwortlich. Die anfängliche Übereinstimmung zwischen Regierung und DGB wurde durch die zuneh-mende Rigorosität der Sozialsparpläne Schröders jedoch bald gestört. Anlass zu Auseinandersetzungen gaben vor allem 2000 die Rentenreformpläne ("Riester-Rente"). Im Juli 2002 wurde Schulte in den Innovationsbeirat der Bundesregierung berufen. Für eine dritte Amtsperiode stand Schulte jedoch nicht mehr zur Verfügung.

Er wurde Mitte 2002 durch den bisherigen Stellvertretenden Vorsitzenden von Verdi, Michael Sommer, an der DGB-Spitze abgelöst. Neben seiner Gewerkschaftstätigkeit war Schulte außerdem in mehreren Unternehmensgremien vertreten, so etwa im Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG und der Bayer AG. Seit Anfang 2003 war Schulte stellvertretender Vorsitzender der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

Schulte ist mit Britta Habermann verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.


Bedeutende deutsche Wirtschafts- und Gewerkschaftsfunktionäre

NameDieter Schulte

Geboren am13.01.1940

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortDuisburg (D).