Biografie

Dieter Hundt

Der promovierte Maschinenbauer und Industriemanager ist seit 25 Jahren in der wirtschaftlichen Verbandsarbeit tätig. Nach führenden Funktionen bei baden-württembergischen Arbeitgebervereinigungen, stellt Dieter Hundt seit Jahresende 1996 den Präsidenten der "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" (BDA). In dieser Funktion erwies sich der schwäbische Manager als harter Verhandlungspartner für Politik und Gewerkschaften, gegenüber denen er seine Fähigkeit zum Ausgleich und Kompromiss dennoch nie aufgegeben hat. Weiter wurde er Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart...
Dieter Hundt wurde am 30. September 1938 in Esslingen am Neckar geboren.

Nach dem Abitur nahm Hundt ein Maschinenbau-Studium an der ETH Zürich auf, das er dort zunächst mit dem Diplom abschloss. Darauf folgte die Promotion in Maschinenbau. Die berufliche Laufbahn begann Hundt 1964 bei der AEG-Telefunken AG in Frankfurt/Main, wo er sich bis zu seinem Ausscheiden zum Abteilungsdirektor hocharbeitete und als Bereichsleiter bei der Kraftwerkunion AG fungierte.

Im Jahr 1975 wechselte er nach Uhingen, wo er als geschäftsführender Gesellschafter des international operierenden Automobil-Zulieferers "Allgaier-Werke GmbH&Co. KG" tätig wurde und ein Jahr später zum Alleingesellschafter avancierte. Neben seiner beruflichen und unternehmerischen Tätigkeit war Hundt auch schon bald in der Verbandsarbeit tätig. 1988 berief man ihn zum Vorsitzenden des "Verbandes der Metallindustrie Baden-Württembergs" (VMI), dem er bis 1996 vorstand.

Der Vertreter der größten Arbeitgeberorganisation des Landes verfocht in den Tarif-Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften eine deutliche Politik zur Sicherung des Produktionsstandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb. Gegen Jahresende 1990 zog Hundt auch in das Präsidium der "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" (BDA) in Köln ein. 1994 avancierte er zum Präsidenten der "Landesvereinigung baden-württembergischer Arbeitgeberverbände" in Stuttgart.

Zum Dezember 1996 berief man den erfahrenen Verbandsfunktionär und Tarifpolitiker dann zum Präsidenten der BDA. In dieser Funktion legte Hundt unter Anknüpfung an bereits geäußerte wirtschaftspolitische Präferenzen einen weitgehend kompromisslosen neoliberalistischen Kurs auf Kosten von Arbeitnehmern, Kranken und Alten an den Tag. Seiner früheren Disposition für sozialen Ausgleich zwischen den Tarifpartnern schien vor allem die Forderung nach Abbau des Sozialstaats und gewerkschaftlicher Errungenschaften zu widersprechen.

Insbesondere die Angriffe des BDA-Präsidenten auf die Tarifautonomie, die als historische Errungenschaft der in langen Jahrzehnten gewachsenen Sozialpartnerschaft gilt, riefen seither immer wieder Widerspruch nicht nur bei den Gewerkschaften, sondern auch bei anderen gesellschaftlichen Gruppen hervor. 1998 führte er im Einvernehmen mit dem damaligen Vorsitzenden des "Bundesverbandes der Deutschen Industrie" (BDI) Hans-Olaf Henkel, dem vormaligen Präsidenten des "Deutschen Industrie- und Handelstages" (DIHT) Hans Peter Stihl und dem ZDH-Chef Philipp einen privaten Wahlkampf der deutschen Wirtschaft zugunsten eines Fortbestehens der CDU/CSU-FDP-Regierung.

Nachdem die Wirtschaftsverbände mit ihrer politischen Option infolge der Abwahl des bisherigen Bundeskanzlers Helmut Kohl gescheitert waren, setzte Hundt dennoch auch während der beiden anschließenden rot-grünen Legislaturen unter Bundeskanzler Gerhard Schröder die Beratungen über eine Sozial- und Arbeitsmarktreform im Rahmen des "Bündnisses für Arbeit" mit der Gewerkschaftsseite und der Politik fort. Auch im gesellschaftlichen Bereich scheute der BDA-Präsident keine Verantwortung, wie etwa seine Mitwirkung an der Berliner Kundgebung gegen Gewalt und Rassismus im Oktober 2000 dokumentierte.

Neben seiner Verbandstätigkeit wurde Hundt außerdem im Aufsichtsrat der "Deutschen Telekom AG", der "Stuttgarter Hofbräu AG" und in anderen Unternehmen vertreten. Seit März 2000 ist er auch Vorsitzender des Landesbeirats der "Allianz Versicherungs-AG Baden-Württemberg" in Stuttgart. 2000 erhielt er das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

Im November 2001 wurde Hundt, der 1998 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt worden war, als BDA-Präsident für weitere zwei Jahre bestätigt. 2001 wurde er mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen der Steiermark ausgezeichnet, ein Jahr später wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern bedacht. 2003 wurde er für die Verdienste um den Verband und die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie zum Ehrenvorsitzenden von Südwestmetall ernannt.

Im Jahr 2006 erhielt Hundt die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und 2007 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland. Weiter wurde er Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart.

Dieter Hundt ist mit Christina Troesch verheiratet und Vater zweier Kinder.


Bedeutende deutsche Wirtschafts- und Gewerkschaftsfunktionäre

NameDieter Hundt

Geboren am30.09.1938

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortEsslingen am Neckar (D).