Biografie

Dieter Baumann

Der deutsche Leichtathlet Dieter Baumann gehörte zu den herausragendsten Langstreckenläufern im Europa der 1990er Jahre. Er wurde unter anderem in Barcelona Olympiasieger auf der 5.000-Meter-Strecke. 1999 machte er durch Doping negative Schlagzeilen. Nach einer zweijährigen Sperre, feierte Baumann mit der Silbermedaille bei den Europameisterschaften in München sein Comeback. Im Spätsommer 2003 zog sich der Langstreckenläufer aus dem aktiven Profi-Sport zurück...
Dieter Baumann wurde am 9. Februar 1965 im baden-württembergischen Blaustein geboren.

Baumanns sportliche Karriere fing mit Fußball und Skilanglauf an. Nach seiner schulischen Ausbildung absolvierte er eine Lehre als Photolaborant. Erst ab dem Jahr 1981 fing er an, Mittel- und Langstrecken zu laufen. Seine läuferische Qualität dokumentierte sich in einigen Siegen bei nationalen Wettbewerben. Seinen ersten großen Titel auf internationaler Ebene gewann Baumann bei den Hallen-Europameisterschaften im Jahr 1987 im französischen Lievin, die er als Zweiter beendete. Im Jahr darauf setzte er sein Leistungshoch fort. Baumann holte Silber im 5.000-Meter-Lauf bei den Olympischen Sommerspielen 1988 im südkoreanischen Seoul.

Im Jahr 1989 gewann der Deutsche den Europameister-Titel über die Distanz von 3.000 Metern bei der Hallen-EM. In dieser Disziplin wurde er Drittplatzierter bei den Hallen-Weltmeisterschaften. Schon lange lief Baumann an der Spitze der europäischen Mittel- und Langstreckenläufer mit. Dann konnte er den größten Triumph seiner bisherigen Laufbahn feiern. Dieter Baumann wurde Sieger der 5.000-Meter-Distanz bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1992 in Barcelona. In einem packenden Rennen lief Baumann auf der Zielgeraden an der kompletten afrikanischen Top-Konkurrenz vorbei zur Goldmedaille. 1994 holte sich Baumann bei den Europameisterschaften in Helsinki den Titel.

Danach lief er in ein Leistungstief, bei den Weltmeisterschaften in Götenorg im Jahr 1995 enttäuschte er. Im Jahr 1996 startete er bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta. Dort belegte er auf der 5.000-Meter-Strecke gegen eine starke afrikanische Konkurrenz den vierten Platz. Im April 1997 lief Baumann im spanischen Baracaldo über die 10.000-Meter-Distanz mit einer Zeit von 27 : 21,53 Minuten einen neuen deutschen Rekord. Im gleichen Jahr startete er bei den Weltmeisterschaften in Athen und belegte über 5.000 Meter den fünften Platz. Ebenfalls 1997 konnte Baumann mit einer Zeit von 12 : 54,70 Minuten den alten Europarekord über die Distanz von 5.000 Metern auf einer Spezialstrecke in Zürich einstellen.

Er lief erstmals schneller als 13 Minuten. Bei den Europameisterschaften in Budapest erzielte Baumann Silber über 10.000 Meter. Dagegen reichte seine Qualifikation über die 5.000-Meter-Distanz nicht aus für einen der vorderen Plätze. Zu seinen persönlichen Ehrungen zählen unter anderem die Wahl zum "Sportler des Jahres 1992" und der Rudolf-Harbig-Preis im Jahr 1996. Dieter Baumann wird von seiner Frau trainiert. 1995 kam seine Autobiografie mit dem Titel "Ich laufe keinem hinterher" heraus. Im November 1999 machte Baumann negative Schlagzeile als zwei Dopingtests positiv verliefen.

Bisher galt Dieter Baumann in der gesamten Sportwelt nicht nur als Saubermann, sondern auch als Vorbild, das sich auch stets persönlich für einen Sport ohne Doping engagierte. Nach dem Ergebnis wurde Baumann vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vorläufig gesperrt. Baumann dagegen beschwor stets seine Unschuld, worüber er auch eine eidesstattliche Erklärung abgab. Er erklärte, dass andere seine Zahncreme mit Dopingmittel präpariert hätten, die er dann auf diese Weise zu sich genommen hätte. Für diese Version ließen sich aber keine sicheren Anzeichen finden, Baumann blieb weiterhin gesperrt. Der DLV-Rechtsausschuss hob die Sperre zunächst auf und begründete diesen Schritt mit Versäumnissen bei der Untersuchung.

Darauf schaltete sich das Schiedsgericht des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF ein und erklärte die Aufhebung der Sperre für ungültig. Baumann blieb bis zum Januar 2002 gesperrt. Dadurch konnte er auch nicht wie ehemals geplant an den Olympischen Sommerspielen in Sydney teilnehmen. Nach der Sperre gelang ihm Anfang 2002 ein erfolgreiches Comeback beim Hallenmeeting in Dortmund. Zudem siegte er bei den deutschen Cross-Meisterschaften über zehn Kilometer. Sein Debüt beim Marathonlauf fiel eher bescheiden aus. In dieser Zeit wurde auch sein Buch "LebensLauf", in dem er die Zeit seiner zweijährigen Sperren zum Gegenstand macht, publiziert.

Im August 2002 nahm Baumann an den Leichtathletik-Europameisterschaften teil. Dort brillierte er über die 10.000-Meter-Distanz in einem spannenden Schlussabschnitt und wurde Zweiter. Damit meldete sich Dieter Baumann mit 37 Jahren an die Spitze der europäischen Läufer zurück. Nachdem Baumann im August 2003 den 10.000-Meter-Lauf bei der Weltmeisterschaft in Paris aufgegeben hatte, erklärte er Anfang September 2003 überraschend seine Sportler-Karriere für beendet. Der Langstreckenläufer sagte seine Teilnahme am New Yorker Marathon im November 2003 ab und verabschiedete sich am 14. September 2003 mit einer letzten Teilnahme am Tübinger Stadtlauf von seinen Fans.

Baumann bleibt als Sportlehrer und -publizist jedoch dem Laufsport auch künftig verbunden. 2004 verarbeitete der Regisseur Diethard Klante die Geschehnisse um den Doping-Skandal in dem ARD-Fernsehfilm "Ich will laufen! Der Fall Dieter Baumann".

NameDieter Baumann

Geboren am09.02.1965

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBlaustein (D).