Biografie

Daniel Libeskind

Der polnischstämmige Planer gilt als international etablierter Architekt und Stadtplaner. Zunächst machte er sich als Architekturtheoretiker einen Namen. In die Planungen des studierten Musikers fließt seine individuelle Musikalität mit ein. Seine gestalterische Formensprache stellt oftmals Bezüge zu historischen, philosophischen oder religiösen Themen her. Daniel Libeskinds Konstruktionen sind nicht immer rational fassbar. In Fachkreisen gilt er als ein Architekt mit den aufregendsten Planungen. Zu seinen Entwürfen zählen kulturelle Einrichtungen, wie das Jüdische Museum Berlin, das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, das Denver Art Museum und das Imperial War Museum North in Manchester. Im Sommer 2002 hat er mit "Saint François d’Assise" von Olivier Messiaen an der Deutschen Oper in Berlin erstmals eine Oper inszeniert. 2003 gewann Daniel Libeskind die Ausschreibung zum Wiederaufbau des World Trade Centers in New York. Als "Master Planner" des Komplexes entwarf er ein Mahnmal im Inneren des Geländes. Um dieses Mahnmal herum stellte er mehrere Bürotürme, darunter das 541 Meter hohe "One World Trade Center", das nach Plänen von David Childs realisiert wurde...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Daniel Libeskind wurde am 12. Mai 1946 in Lodz geboren.

Mit seinen Eltern emigrierte 1957 nach Israel. Ab 1965 studierte Libeskind in Israel und in New York zunächst Musik, später Malerei und Mathematik. Im gleichen Jahr wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. Libeskind verdiente sich seinen Lebensunterhalt indes als professioneller Musiker. Doch schon bald wandte er sich der Architektur zu und studierte an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York City. 1970 schloss er die universitäre Ausbildung mit dem Diplom ab. Weiterhin studierte er an der School of Comparative Studies im englischen Essex. Dieses Studium schloss er 1972 ab. In den Jahren von 1978 bis 1985 war Libeskind Dekan der Architekturfakultät der Cranbook Academy of Art in Bloomfield Hills im US-Bundesstaat Michigan. 1986 gründete er das Architektur-Intermedium Senior Scholar, ein Privatinstitut für Architektur in Mailand, das er bis 1989 leitete. Von 1986 bis 1989 hatte er eine Professur in Chicago, in London und an der Yale-University inne. Ab 1990 war Libeskind als Architekt in Berlin tätig.

In dieser Zeit wurde er Mitglied der Akademie der Künste und der European Academy of Arts and Letters. An der Harvard University hatte er eine Gastprofessur inne. Im gleichen Jahr, 1990, war er Professor an der University of California in Los Angeles (UCLA). Ab 1999 war Libeskind Professor für Architektur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er hielt außerdem eine Gastprofessur am Berlage Institut in Amsterdam und an der ETH Zürich. Darüber hinaus lehrte er an internationalen Universitäten in Japan, Nord- und Südamerika und Australien. In Fachkreisen hatte sich Libeskind einen Namen als kritischer Architekt gemacht, der in seinen eigenen Planungen zahlreiche Disziplinen einfließen lässt. Seine Entwürfe umfassen Kultureinrichtungen wie Museen oder Konzerthallen bis hin zu Landschafts- und Stadtplanungen. Als Künstler übernimmt er auch den Entwurf von Bühnenbildern, Installationen und Ausstellungen.

Erste Popularität verdiente sich Libeskind mit seinen architekturtheoretischen Schriften. Erst später setzte er seine eigenen Planungen um. Seine Entwürfe sind von einem individualistischen Stil gekennzeichnet und zeugen selbst von einem künstlerischen Charakter mit expressivem Ausdruck. Libeskinds Entwürfe stiften Verwirrung beim Betrachter. Er arbeitete oftmals mit einer schroffen Formensprache. Seine Planungen waren oftmals rational nicht begreifbar. Abschüssige Korridore oder Räumlichkeiten, die ohne Sinn erscheinen, sind geschaffen aus einer Perspektive, die nicht den gewohnten Konventionen entspricht. In seinem formalen Ausdruck verarbeitet Libeskind oftmals philosophische, religiöse oder historische Themen. Fachkreise bezeichnen sein planerisches Schaffen als aufsehenerregendes Phänomen. Ein weiterer Zug in seiner Architektonik ist die Verbindung zwischen Alt und Neu.

Im Jahr 1989 ging Libeskind als Sieger aus dem Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Berliner Museums, in dem ein Jüdisches Museum untergebracht werden sollte, hervor. Der Neubau ist als Zick-Zack-Linie mit einer glänzenden Zinkfassade realisiert und stellt einen zerbrochenen Davidstern dar. Die Form des Gebäudes macht es zum außergewöhnlichsten Objekt mit politisch-historischer Motivation in der deutschen Hauptstadt. Bereits im Jahr 1998 eröffnete das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, dessen planerische Handschrift gleichfalls auf Libeskind zurückgeht. Es ist ein "Museum ohne Ausgang", das sich mit Rassismus und Intoleranz auseinandersetzt. Zu Libeskind weiteren Projekten zählen unter anderem der Erweiterungsbau des Victoria & Albert Museums in London, das Imperial War Museum-North in Manchester, das Shoah Centre in Manchester, die Konzerthalle in Bremen, ein Jüdisches Museum in San Francisco und ein Universitätsgebäude für Kunst und Architektur im mexikanischen Guadalajara.

Im Sommer 2002 inszenierte er an der Deutschen Oper in Berlin erstmals eine Oper; "Saint Francois d’Assise". 2003 gewann Libeskind die Ausschreibung für den Neubau des World Trade Centers in New York, das beim Terror-Anschlag vom 11. September 2001 völlig zerstört worden war. Libeskind verband seinen Entwurf mit optimistischer Stimmung und Vitalität als klares Gegenzeichen zu den Terroranschlägen. Der 541 Meter hohe "Freedom Tower" sollte mit transparenten Wänden ausgestattet werden. Um ihn herum wurden Gebäude in futuristischer Erscheinung geplant sowie öffentliche Plätze, an denen jeweils am 11. September die Sonne scheinen soll, ohne Schatten zu werfen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4. Juli 2004. Letzlich wurde der zentrale Turm des "One World Trade Center" nach Plänen von David Childs realisiert. Libeskind blieb indes "Master Planner" des Komplexes. Seit dem Richtfest am 10. Mai 2013 ist das 1WTC das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten sowie das vierthöchste der Welt.

Daniel Libeskind ist verheiratet und hat drei Kinder. Zu seinen Hobbys zählen Musik, Literatur, Malerei und Philosophie.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
1995
Konzerthaus MUSICON Bremen

1998
Felix-Nussbaum-Haus, ein Museum der Stadt Osnabrück

1999
Jüdisches Museum, Berlin

2001
Imperial War Museum-North im Hafengelände von Manchester

2003
Atelier Weil, Mallorca, Spanien

2004
The Spiral, Erweiterungsbau des Victoria and Albert Museums London

2004
Innenausbau des Jüdischen Museums im historischen Bootshaus von Kopenhagen

2004-2008
Umbau des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden

2004-2010
Freedom Tower auf dem World Trade Center-Gelände in New York

2005
Maurice Wohl Convention Centre der Bar-Ilan-Universität, Tel Aviv

2006
Frederic C. Hamilton Building, Erweiterungsbau des Denver Art Museum, USA

2006
Westside-Center, Bern (Brünnen-Quartier), Schweiz

2007
Michael Lee-Chin Crystal, Erweiterungsbau des Royal Ontario Museum in Toronto, Kanada

2008
The Contemporary Jewish Museum San Francisco, USA

JVC Universität in Guadalajara, Mexiko

Jüdisches Museum, San Francisco

Shoah Centre in Manchester, England

NameDaniel Libeskind

Geboren am01.01.1946

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortLodz (Polen).