Biografie

Claude-Nicolas Ledoux

Der französische Architekt galt im 18. Jahrhundert als einer der fortschrittlichsten Baumeister. Claude-Nicolas Ledoux zählte zu den Vertretern der Revolutionsarchitektur. Besonders in seinen architekturtheoretischen Schriften machte er sich Gedanken über die ideale Stadt als einem Lebensort von tugendhaften Menschen, die dort in Harmonie zu ihren Mitbewohnern und zur Natur leben sollten. Noch heute ist das königliche Salzwerk in Arc-et-Senans im Departement Français du Doubs eine bauliche Berühmtheit, die von der Unesco zum Weltkulturerbe eingestuft wurde...
Claude-Nicolas Ledoux wurde am 27. März 1736 im französischen Dormans geboren.

Claude-Nicolas Ledoux lernte das Architekturhandwerk bei dem klassizistischen Baumeister Jacques François Blondel. Es folgte ein vierjähriger Aufenthalt in den Provinzen Burgund und Champagne. Dort baute er Dorfkirchen, Brücken und Schule. 1766 ließ sich Ledoux in Paris nieder. Dort plante und errichtete er einige Adelspaläste im Stil des Klassizismus wie zum Beispiel das Hotel d`Halwyll aus dem Jahr 1766.

Bereits 1773 wurde der Architekt von König Ludwig XVI. beauftragt, die königliche Saline in Arc-et-Senans im Departement Français du Doubs zu bauen. Salz hatte damals die Bedeutung wie das Erdöl in der Gegenwart. Er wurde nicht nur zur Konservierung von Lebensmitteln benötigt, sondern auch zur Herstellung von Glas und Silberprodukten. Der Bau des königlichen Salzwerks wurde im Jahr 1779 fertig gestellt. Die komplette Anlage galt damals als Musteranlage und ist ein Ensemble aus insgesamt elf Gebäuden, die im Halbkreis zueinander stehen. Somit bilden sie einen integrierten Betrieb mit Siedehäusern, eine Arbeitersiedlung und ein großartiges Gebäude für die Direktion.

Das Salzwerk beschäftigte in seiner Betriebszeit in den Jahren zwischen 1779 und 1898 mehr als 250 Arbeiter. Das Salz wurde aus einer Sole gewonnen, die über einen Kanal von 23 Kilometern Länge aus dem Steinsalzvorkommen in Salins herangeschafft wurde. Das historische Projekt ist ein Denkmal frühindustrieller Produktion und wurde von der Unesco in das Verzeichnis Weltkulturerbe aufgenommen. Die Saline offenbart die Vorstellung des Revolutionsarchitekten Claude-Nicolas Ledoux von einer idealen Form in der Architektur, der Kugel, des Prismas und des Zylinders.

Das Salzwerk orientiert sich an der architektonischen Vorstellung der idealen Stadt von Ledoux. Während der französischen Revolution war der Architekt für ein Jahr eingekerkert. Danach konzentrierte er sich auf das Verfassen von architekturtheoretischen Schriften. Er legte darin seine Vorstellungen von revolutionärer Architektur nieder. Ledoux spielte dabei mit den Gedanken von einer idealen Stadt als einem Lebens- und Wohnort von tugendhaften Menschen, denen die Architektur das einvernehmliche Miteinander mit anderen Menschen und der Natur ermöglicht.

Das Konzept der idealen Stadt geht auf zeitgenössische Vorstellungen von Philosophen und Sozialreformern über die positive Wirkung der werktätigen Arbeit zurück. Ihr wurde die Aufrechterhaltung der Moral zugeschrieben und damit ein Ende der Untugenden. Auch Claude-Nicolas Ledoux wie die anderen Revolutionsarchitekten legten ihren Planungen diese Vorstellungen zugrunde. Das hieß, dass die Arbeiter mit ihren Familien an den Arbeitsstätten leben und wohnen sollten.

Demnach sah die Planung solcher Projekte die Erstellung von Arbeitsgebäuden und Wohngebäuden an einem Ort vor. Auch wurde dabei ein Garten zur Eigenbewirtschaftung berücksichtigt. Die Vorstellung der idealen Stadt reichte bis zur Bereitstellung von Kleidung. Die Revolutionsarchitektur Ledoux` war verbunden mit einer Monumentalität geometrischer Kompositionen, wie das Beispiel des Salinenwerks in Arc-et-Senans und die Idealstadt Chaux offenbart. Ab dem Jahr 1780 plante Ledoux 60 Zollhäuser an der Stadtgrenze von Paris.

Auch dabei realisierte er seine geometrischen Grundformen. Ledoux Vorstellungen von der idealen Architektur mündeten in die "architecture parlante", nach der durch das Haus eines Flusswächters ein Fluss fließen soll und das Haus eines Reifenmachers müsste dann die gleiche Form besitzen, wie das Erzeugnis, das er herstellt. Obwohl für Ledoux in seiner Architektur die sozialen und menschlichen Belange der Nutzer im Vordergrund standen, geriet er während der Französischen Revolution in Ungnade, da er für den Adel und das Königshaus Aufträge realisiert hatte.

Claude-Nicolas Ledoux starb am 19. November 1806 in Paris.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameClaude-Nicolas Ledoux

Geboren am27.03.1736

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortDormans (F).

Verstorben am19.11.1806

TodesortParis (F).