Biografie

Claude Chabrol

Der französische Apothekersohn geriet während seines Studiums in Kontakt zur Pariser Filmwelt, die er zunächst als Kritiker beobachtete. Mit seinem Regiedebüt "Le Beau Serge" (1958) eröffnete Claude Chabrol die "Nouvelle Vague". Große Erfolge feierte der kritische Analyst des französischen Bürgertums mit Filmen wie "La Femme infidèle" (1969), "Que la Bête meure" (1969) und "Le Boucher" (1970). Im Spätwerk Chabrols ragen "Les Fantômes du chapelier" (1982), "Madame Bovary" (1991) und "Au Coeur du mensogne" (1999) hervor...
Claude Chabrol wurde am 24. Juni 1930 in Paris geboren. Seine Eltern betrieben eine Apotheke.

Nach der Schule studierte Chabrol an der Sorbonne Universität Literaturwissenschaft, Jura und Pharmazie. Während des Studiums kam er über diverse Filmklubs in der französischen Hauptstadt in Kontakt zur Filmwelt. Chabrol brach sein Studium ab, um zunächst in der Presseabteilung von Twentieth Century Fox in Paris zu arbeiten. Auch machte er sich nun durch Beiträge für die Zeitschrift "Cahiers du Cinéma" als Filmkritiker einen Namen. Eine Erbschaft erlaubte Chabrol 1956 die Gründung seiner eigenen Filmproduktion AIYM-Films. Zwei Jahre später legte er mit "Le Beau Serge" (1958) sein Spielfilmdebüt vor.

Die Produktion gilt heute als erster Film der "Nouvelle Vague". Unter der Produktion Chabrols legten bald auch seine Kollegen Éric Rohmer und Jacques Rivette ihr Spielfilmdebüt vor. Er selbst machte die von der Kritik missverstandenen Filme "Les Cousins" (1959) und "Les Bonnes Femmes" (1960). Chabrols Filme zeichnen sich durch eine eigentümliche Distanz und Objektivität gegenüber den darin auftretenden Figuren aus, was die Kritik als Kälte missverstand. Der Regisseur bezieht jedoch den Zuschauer in das Geschehen mit ein, indem er allein ihm die Beurteilung und Stellungnahme überlässt, diese also nicht vorgeben möchte.

Im Jahr 1967 eröffnete Chabrol durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten André Génovès die erfolgreichste Phase seines Schaffens. Mit einer nun folgenden Filmserie (1968-1974), zu der die Meisterwerke "La Femme infidèle" (1969), "Que la Bête meure" (1969) und "Le Boucher" (1970) gehörten, schuf der Regisseur eine aufmerksame Chronik der französischen Gesellschaft. Der "Chronist des französischen Bürgertums" führte seine in früheren Filmen begonnene Abrechnung mit dem Bürgertum fort, indem er die Verlogenheit der harmonischen bürgerlichen Lebenswelt entlarvte. Weitere Erfolge feierte Chabrol mit "Violette Nozière" (1978) und "Les Fantômes du chapelier" (1982), die eine Studie des Kleinbürgertums und seiner Mordambitionen darstellen.

Unter der Produktion von Martin Karmitz entstanden ab 1984 weitere erfolgreiche Filme wie "Poulet au vinaigre" (1985), "Masques" (1987), "Madame Bovary" (1991) und "L'OEil de Vichy" (1993). 1999 war Chabrol auf der Berlinale mit dem Film "Au Coeur du mensonge", einer weiteren Studie über das Kleinbürgertum, vertreten. Weitere Erfolgsfilme waren "La Fleur du mal" (2003) und "La Demoiselle d'honneur" (2004).
1958 - Le Beau Serge

1959 - Les Cousins

1959 - À double tour

1960 - Les Bonnes Femmes

1961 - Les Godelureaux

1962 - L'œil du malin

1963 - Landru

1963 - Ophélia

1964 - Le Tigre aime la chaire fraîche

1967 - Le Scandale

1968 - Les Biches

1969 - La femme infidèle

1969 - Que la Bête meure

1970 - Le Boucher

1971 - Juste avant la nuit

1971 - La Décade prodigieuse

1972 - Docteur Popaul

1973 - Les Noces rouges

1974 - Nada

1975 - Une partie de plaisir

1976 - Folies bourgeoises

1977 - Alice ou la dernière fugue

1978 - Les Liens de sang

1978 - Violette Nozière

1980 - Le Cheval d'orgueil

1982 - Les Fantômes du chapelier

1984 - Le Sang des autres

1985 - Poulet au vinaigre

1986 - Inspecteur Lavardin

1987 - Masques

1988 - Une Affaire de femmes

1990 - Jours tranquilles à Clichy

1990 - Docteur M

1991 - Madame Bovary

1992 - Betty

1993 - L'œil de Vichy

1994 - L'Enfer

1995 - La Cérémonie

1997 - Rien ne va plus

1999 - Au Cœur du mensonge

2000 - Merci pour le chocolat

2001 - Les Redoutables (TV-Serie)

2003 - La Fleur du mal

2004 - La Demoiselle d'honneur

2006 - L'ivresse du pouvoir

NameClaude Chabrol

Geboren am24.06.1930

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortParis (F).