Biografie

Bernhard Termühlen

Der Bauingenieur baute eine kleine Finanzberatung zu einem der bedeutendsten Finanzdienstleistungsunternehmen in der Bundesrepublik auf. Vom 1999 bis 2004 zählte Bernhard Termühlen als Vorstandsvorsitzender der MLP (Marschollek, Lautenschläger und Partner) zu den deutschen Top-Managern, auch wenn der Einbruch der Börsenkurse dem Heidelberger Finanzdienstleister ab 2002 große Probleme bereitete. Zweifel an der Bilanzierungspraxis brachten den Börsenwert weiter zum Einsturz. Von Mai bis Mitte Juni 2002 büßte MLP aufgrund der Vorwürfe 45 Prozent seines Börsenwertes ein. 2004 wurde Dr. Uwe Schroeder-Wildberg zu seinem Nachfolger im Vorstand der MLP...
Bernhard Termühlen wurde am 3. Juni 1955 in Münster als zweiter Sohn eines Bauunternehmers geboren.

Nach dem Schulbesuch in Burgsteinfurt (Westfalen) nahm Termühlen zunächst ein Studium der Ingenieurwissenschaften auf, das er als Bauingenieur abschloss. Da er angesichts der herausragenden Stellung seines älteren Bruders im väterlichen Unternehmen zu geringe Entfaltungsmöglichkeiten sah, orientierte sich Termühlen beruflich um. Durch ein Zeitungsinserat geriet er in Kontakt mit dem Heidelberger Finanzdienstleistungsunternehmen "Marschollek, Lautenschläger und Partner" (MLP), für das er in Hamburg einen Kundenstamm aufbaute. Seine ungewöhnlichen und anfangs auch unprofessionellen Werbemethoden führten ihn auf den Campus der Hamburger Universität, wo er mit großem Erfolg Studenten als Anleger gewann.

Termühlen galt nach dieser Pionierleistung bald als angesehener MLP-Berater. Innerhalb des Unternehmens avancierte er zum erfolgreichsten Leiter einer Geschäftsstelle. Dieser Erfolg bescherte ihm nach nur dreijähriger Tätigkeit für MLP die Berufung in den Vorstand des Unternehmens. 1999 stieg Bernhard Termühlen dann zu dessen Vorsitzenden des Vorstandes auf. Unter dem neuen MLP-Chef wurde der Finanzdienstleister 2001 in den DAX 30 aufgenommen. Der anfängliche Erfolgskurs des Unternehmens erfuhr jedoch 2002 eine deutliche Beeinträchtigung, da es zu drastischen Kurseinbrüchen an der Börse kam. Hinzu traten firmeninterne Skandale, die in einem Lauschangriff auf das Büro Termühlens ihren Höhepunkt erreichten.

Aufmerksamkeit erregten Gerüchte über angebliche Bilanztricks, durch die überhöhte Gewinne ausgewiesen worden sein sollen. Der MLP-Chef konnte solche Behauptungen indes glaubwürdig und zuverlässig ausräumen, wozu auch die Bestellung eines zweiten unabhängigen Wirtschaftsprüfers beitrug. Termühlen hielt selbst etwa 13% des MLP-Kapitals und kämpfte selbst um den Ruf des Unternehmens. Zweifel an der Bilanzierungspraxis brachten den Börsenwert weiter zum Einsturz. Von Mai bis Mitte Juni 2002 büßte MLP auf Grund der Vorwürfe 45 Prozent seines Börsenwertes ein. Termühlens Entlassung erfolgte 2003. 2004 wurde Dr. Uwe Schroeder-Wildberg zu seinem Nachfolger im Vorstand der MLP berufen.

Bernhard Termühlen ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Er zählte zu den 100 reichsten Menschen Deutschlands.


Der Deutsche Aktienindex DAX

NameBernhard Termühlen

Geboren am03.06.1955

GeburtsortMünster (D).