Biografie

Bernd Pischetsrieder

Der Diplom-Ingenieur stellte von 2002 bis 2006 den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Wolfsburg. Davor stand Bernd Pischetsrieder von 1993 bis 1999 dem Vorstand der BMW AG in München vor. Dort machte der Manager, dessen Großonkel, Sir Alec Issigonis, den legendären "Mini" entwickelt hatte, mit dem Zukauf der britischen Nobelmarke Rolls-Royce weltweite Schlagzeilen. Anfang 1999 musste Pischetsrieder BMW verlassen und wechselte als Seat-Chef zum Volkswagen-Konzern. Dort übernahm Ferdinand Piëch den Chefposten...

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Bernd Pischetsrieder wurde am 15. Februar 1948 in München geboren.

Nach dem Abitur studierte er von 1968 bis 1972 an der TU München Maschinenbau. Pischetsrieder schloss das Studium mit dem Diplom ab und begann seine berufliche Laufbahn 1973 als Fertigungsplaner beim BMW Konzern. 1982 wurde er Direktor für Produktion sowie Einkauf und Logistik für BMW Südafrika in Pretoria. 1987 kehrte er als Leiter der technischen Planung zur BMW-Zentrale in Deutschland zurück, wo er 1991 in den Vorstand eintrat. 1993 stieg Pischetsrieder, in der Nachfolge Eberhard von Kuenheims, zum neuen Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, München auf. Ein Jahr später erhob man ihn zum Vizepräsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Im Jahr darauf, 1994, kaufte der BMW-Cheft die krisengeschüttelte englische Rover-Gruppe für rund 2 Milliarden Mark. 1998 erfolgte dann die Ernennung Pischetsrieders zum Präsidenten des Verbandes der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) und zum Mitglied des Aufsichtsrates der Allianz Versicherung. Weltweite Schlagzeilen machte der BMW-Manager mit dem Zukauf der britischen Nobelmarke Rolls-Royce. Vor allem durch seine taktischen Manöver gegen den Konkurrenten VW zeigte Pischetsrieder höchste diplomatische und wirtschaftliche Raffinesse. 1999 stellte sich die Übernahme von Rover jedoch als wirtschaftliches Desaster heraus: Nach 26 Jahren bei BMW musste der Manager seinen Platz beim bayerischen Automobilhersteller räumen. Ebenso betroffen war der Entwicklungsvorstand Wolfgang Reitzle, der zu Ford wechselte und dort das neu geschaffene Segment der Luxusmarken übernahm.

Nach seinem Ausscheiden bei BMW fand der zweifache Familienvater Pischetsrieder im VW-Konzern einen neuen Wirkungsbereich: Dort war er zunächst für die Qualitätssicherung sowie für die spanische Tochter SEAT verantwortlich. Nach langen Spekulationen über die Nachfolge des VW-Konzernchefs Ferdinand Piëch wurde im September 2001 Pischetsrieder zum neuen Chef des Wolfsburger Unternehmens gewählt. Ab 2002 nahm Bernd Pischetsrieder als Vorstandsvorsitzender die Konzernleitung der Volkswagen AG wahr. Er wurde von dem Magazin "Wirtschaftswoche" zum Manager des Jahres 2004 ernannt. Mitte 2005 sah sich Pischetsrieder mit internen Skandalen bei VW konfrontiert: Für Korruption und Veruntreuung durch einige Mitarbeiter übernahm Personalvorstand Peter Hartz die Verantwortung, indem er vorzeitig aus seiner Funktion ausschied.

Pischetsrieder bemühte sich trotz dieser Rückschläge weiterhin um das Erreichen seines Ziels, nämlich der Steigerung des Marktanteils der Volkswagen AG von 75 auf 85-90 Prozent. Im Oktober 2005 regte der VW-Chef einen Grundlagenvertrag mit dem Konkurrenzunternehmen DaimlerChrysler an, durch den eine Kooperation in bestimmten Geschäftsfeldern realisiert werden sollte. Zum 31. Dezember 2006 verließ er den Vorstand des Wolfsburger Autokonzerns. Als Hintergrund wurden persönliche Differenzen zwischen Pischetsrieder und Piëch genannt. Nachfolger wurde der bisherige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen-Tochter Audi, Martin Winterkorn. Pischetsrieder blieb indes Angestellter der Volkswagen AG. Er wurde als Manager für "Sonderaufgaben" tätig.


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NameBernd Pischetsrieder

Geboren am15.02.1948

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortMünchen (D).