Biografie

Bernard L. Madoff

Der US-amerikanische Finanz- und Börsenmakler sowie Initiator der Technologiebörse Nasdaq entpuppte sich als größter Milliardenbetrüger der Wirtschaftsgeschichte. Nach dem Schneeballsystem in Form von Investmentfonds schädigte er weltweit Tausende von einzelnen Anlegern sowie Wohltätigkeitsorganisationen, Prominente und Banken um insgesamt über 51 Milliarden Euro, darunter Steven Spielberg oder den Hedgefond Fairfield Sentry Ltd, der allein 7 Milliarden Dollar verlor. Bernard L. Madoff wurde 2009 unter anderem wegen Wertpapierbetrugs, Geldwäsche und Urkundenfälschung zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Kritiker sehen wegen ihrer Geldgier betroffene Banken in der Mitschuld...
Bernard Lawrence "Bernie" Madoff wurde am 29. April 1938 in Queens, New York City, geboren.

Nach der Schule studierte er zunächst Jura. Das Studium brach er ab, er betätigte sich danach als Rettungsschwimmer am New Yorker Stadtstrand Rockaway Beach und im Winter als Monteur für Sprinkleranlagen in Geschäften, die er auch wartete. Mit einem Startkapital von 5.000 Dollar machte er ein Anlagenbüro auf. Madoff verfolgte dabei konservative Anlagestrategien, erwarb sich aber dennoch mit profitablen Renditen einen Namen. Im Laufe der Jahre konnte der Selfmademan seinen Ruf als angesehener Investor nicht nur festigen, sondern er galt auch als Wall-Street-Legende und als einer der einflussreichsten Investoren des amerikanischen Finanzsystems. Madoff profilierte sich als kompromissloser Kritiker der traditionellen New York Stock Exchange (NYSE), von der er mehr Unabhängigkeit forderte.

Madoff wurde darauf einer der Mitbegründer der Technologiebörse Nasdaq als unabhängige Handelsplattform, die einst als internes Händlernetzwerk startete und der er lange Zeit als Aufsichtsrat auf die Finger schaute. Auch engagierte er sich vehement dafür, dass zahllose Aktiengeschäfte von der NYSE übernommen wurden. Die Presse lobte ihn in der Vergangenheit als ausgewiesenen Fachmann, der für mehr Transparenz und Verantwortung im Börsengeschäft eintrat. Das Aus für den einst angeblich verdienten Finanzexperten Bernard L. Madoff kam 2008, nachdem ihn seine zwei Söhne wegen Anlagebetrugs und anderer Delikte bei einem Anwalt anzeigten. Damit flog der größte Finanzbetrug der US-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte auf. Madoff soll von der Wall Street aus, wo er sein Unternehmen "Madoff Investment Securities LLC" gründete, weltweit insgesamt über 4.800 Anleger geschädigt haben.

Vor allem war es Vermögen von Reichen und Superreichen, auf deren Verwaltung er sich spezialisiert hatte. Sie lockte er durch Mitarbeiter, die ihnen meist auf Partys oder Dinners hohe Renditen von bis zu 46 Prozent Zinsen versprachen. Zu den Opfern des Milliardenbetrügers zählen ebenso internationale Banken und Stiftungen, wie zum Beispiel die französische Großbank BNP Paribas und die japanische Nomura. Vielen Banken sagen Kritiker und Ermittler andererseits eine ominöse Beziehung zu Madoff nach. Über sie sollen seine Deals abgewickelt worden sein. Nach Medienberichten hat die Anklagebehörde unter anderem die Citibank, JPMorgan Chase, HSBC und UBS, aber auch Wohltätigkeitseinrichtungen, die ihr Geld bei Madoff investierten, angeklagt. Spektakulär wurde der Fall der Wiener Bank Medici von Sonja Kohn als "Wien-Connection", die in die Madoff-Deals verstrickt gewesen sein soll.

Bernard L. Madoff versprach seinen Kunden gleichbleibend hohe Renditen zwischen 8 und zwölf Prozent im Jahr, indem er mit Kundengeldern Aktien von Großunternehmen kaufte und zusätzlich Optionen, die Kursschwankungen auffingen. Eine übliche Methode von Asset-Managern, doch keiner hatte so lange Erfolg damit wie Madoff. Dieser bediente Renditeversprechungen mit neu gewonnenen Kundeninvestitionen. Schon 1992 wurde die US-Börsenaufsicht SEC auf Madoffs Machenschaften aufmerksam, doch unternommen wurde nichts. Sein System bewährte sich jahrzehntelang, bis die Anleger unter der Finanzkrise ihr Geld zurückforderten. Das Schneeballsystem brach zusammen. Der Bilanzsumme der "Madoff Investment Securities LLC" in Höhe von rund 51 Milliarden Euro stand nur ein kleiner Anteil davon tatsächlich gegenüber.

Bernard Madoffs Privatvermögen betrug mit einigen hundert Millionen Dollar nur ein Bruchteil der Schadensumme. Seit seiner Verurteilung sitzt er im US-Gefängnis der Kleinstadt Butner (North Carolina) ein. 2010 nahm sich sein ältester Sohn Mark Madoff das Leben, weil er mit den Anschuldigungen zur Verstrickung in den Milliardenbetrug angeblich nicht mehr leben konnte. Beim Bekanntwerden des Falls untersrich Bernard Madoff, dass er allein und ohne Wissen seiner Söhne gehandelt habe. Laut Presseberichten 2011 soll wenigstens eine US-Großbank von den Madoff-Betrügereien gewusst haben, bevor dieser aufflog.

NameBernard L. Madoff

Geboren am29.04.1938

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortQueens, New York City (USA).