Biografie

Baruch Spinoza

Der niederländische Philosoph mit sephardischen (iberisch-jüdischen) Vorfahren war Rationalist und gilt als einer der Begründer der modernen Bibelkritik. Baruch Spinoza (latinisiert: Benedictus de Spinoza) lehrte eine Philosophie des Pantheismus und ethischen Rationalismus. Er erkennt den Menschen eingepasst in eine Weltordnung, der auf selbsttätige Weise sein Glück findet. Gott ist für ihn die Substanz, demnach sind alle irdischen Dinge göttliche Daseinsweisen. Spinoza setzt Gott mit der Natur gleich und macht ihn somit wahrnehmbar. Wahre Erkenntnis, die gleichbestimmt ist mit dem Vernunftstreben, führt zur Tugend. Der höchste Grad der Tugend ist das Erkennen Gottes...
Benedictus de Spinoza wurde als Sohn einer portugiesisch-jüdischen Kaufmannsfamilie am 24. November 1632 in Amsterdam geboren.

Spinoza nannte sich auch Baruch de Spinoza als Latinisierung von Benedictus. Sein Vater emigrierte vor der inquisitorischen Verfolgung Spaniens Ende des 16. Jahrhunderts aus dem portugiesischen Vidiguera in die Niederlanden. Baruch Spinoza wurde im Alter von fünf Jahren in die jüdische Gemeinde "Ets Haim", zu Deutsch: "Baum des Lebens" aufgenommen. Er besuchte die Talmud-Thora-Schule und kam in Kontakt mit der jüdischen Glaubenslehre und Scholastik. Außerdem lernte er dort Hebräisch. 1649 starb der Halbbruder von Baruch Spinoza. Ab dieser Zeit arbeitete er als Kaufmann im väterlichen Betrieb mit. Gleichzeitig bildete er sich durch Studien.

Spinoza befasste sich mit den Werken von René Descartes, Francis Bacon, Thomas Hobbes, Giordano Bruno oder Thomas Campanella, die ihn in seinem Denken stark beeinflussten. Dadurch entfernte er sich erst allmählich von seinem jüdischen Glauben, dann aber immer rigoroser. In seiner kritischen Sichtweise gegen den jüdischen Glauben entwickelte er einen konkreten Zweifel daran. Spinozas Kritik führte im Jahr 1656 zum Ausschluss aus der jüdischen Glaubensgemeinde. Seine Kritik entwickelte Spinoza in seinem im Jahr 1667 erschienenen Hauptwerk "Ethik" weiter. Darin orientierte er sich stark an Descartes` Methode, in der Wahrheit nur durch die mathematische Denkweise gefunden wird. Durch den Ausschluss aus der Gemeinde musste Spinoza aus wirtschaftlicher Not seinen Geschäftsbetrieb aufgeben.

Spinoza arbeitete dann als Schleifer von optischen Gläsern. In der Zeit von 1661 bis 1663 lebte er in Rijnsburg, wo seine ersten Schriften entstanden. Schon darin sind seine Themen angelegt, die er dann aber mit mathematischer Methodik in seinem Hauptwerk bearbeitete. In dieser Zeit entstand auch das Fragment gebliebene Werk mit dem Titel "Abhandlung über die Vervollkommnung des Verstandes", das aber erst in seinem Todesjahr 1677 veröffentlicht wurde. 1663 verließ Spinoza Rijnsburg und siedelte nach Voorburg um. Dort begannen die Arbeiten zur "Ethik". Zudem äußerte er sich zum aktuellen Geistesgeschehen. Den Konflikt zwischen den Calvinisten und den liberalen Anhängern des später ermordeten niederländischen Politikers Jan de Witt nutzte Spinoza, um seine Ansichten zur Toleranz in Religion und Politik publik zu machen. 1669 zog er nach Den Haag.

Dort wurde im Jahr 1670 sein "Tractatus Theologico-Politicus" herausgegeben, der vier Jahre später verboten wurde. 1673 lehnte er die Berufung zu einer Professur für Philosophie an die Universität Heidelberg durch den pfälzischen Kurfürsten Karl Ludwig ab. Spinoza wollte in seiner Meinung unabhängig bleiben. Nach Spinoza führt die Erkenntnis über die Ordnung und die Gesetze der Natur zur eigenen Glückseligkeit. Und je höher diese Kenntnisse sind, desto höher ist die Glückseligkeit, denn dann erkennt der Mensch am besten, was für ihn gut ist. In der Natur existiert nichts, was ihren Gesetzen entgegenläuft. So haben bestimmte Ursachen auch bestimmte Wirkungen, die in einer festen Verkettung hervorgebracht werden. So ergeht es auch der Seele, die, wenn sie ein Ding erkennt, fortlaufend Wirkungen in objektiver Weise erzeugt.

Für Spinoza gehört die Seele zur Natur, die dem Mensch in der Ausdehnung und im Denken offenbart wird. Natur ist demnach Materie und Geist zugleich. Alle Dinge der Welt, alle Ideen sind Modifikationen einer einzigen Substanz, die ewig und unendlich ist. Über diese Substanz hinaus gibt es kein Sein. Spinoza setzt diese Substanz mit Gott gleich. Für ihn ist die Natur gleichzusetzen mit Gott, der dadurch wahrnehmbar wird und kein transzendentes Wesen mehr ist. Dies bedeutet für ihn wiederum, wenn der Mensch möglichst viele Einzeldinge erkennt, umso mehr erkennt er Gott. Je höher die Erkenntnis ist, je höher ist auch die Zuneigung zu Gott, worin die Glückseligkeit des Menschen besteht. Spinoza lehrt hierbei einen strengen Determinismus, dem der Mensch ausgesetzt ist. Die scheinbare Freiheit des Menschen besteht aus seinem Nichtbewusstsein dieses Determinismus.

Spinozas Lehre war zunächst umstritten und fand wenig Zustimmung. Das allgemeine Interesse daran wuchs im Rahmen eines Konfliktes zwischen dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi und Moses Mendelssohn über die Spinoza-Ansichten von Gotthold Ephraim Lessing. Zur Verbreitung und einer hohen Akzeptanz trugen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Herder bei.

Benedictus de Spinoza starb am 21. Februar 1677 in Den Haag an Tuberkulose.

NameBaruch Spinoza

AliasBenedictus de Spinoza

Geboren am24.11.1632

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortAmsterdam (NL).

Verstorben am21.02.1677

TodesortDen Haag (NL).