Biografie

August von Finck Jr.

Dem deutschen Bankierssohn und Investor blieb im Interesse des Familienunternehmens Merck, Finck & Co. eine Verwirklichung seines Berufswunsches als Landwirt versagt. Nach einer entsprechenden Ausbildung in dem väterlichen Unternehmen war daher August von Finck Jr. von 1980 bis 1990 als Sprecher der Geschäftsleitung für die Privatbank tätig, die er jedoch 1990 an die britische Barclays Bank veräußerte. Seither führt der Baron seine weltweiten Investmentgeschäfte von der Schweiz aus. Es folgten Beteiligungen an Schweizer Unternehmen wie etwa dem Maschinenbauer Von Roll, Alusuisse-Lonza, dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle, der Warenprüf-Holding Société Générale de Surveillance (SGS SA in Genf), dem Feuerfestunternehmen RHI AG, Wien oder dem traditionsreichen Edelmetall-Händler Degussa...

Menschen und Marken
August von Finck wurde am 11. März 1930 in München als Sohn des Privatbankiers August von Finck Sr. (1898-1980) geboren.

Dieser hatte das Unternehmen von seinem Vater Wilhelm von Finck übernommen, der das Bankhaus 1890 gründete. Sein Vater profitierte unter dem Nationalsozialismus von der Unterstützung Adolf Hitlers, indem er sein Bankhaus in Familienbesitz "Merck, Finck & Co." durch die so genannte "Arisierung" jüdischer Bankhäuser wie "J. Dreyfus & Co." und "Rothschild" beträchtlich ausbauen konnte. Nach der Schule wollte Finck eigentlich Landwirt werden. Dieser Berufswunsch blieb ihm aufgrund des strengen Regiments seines Vaters jedoch versagt. Der Bankierssohn wurde vielmehr in eine Bankausbildung im Familienunternehmen gezwungen.

Im Jahr 1973 übertrug der Vater aus steuerlichen Gründen sein Vermögen auf die Söhne August und Wilhelm, die zugleich verpflichtet wurden, es als Haftungsgrundlage für das Bankhaus einzusetzen, indem sie nun bereits in leitenden Positionen tätig waren. Als sein Vater 1980 starb, übernahm August von Finck dann die Rolle des Bankvorstehers. Kurz darauf kaufte er sich in die bayerische Traditionsbrauerei "Löwenbräu" ein, die er jedoch in den folgenden Jahren durch eine eigenwillige Personalpolitik fast ruiniert hätte. Auch beim Einstieg in das Schweizer Gastronomie-Unternehmen "Mövenpick" löste Finck zunächst eine Konzernkrise aus, da er das Management auswechselte. Im Herbst 1990 verkaufte Finck überraschend das Familienunternehmen für 300 Millionen Euro an die britische Barclays Bank Plc. Diese verkaufte es 1999 ihrerseits an die Kreditbank S.A. Luxembourgeoise (KBL) weiter.

Fincks Lösung von der "Merck Finck & Co." bildete den Auftakt für eine Verlagerung seiner Geschäftsaktivitäten in Richtung Schweiz. Dort ließen sich Finck und Familie 1999 im Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau nieder. Von dort leitete Baron von Finck seither seine umfangreichen Investmentgeschäfte. Auch unterstützte er als vehementer Gegner des Euro in den 1990er Jahren die rechtsgerichtete deutsche Splitterpartei "Bund Freier Bürger" (BFB). Es folgten Beteiligungen an Schweizer Unternehmen wie etwa dem Maschinenbauer Von Roll, Alusuisse-Lonza, dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle, der Warenprüf-Holding Société Générale de Surveillance (SGS SA in Genf) oder dem Feuerfestunternehmen RHI AG, Wien. 2011 erwarb er die Namensrechte von dem traditionsreichen Edelmetall-Händler Degussa, um im Goldhandel aktiv zu werden.

Indes hatte sich August von Finck immer mehr aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. Dieses wurde von seinen Söhnen August-Francois von Finck und Luitpold-Ferdinand von Finck übernommen. Aus seiner Ehe mit Francine von Finck, geb. Le Tanneux de Saint Paul, stammen insgesamt vier Kinder. Mit einem 2010 geschätzten Vermögen von rund 8,4 Milliarden US-Dollar lag er auf Platz 5 des Forbes-Ranking für Deutschland und auf Platz 108 weltweit.


Menschen und Marken

NameAugust von Finck Jr.

Geboren am11.03.1930

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMünchen (D).