Biografie

Heinz Fischer

Der promovierte Jurist und Hochschullehrer engagiert sich seit Beginn der 1960er Jahre bei den österreichischen Sozialisten (heute: Sozialdemokraten), was ihm neben einem Ministerposten mehrmals den Fraktionsvorsitz und den stellvertretenden Parteivorsitz der SPÖ bescherte. 1990-2002 stellte Heinz Fischer den Ersten Nationalratspräsidenten der Republik Österreich. Seit Mitte 2004 amtiert der erfahrene Politiker als Bundespräsident der Alpenrepublik...

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Heinz Fischer wurde am 9. Oktober 1938 in Graz (Steiermark, Österreich) geboren.

Nachdem er 1956 das Abitur in Wien abgelegt hatte, nahm Fischer 1957 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien auf. 1961 schloss er mit der juristischen Promotion ab. Bereits während des Studiums engagierte sich Fischer politisch im sozialistischen Studentenverband. Nach dem Studium war er zunächst am Straflandesgericht Wien tätig. 1963 wurde Fischer zum Sekretär der sozialistischen SPÖ-Fraktion im österreichischen Parlament berufen. Bei den Parlamentswahlen vom Herbst 1971 zog er für die SPÖ erstmals in den Nationalrat ein.

In den folgenden Jahren übernahm Fischer mehrere Kommissionsaufgaben im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unter der SPÖ-Regierung von Bruno Kreisky. Seit Jahresende 1975 bis Mitte 1983 war er als Vorsitzender der SPÖ-Fraktion tätig. 1979 erhob man Fischer zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden der SPÖ. Daneben entfaltete Fischer auch eine akademische Tätigkeit: Ab 1978 lehrte er Politologie an der Universität Innsbruck, ab 1994 tat er dies im Rahmen eines ordentlichen Lehrstuhls. Nach den Parlamentswahlen vom Frühjahr 1983 berief man Fischer zum Wissenschaftsminister in die SPÖ-FPÖ-Regierung unter Fred Sinowatz.

Dieses Amt hatte er bis Jahresbeginn 1987 inne, als er nach der Bildung einer SPÖ-ÖVP-Regierung infolge der Nationalratswahlen vom November 1986 wieder an den SPÖ-Fraktionsvorsitz zurückkehrte. Nach dem erneuten Wahlerfolg seiner Partei bei den Parlamentswahlen vom Oktober 1990 wurde Fischer im nachfolgenden Monat zum Ersten Nationalratspräsidenten ernannt. Als stellvertretender Vorsitzender der SPÖ betrieb er Mitte 1991 die Wandlung der sozialistischen SPÖ zu einer sozialdemokratischen Partei. Nach den Parlamentswahlen vom Oktober 1994 wurde Fischer für eine zweite Amtszeit im Amt des Nationalratspräsidenten bestätigt.

Dieses Votum wiederholte sich auch infolge der Neuwahlen vom Jahresende 1995, die wegen des Bruchs der SPÖ-ÖVP-Koalition im Oktober desseleben Jahres notwendig geworden waren. Fischer gelang es allerdings nach den Parlamentswahlen vom Oktober 1999 nicht, als Vertreter seiner Partei gegenüber der ÖVP ein neues Regierungsbündnis durchzusetzen: Zu Jahresbeginn 2000 ging die ÖVP eine innenpolitisch und auch international äußerst umstrittene Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ Jörg Haiders unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ein, während Fischer seine Funktion als Erster Nationalratspräsident noch bis Dezember 2002 halten konnte.

Ab Jahresende 2002 wurde er dann zum Zweiten Nationalratspräsidenten berufen. Nachdem Fischer zu Jahresbeginn 2004 von den österreichischen Sozialdemokraten zum Bundespräsidentschaftskandidaten nominiert worden war, wurde er im April des Jahres zum neuen Staatsoberhaupt der Republik Österreich gewählt. Das hohe Amt trat er am 8. Juli 2004 an, zwei Tage nach dem Tod seines Vorgängers Thomas Klestil. Fischer ist in vielerlei Hinsicht publizistisch aktiv. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Politikwissenschaft und des Journals für Rechtspolitik. Außerdem veröffentlichte er mehrere Bücher, die sich mit der Zeitgeschichte und aktuellen Politik Österreichs auseinandersetzen.

Im März 2005 kam der österreichische Bundespräsident zu einem Staatsbesuch nach Berlin.

Heinz Fischer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.


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NameHeinz Fischer

Geboren am09.10.1938

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortGraz, Steiermark (A).