Biografie

August Bebel

Der deutsche Politiker August Bebel war der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und ihr langjähriger Vorsitzender. Als Vorläuferpartei der SPD gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDA). Bebel war maßgeblich beteiligt am Entwurf des Erfurter Programms. Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die SPD unter August Bebel zu einer Massenpartei. Sie wurde im Jahr 1912 stärkste Fraktion im Reichstag. Politisch suchte Bebel in der SPD den Mittelweg zwischen marxistischen Theorien und politischer Praxis...
August Bebel wurde am 22. Februar 1840 als Sohn eines Unteroffiziers in Köln-Deutz geboren.

Bebel verlor seinen Vater als Dreijähriger. Danach verbrachte er seine Kinder- und Jugendjahre in Wetzlar. Er ließ sich zum Drechsler ausbilden. Im Anschluss daran begab er sich auf die Gesellenwanderschaft. 1860 führt ihn sein Weg nach Leipzig, wo er sich niederließ und als Drechslermeister eine Werkstatt eröffnete. Zwei Jahre später schloss er sich der Arbeiterbewegung und dem Sozialismus an. Dazu beeinflusst und bewogen hatten ihn Ferdinand Lassalle. 1865 wurde er Vorsitzender des Leipziger Arbeiterbildungsvereins. Zusammen mit Wilhelm Liebknecht rief er im Jahr 1866 die Sächsische Volkspartei ins Leben.

Im Jahr 1867 saß er als ihr Abgeordneter im Norddeutschen Bundestag. Im gleichen Jahr wurde er Vorsitzender im Verband der deutschen Arbeiterbildungsvereine. Zusammen mit Wilhelm Liebknecht gründete August Bebel 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDA), die sich für die marxistischen Ideen und den internationalen Sozialismus der Ersten Internationale aussprach und politisch den preußischen Staat ablehnte. Kritisch stand sie den Anschauungen Ferdinand Lassalles und seinem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) gegenüber.

Bebel wurde ihr erster gewählter Präsident und ihr Vertreter im Reichstag, dem er seit der Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 fast sein ganzes Leben lang angehörte – ausgenommen von kurzen Unterbrechungen. In der Zeit von 1881 bis 1891 vertrat er die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands gleichfalls im Sächsischen Landtag. Wegen seiner sozialdemokratischen Aktivitäten wurden August Bebel und Wilhelm Liebknecht im Jahr 1872 wegen Hochverrats vor Gericht gestellt und zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt.

Im Jahr 1875 engagierte sich Bebel mit Nachdruck für die Zusammenführung von Lassalles Allgemeinem Deutschen Arbeiterverein (ADAV) mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP). Danach bezeichnete sich die Partei als Sozialistische Arbeiterpartei (SAP). 1886 wurde er wegen Geheimbund-Aktivitäten wiederholt abgeurteilt. 1878 erließ der Reichstag auf Betreiben von Reichskanzler Graf Otto von Bismarck wegen des Attentats auf Wilhelm I. das Sozialistengesetz, das verschiedene sozialistische Gruppierungen, Vereine und Parteien wie zum Beispiel auch die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) verbot.

In dieser Zeit bildete die Fraktion der Sozialistischen Arbeiterpartei im Reichstag, die sich aus insgesamt neun Vertretern zusammensetzte, die einzige legale beschlussfassende Körperschaft der sozialistischen Bewegung in Deutschland. Nach dem Beschluss der Sozialistengesetze siedelte August Bebel nach Berlin über. Der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung treu verbunden, kämpfte er dort für diese Sache in Veröffentlichungen, Vorträgen und Reden. Der Kirche und Religion stand er ablehnend gegenüber. 1981 dankte Reichskanzler Bismarck ab, und die Sozialistengesetzen wurden aufgehoben.

In dieser Zeit engagierte sich Bebel mit Nachdruck an der Neuformierung der Sozialisten in der SPD. Er war einer der maßgeblichen Gestalter des Erfurter Programms. Bebel übernahm den Vorsitz der SPD. Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die SPD unter der Führung von August Bebel zu einer Massenpartei. 1912 gab es im Reichstag keine stärkere Fraktion als die SPD. Bebel bemühte sich um eine ausgleichende Haltung zwischen marxistischem Gedankengut und politischer Praxis. Es selbst verfolgte in der Partei einen marxistischen Mittelweg und wandte sich gegen Linksradikalisten und Rechtsrevisionisten.

Die Zweite Internationale orientierte sich in der organisatorischen Struktur und in ihrem Programm an der SPD. August Bebels politische und parteiliche Aktivitäten wurden begleitet von zahlreichen Schriften wie zum Beispiel "Unsere Ziele" (1870), "Der Deutsche Bauernkrieg" (1876), "Die Frau und der Sozialismus" (1879), "Charles Fourier" (1888) oder "Aus meinem Leben" (1910 – 1914).

August Bebel starb am 13. August 1913 in Passug im Schweizer Kanton Graubünden.

NameAugust Bebel

Geboren am22.02.1840

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortKöln (D).

Verstorben am13.08.1913

TodesortPassug (CH).