Biografie

Ludwig Renn

Das Hauptwerk des Schriftstellers trägt den Titel "Krieg" (1928). Der Roman aus der Zeit der Weimarer Republik erzählt aus der Sicht des einfachen Soldaten die Kriegsgeschehnisse, ohne den großen Zusammenhang oder Ursachen zu erfassen. Der Erzählstil verzichtet bewusst auf literarische Kunstmittel. Das Folgewerk mit dem Titel "Nachkrieg" (1930) befasst sich mit der Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der politischen Formation. In der DDR verfasste Ludwig Renn autobiografische Schriften sowie Kinder- und Jugendbücher. In der Zeit von 1969 bis 1975 hatte er die Ehrenpräsidentschaft der Akademie der Künste inne...
Ludwig Renn wurde als Sohn des Mathematikprofessors und Prinzenerziehers Johann Vieth von Golßenau am 22. April 1889 in Dresden geboren.

Renn hieß mit bürgerlichem Namen Arnold Friedrich Vieth von Golßenau. Renn besuchte das Gymnasium und absolvierte das Abitur. 1919 meldete er sich zum Militär und wählte die Offizierslaufbahn. Er war beim 1. Königlich-Sächsischen Leibgrenadierregiment 100 stationiert. Er nahm in der Zeit von 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg zunächst als Regimentsadjutant teil. Dann wurde er an die Westfront als Kompanie- und Bataillonsführer versetzt. Nach dem Krieg war Ludwig Renn als Hundertschaftsführer der Sicherheitspolizei tätig. 1920 beendete er diese Tätigkeit, nachdem er sich weigerte, während des Kapp-Lüttwitz-Putsches auf revoltierende Arbeiter zu schießen. Ab dem Jahr 1920 studierte Renn an den Universitäten Göttingen und München Nationalökonomie, russische Philologie, Kunstgeschichte und Jura.

In den beiden Jahre 1915 und 1926 reiste er zu Fuß durch Europa und den Orient. Danach setzte er in den Jahren 1926 und 1927 an der Universität Wien sein Studium fort und wechselte zu den Fächern Archäologie und Ostasiatische Geschichte. In der Zeit um 1927 beschäftigte sich Ludwig Renn mit den Werken von Karl Marx, John Reed und Lenin. Sie wirkten prägend auf sein Denken. Großen Einfluss hatten gleichfalls die Erlebnisse von Polizeigewalt gegen Arbeiterdemonstranten in Wien. 1927 siedelte Renn wieder nach Deutschland über. In dieser Zeit hielt er an der Volkshochschule unter dem Pseudonym Ludwig Renn Vorträge über die Geschichte von China. 1928 wurde er Mitglied in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Im gleichen Jahr erschien sein Hauptwerk, der Roman "Krieg", vorabgedruckt in der "Frankfurter Zeitung".

Der Roman aus der Zeit der Weimarer Republik erzählt aus der Perspektiven des einfachen Soldaten Ludwig Renn Kriegsgeschehnisse, die aber in keinen Gesamtzusammenhang gebracht werden. Auffallend an diesem Werk ist der kunstlose Prosastil in Form der Dokumentation. Lobend erwähnt der Autor die Kameradschaft unter den Soldaten. Ludwig Renn trat im Jahr 1928 dem "Roten Kämpferbund" und dem "Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller Deutschlands" (BPRS) bei. Ab dieser Zeit nannte er sich ausschließlich Ludwig Renn. In der Zeit von 1928 bis 1932 war er Mitherausgeber der Zeitschrift "Aufbruch", die eine Plattform der Kommunisten war für ihre militärpolitischen Schriften. Gleichzeitig gab er unter Mitwirkung von Johannes R. Becher und anderen die Zeitschrift "Die Linkskurve" heraus, die das Sprachrohr des "Bundes Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller Deutschlands" war.

In den Jahren 1929 und 1930 unternahm Renn zwei Reisen in die Sowjetunion. Im Jahr 1930 wurde sein zweiter Roman mit dem Titel "Nachkrieg" publiziert. Er umfasst den Zeitraum von der Revolution in den Jahren 1919 bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch. Das Werk beschreibt die Zeit der politischen Polarisierung und der Orientierungslosigkeit ehemalige Kriegsteilnehmer. In den beiden Jahren 1931 und 1932 war Ludwig Renn an der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) in Berlin tätig, wo er Vorträge hielt. Aus einer Veranstaltung heraus wurde er festgenommen mit der Begründung des literarischen Hochverrats. 1933 wurde er wieder entlassen. Doch kurz darauf wurde er nach dem Reichstagbrand im Februar abermals verhaftet mit der Begründung der Schutzhaft. Im Jahr darauf wurde er wegen Mithilfe zum Hochverrat zu einer Zuchthausstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Im Jahr 1935 wurde er aus der Haft entlassen. 1936 emigrierte er nach Spanien und nahm dort als Bataillonsführer und Brigade-Stabschef am Spanischen Bürgerkrieg teil. Zur Unterstützung der republikanischen Regierung in Spanien reiste Ludwig Renn in den beiden Jahren 1937 und 1938 durch Nordamerika, Kanada und Kuba. 1939 wurde er während eines Rückzuges der Interbrigaden in Frankreich in einem Lager festgesetzt. Durch Intervention kam er wieder frei. 1940 zog sich Ludwig Renn nach Mexiko zurück. Dort lehrte er an der Universität Moerlia als Professor für europäischen Geschichte und Sprachen. In der Zeit von 1941 bis 1946 leitete er die Initiative "Freies Deutschland" und das "Lateinamerikanische Komitee der freien Deutschen". 1947 kehrte er nach Deutschland zurück. Er trat der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei.

Im gleichen Jahr leitete er das Kulturwissenschaftliche Institut in Dresden, und er wurde Professor für Anthropologie an der dortigen Technischen Hochschule. Im Jahr 1949 bekam er die Ehrendoktorwürde der Dresdner Hochschule verliehen. 1951 verließ er Dresden und zog nach Berlin. Dort lehrte er an der Universität. Ab dem Jahr 1952 war er als freier Schriftsteller tätig. In dieser Zeit verfasste er Kinder- und Jugendbücher, aber auch politische und militärgeschichtliche Schriften sowie Autobiografisches. Im gleichen Jahr wurde er in die Deutsche Akademie der Künste in Ostberlin aufgenommen. Ludwig Renn wurde ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller. Zu seinen Ehrungen zählen unter anderem Kinderbuchpreise und zweimal der Nationalpreis der DDR. In der Zeit von 1969 bis 1975 hatte er die Ehrenpräsidentschaft der Akademie der Künste inne.

Ludwig Renn starb am 21. Juli 1979 in Berlin.

Im Jahr 1980 kam seine Autobiografie mit dem Titel "Anstöße in meinem Leben" posthum heraus.

NameArnold Friedrich Vieth von Golßenau

AliasLudwig Renn

Geboren am22.04.1889

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortDresden (D).

Verstorben am21.07.1979

TodesortBerlin (D).

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