Biografie

Antoni Gaudi

Der spanische Kunsthandwerker war der erste Architekt der Moderne, der bildhauerische Akzente setzte. Besonders in der nordspanischen Küstenmetropole Barcelona realisierte er bedeutende Werke wie Kirchenbauten, Wohnhäuser oder Schulen. Mit futuristisch-phantasievollen Stil eröffnete Antoni Placid Gaudi y Cornet nachfolgenden Architekturepochen vielfältige Stil- und Konstruktionsmöglichkeiten. In seinem Schaffen vereinigte er technische Anforderungen mit künstlerischer Ästhetik. Unter anderem besteht sein Verdienst darin, die traditionelle Steinziegel-Baumethode Spaniens weiter entwickelt zu haben. Sein persönlicher Baustil orientierte sich am Jugendstil, den er ornamentenreich in Szene setzte...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Antoni Placid Gaudi y Cornet wurde als Sohn eines Schmieds am 10. Juni 1852 in Reus, in der Nähe der nordspanischen Küstenstadt Tarragona, geboren.

Gaudi y Cornet absolvierte zunächst eine Lehre als Schmied. 1872 begann er an der Escola Superior d` Arquitectura in Barcelona ein Studium. Noch während seiner Studien entwarf er zusammen mit einem anderen katalanischen Architekten die Brunnenanlage im Parc de la Ciutadella in Barcelona. Das Bauvorhaben wurde in den Jahren 1877 bis 1882 realisiert. 1878 schloss Gaudi die Ausbildung mit dem Diplom ab. Im Anschluss daran beschäftigten ihn einige Reisen nach Katalonien und in andere Regionen. Dabei stieß er auf den französischen Baumeister und Kulturhistoriker Eugenie Emmanuel Viollet-le-Duc und seine Werke, die ihn stark beeinflussten.

Das Projekt Casa Vicens in Barcelona zählt gleichfalls zu Gaudis Frühwerken, das in der Zeit von 1878 bis 1880 fertiggestellt wurde, ebenso wie das Haus El Capricho im nordspanischen Comillas, das den Architekten in den Jahren 1883 bis 1885 beschäftigte. In diesem Hausprojekt dokumentierte Gaudi seinen meisterhaften Umgang mit dem Baumaterial Eisen, für den seine Ausbildung als Schmied eine glänzende Voraussetzung bildete. 1882 startete die Zusammenarbeit mit dem Grafen Eusebi Güell als Auftraggeber, der zudem sein größter Mäzen wurde. Gaudi realisierte für ihn auf seinem Gut Les Corts in der Nähe von Barcelona einige Bauten wie Stallungen und das Eingangstor. 1883 begann Gaudi seine Arbeit an der monumentalen Kathedrale Sagrada Familia in Barcelona, die ihn sein ganzes weiteres Leben beschäftigen sollte.

Er arbeitete daran insgesamt 43 Jahre lang. Das Werk ist bis heute noch unvollendet. Gaudi plante für die gigantische Kirche eine Empore für 1.500 Sänger, 700 Kinder und fünf Orgeln. 1885 begannen die Entwurfsarbeiten zum Palau Güell in der Altstadt von Barcelona, seinem zweiten Auftrag für seinen Gönner Eusebi Güell. Auf einer Grundfläche von 18 mal zwölf Metern entstand ein Bau mit Kuppel, Verglasung und Stiegen, der äußerlich eine voluminöse Erscheinung hermachte. 1889 waren die Arbeiten dazu beendet. In dieser Zeit plante der spanische Architekt sein nächstes Projekt, den Pavillon der Schiffsgesellschaft Compañia Trandatlántica für die See-Ausstellung in Cadiz. Im Jahr darauf plante er für den gleichen Auftraggeber einen Pavillon für die Weltausstellung in Barcelona.

Im Jahr 1887 beschäftigte ihn der Neubau des abgebrannten Bischofspalais in León. Die Arbeiten wurden durch den Tod des Auftraggebers Juan Grau, Bischof von Astorga, im Jahr 1890 nie beendet. 1894 wurde der Sakralbau Convento Teresiano fertiggestellt. Dabei entstand ein Gebäude, das die Stilsprache der Neugotik mit ihren klaren Linien zum Ausdruck brachte. Gaudi musste auf seine sonstige gestalterische Gewohnheit der Ornamentierung und Detaillierung aus Kostengründen verzichten. Sein Schaffen wurde von der Leitidee eines der Mittelmeerregion angepassten gotischen Stils und des traditionellen Katholizismus in der Baukunst bestimmt. Dabei spielte das Licht und Klima seines Landes eine vordergründige Rolle, die er in seinen Entwürfen einfließen ließ.

In der Zeit von 1898 bis 1904 war Gaudi mit der Planung und Realisierung der Casa Calvet in Barcelona beschäftigt. Dazu setzte er eine seiner traditionellsten Planungen um. Die Maßnahme wurde von der Stadt mit einem offiziellen Preis ausgelobt. Es blieb die einzige Auszeichnung von Barcelona, obwohl Gaudi dort seine wichtigsten Werke realisierte. 1898 plante Gaudi für den Grafen Güell Wohnungen für die Mitarbeiter seines Fabrikunternehmens in Santa Coloma de Cervelló. Unter anderem war auch eine Kapelle dabei, an der er gestalterische Experimente vollführte, die anderswo wie zum Beispiel in der Kathedrale Sagrada Familia Anwendung fanden. Das Planwerk blieb Fragment, ebenso wie der Park Güell, der als Gartenstadt vorgesehen war.

Das Projekt bestand aus einem Ensemble von Gärten und architektonischen Formen, die im harmonischen Ausgleich zueinander stehen sollten. Gaudi war vielseitig. Er plante Wohnungen, Stadthäuser, Schulen, Kirchen und Gartenlandschaften. 1905 machte sich Gaudi an seinen letzten Entwurf. Er entwarf das Casa Milá als Wohnhaus. Doch auch dieses planvolle Werk wurde nicht vollendet. 1911 erkrankte der Architekt.

Antoni Gaudi starb am 10. Juni 1926 an den Folgen eines Unfalls mit der Straßenbahn.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameAntoni Gaudi

Geboren am25.06.1852

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortReus, Tarragona (E).

Verstorben am10.06.1926

TodesortBarcelona (E).