Biografie

Anselm Kiefer

Der deutsche Künstler zählt zu den bedeutendsten Gegenwartsmalern. In seinem Kunstverständnis vertritt er die Neue Figuration. Anselm Kiefer orientierte sich in seiner Zeit als Malschüler am expressiven Stil eines Georg Baselitz. In seiner Motivauswahl wandte er sich dabei hölzernen Innenräumen zu. Die Bilder, zu denen er auch Glas, Holz oder andere Stoffe verwendete, sind geprägt von einem dicken Farbaufstrich, den er durch Feuer oder Axthiebe manipulierte. Zu seinem Werk zählen darüber hinaus Aquarelle und Holzschnitte. 1999 wurde Anselm Kiefer Preisträger der bedeutenden japanischen Auszeichnung "Praemium Imperiale"; 2008 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuerkannt...
Anselm Kiefer wurde am 8. März 1945 in Donaueschingen geboren.

Von 1965 bis 1970 studierte Anselm Kiefer Romanistik und Jura. Bereits in dieser Zeit widmete er sich der Malkunst. In den Jahren von 1966 bis 1968 studierte er in Freiburg Malerei. 1969 wechselte er an die Karlsruher Kunstakademie, wo er ein Schüler von Horst Antes war. Im gleichen Jahr provozierte Kiefer mit einem Hitlergruß in der Schweiz, in Frankreich und Italien. Er ließ sich in dieser Pose fotografieren und bezweckte damit die Sensibilisierung zum Thema der deutschen Nazi-Geschichte. Der Photoreihe gab er den Titel "Besetzungen". Dieser Akt richtete sich nicht nur gegen das Vergessen – diesen Aspekt unterlegte er später seinen Bild- und Materialwerken –, sondern sollte auch Aufmerksamkeit erwecken auf zahlreiche Wurzeln der Kultur im Dritten Reich.

Anselm Kiefer griff diesen Themenbereich in seinen Arbeiten immer wieder auf. Von 1970 bis 1972 besuchte er den Unterricht von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie. In dieser Phase richtete er sich nach der expressiven Strömung und realisierte seine Werke im Stile von Georg Baselitz. Es entstanden hölzerne Innenräume, die er mit Mythologien und Ideologien deutscher Geschichte in Verbindung brachte, so wie die Bildbezeichnungen "Parsifal" oder "Friedrich II." verraten. Er gestaltete die Gemälde mit einem dicken Farbauftrag, den er nicht allein mittels Axthieben oder Feuer veränderte, sondern auch noch mit Blei, Stoff und anderem Material ergänzte.

Die Zerstörungen solcher auch politisch motivierter Materialwerke betitelte er unter anderem mit "Malerei der verbrannten Erde" (1974) oder "Bilderstreit" (1976, 1977, 1978, 1980). Der Gegenstand seiner Malerei und die künstlerische Ausdruckssprache standen dabei in enger Verbindung. Mit seiner Verquickung von Kunst und politischer Aussage löste Kiefer auch kontroverse Diskussionen – selbst auf internationaler Ebene – aus. Immer wieder verwendete Kiefer symbolische, hinweisende und mythische Elemente aus der deutschen Geschichte in seinen Bildern. Auf diesen Weg brachte ihn sein Lehrer Joseph Beuys. Damit erfüllte Kiefer die Absicht nach der analytischen und provozierenden Funktion, die seine Kunst für ihn zu erfüllen hat.

In dieser intentionalen Funktionalität überschritt er auch immer wieder die Grenzen tabuisierter Themenbereiche, wie eben den deutschen Nationalsozialismus. Anselm Kiefer knüpft mit vielen seiner Werke an die Historienmalerei an. Ende der Achtziger konzentrierte er sich auf die jüdische Geheimlehre und Mystik der Kabbala. Seine diesbezügliche Beschäftigung setzte er künstlerisch um, und es entstanden Großskulpturen aus Blei mit Titeln wie "Zweistromland" (1986 – 1989) und "Mohn und Gedächtnis" (1989). Zu den ausgesuchten Themen seiner Gemälde- und Skulpturenkunst wählte er gezielt Entwürfe als Fotobearbeitung, Aquarelle oder auch Holzschnitte, die sein Werk ergänzen. Zahlreiche Werke des Künstlers hängen in internationalen Museen.

Kiefer trat mit seinen Arbeiten in regelmäßiger Folge auch auf der documenta-Ausstellung in Kassel auf. Neben Gemälden gestaltet er Holzschnitte und Aquarelle. Außerdem übermalt er Photos und Bücher. 1999 wurde Anselm Kiefer der "Praemium Imperiale" der Japan Art Association für sein Lebenswerk verliehen. Ende Oktober 2007 enthüllte er im Pariser Louvre ein von ihm erstelltes Auftragswerk. 2008 wurde Kiefer, als erstem bildenden Künstler, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuerkannt.

Anselm Kiefer lebt abwechselnd im Odenwald und im südfranzösischen Barjac.

NameAnselm Kiefer

Geboren am08.03.1945

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortDonaueschingen (D).