Biografie

Andy Warhol

Der US-amerikanische Maler, Fotograf und Filmemacher war Mitbegründer und Vollender der Pop-Art. Darin propagierte er den "American Way of Life". Merkmal seines Schaffens waren die seriellen Produktionen seiner Kunstwerke in der sogenannten "Factory", die von Freuden und Mitarbeitern betrieben wurde. Andy Warhol fertigte hier Siebdrucke von Massenidolen aus Musik, Film oder Politik wie Elvis Presley, Marilyn Monroe, John F. Kennedy oder Mao Zedong an. Siebdrucke von Alltagsgegenständen wie Suppendosen, Cola-Flaschen oder Geldscheinen konfrontierten den Betrachter mit vertrauten Objekten in einer künstlichen, popigen Welt. Vorbild für Warhol war die dadaistische Forderung nach der Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben. Diese Werke ließen ihn ab den 1970er Jahren zu einem der bekanntesten Künstler seiner Zeit aufsteigen...
Andy Warhol wurde als Sohn tschechischer Einwanderer mit Namen Andrej Warhola am 6. August 1927 im US-amerikanischen Pittsburgh, Pennsylvania geboren.

Über sein genaues Geburtsdatum und seinen genauen Geburtsort bestehen uneinige Angaben. Andy Warhols Vater, der im Kohlebergbau arbeitete, soll bereits 1942 gestorben sein. Der Sohn wuchs bei seiner Mutter Julia Warhola auf. Schon früh interessierte sich der junge Warhol für Bilder. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Schaufensterdekorateur. Von 1945 bis 1949 studierte er in Pittsburgh am Carnegie Institute of Technology. Nachdem er das Studium beendet hatte, machte er Werbung für einen Schuhhersteller in New York. Darüber hinaus arbeitete er als Werbegrafiker und Illustrator für verschiedene Magazine, wie "Vogue" und "Harper´s Bazaar". In dieser Zeit änderte er seinen ursprünglichen Namen in Andy Warhol. 1952 fand erstmals eine Einzelausstellung seiner Werke in der Hugo Gallery in New York statt.

In dieser und der nachfolgenden Zeit entwarf er Bühnenbilder. Andy Warhol ließ sich die Haare hell färben, was zu seinem persönlichen Markenzeichen wurde. 1956 gewannen seine ausgestellten Werbezeichnungen für Schuhe den "Thirty Fifth Annual Art Director´s Club Award". 1957 wurde er mit einem Preis für eine Schaufenstergestaltung geehrt. Zwei Jahre später stellte er erstmals seine Werke in der Galerie Bodley aus. Ab dem Jahr 1961 – zeitgleich mit Roy Lichtenstein – fing Warhol an, alltägliche Dinge und Massenprodukte, wie Coca-Cola-Flaschen, nach Comic-Art abzubilden. Zunächst zeichnete er seine Werke noch mit der Hand. Ab 1962 verwendete er das Siebdruckverfahren als Vervielfältigungsmöglichkeit. Dabei produzierte er auch Wiedergaben von Photos, die er mit grellen Farben ergänzte. Aufsehen in der Fachwelt und außerhalb erregte er mit den Darstellungen von Massenprodukten des alltäglichen Lebens.

Warhol avancierte damit zum "Anti-Künstler". 1962 nahm er in der Janis-Gallery an der Ausstellung "Neue Realisten" teil. Warhol war längst zu einem der führendsten Künstler der Avantgardisten geworden, die die Pop-Art vertraten und realisierten. Berühmt wurden seine Portrait-Bilder mit prominenten Persönlichkeiten aus Musik, Politik oder Film. Er fertigte Werke von Jacqueline Kennedy oder Elizabeth Taylor an, nach Vorlagen von Photos. Warhols Ölbild mit dem Titel "Campbell-Suppendose mit sich lösendem Etikett" erzielte damals auf einer Auktion einen Preis von 60.000 US-Dollar. 1963 gründete er die "Factory" in New York, eine einzigartige Gemeinschaft aus Arbeits- und Lebensstätte für Künstler und Intellektuelle. Ab diesem Zeitpunkt hörte Andy Warhol auf selbst zu malen. Die Produktion der Siebdruckbilder übernahmen neben Mitarbeitern auch Freunde.

Dabei wurden nicht nur industriell angefertigte Konsumgüter, wie Waschmittelpackungen oder Konservendosen dargestellt, sondern auch ganze Serien von Katastrophen und Unglücke. Bereits 1962 entstand das erste Bild als Reproduktion von Zeitungsausschnitten über Flugzeugabstürze und Autounfälle. Mit Hilfe der Serigrafie-Technik konnte Warhol die schlechte Qualität der Zeitungsabbildung für seine eigenen Werke rekonstruieren, um dem ganzen Werk die notwendige Authentizität zu verleihen. So wurde ein kleiner Zeitungsartikel über ein Flugzeugabsturz auf eine Höhe von zweieinhalb Metern vergrößert. In dieser Weise belegte Warhol nicht nur das Flugzeugunglück, sondern durch die Detailschärfe auch das menschliche Leid.

Andy Warhol vertrat in seinen Werken einen provokanten Kunstbegriff, der sich zentral darum drehte, dass der Künstler hinter dem massenhaften Produktionsprozess als Synonym für Entindividualisierung zu bleiben hat. Diese Kunstauffassung stand im deutlichen Gegensatz zu allen bisherigen Kunstbegriffen, in denen immer auch der Künstler einen Teil ausmachte. Warhol war auch im filmischen Medium zu Hause. Er drehte aber in der Hauptsache keine kommerziellen Filme, sondern Undergrounds. Wie seine Malwerke stellten auch seine Filme Vorgänge im Alltag dar, wie zum Beispiel das Küssen oder das Haarschneiden. Er entwickelte seine Filme bis zu kurios-grotesken Werken, in denen beispielsweise ein Mann über sechs Stunden beim Schlafen filmisch festgehalten wurde. Aber auch dem kommerziellen Film widmete sich Andy Warhol. Sein 1966 fertiggestelltes Werk "Chelsea Girls" kam in den Kinos gut an und hatte Erfolg.

Im Jahr 1966 gründete Warhol die Rockgruppe "Velvet Underground", die sichtbares Zeichen seiner geforderten Verbindung von Kunst und Leben war, denn besonders in der Pop- und Rocksparte zeigt sich auch die Verbindung von Kreativität einerseits und Massenproduktion und Massenerfolg im Verkauf andererseits. Der vielseitige Künstler produzierte in seiner "Factory" Multimediashows und galt in der konzeptionellen wie technischen Realisierung als Vorreiter. Darüber hinaus war Andy Warhol mit seinem Theaterstück "Pork" (1971) und mit seinem Roman "a" (1972) als Theater- und Buchautor tätig. Doch nicht mit gleichmäßigem Erfolg: Das Theaterstück kam nicht an und sein Buchtitel nur mäßig. Dagegen hatte er mit seinem 1986 veröffentlichten Fotoband "Amerika" Bestsellererfolg.

In den 1980er-Jahren arbeitete Warhol mit befreundeten Künstlern, wie Keith Haring, Jean-Michel Basquiat oder Francesco Clemente zusammen. In dieser Phase entstanden einige gemeinsame Gemälde; jeder Künstler arbeitete hierbei in seiner eigenen Technik und kombinierte sie auf einer Leinwand. Zu seinen Mal- und Grafikwerken zählen unter anderem die Titel "One Hundred Campbell‘s Soup Cans", "Daily News", "Flugzeugabsturz", "Pepsi Cola", "Marilyn Monroe" (1962), "5 Death 11 Times in Orange", "Green Desaster" (1963), "Thirteen Most Wanted Men", "Elvis Presley" (1964), "Jackie Kennedy" (1965), "Elektrischer Stuhl" (1966), "Mao Tse Tung" (1972), "Vierzehn kleine elektrische Stühle" (1980), "Gewehr" (1981), "Oxidation" (1982) und "Selbstporträt" (1986).

Andy Warhol starb am 22. Februar 1987 an den Folgen einer Gallenblasenoperation in einer New Yorker Klinik.

NameAndrej Warhola

AliasAndy Warhol

Geboren am06.08.1927

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortPittsburgh, Penns. (USA).

Verstorben am22.02.1987

TodesortNew York (USA).