Biografie

Alfred Wegener

Der deutsche Astronom, Meteorologe und Physiker galt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts als ausgewiesener Experte seines Fachs. 1915 erschien sein Hauptwerk "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane". 1921 wurde er Außerordentlicher Professor der neu gegründeten Universität Hamburg. Neben der wissenschaftlichen Lehre unternahm der Polarforscher und Geowissenschaftler abenteuerliche Forschungsexpeditionen nach Grönland, die das kartographische und geophysikalische Wissen der Menschheit bereicherten, ihm selbst aber schließlich zum Verhängnis wurden: Alfred Lothar Wegener kehrte von seiner letzten Grönland-Expedition nicht mehr an seinen Lehrstuhl zurück...
Alfred Lothar Wegener wurde am 1. November 1880 in Berlin geboren.

Als er sechs Jahre alt war, erwarb die Familie das Gutshaus der Zechliner Glashütte, das sie zunächst als Ferien-, später dann als Wohnhaus nutzte. Wegener schloss die Schule als Klassenbester ab. Von 1900 bis 1904 studierte er Astronomie, Meteorologie und Physik in Berlin, Heidelberg und Innsbruck.

Noch während des Studiums arbeitete Wegener 1902/03 als Assistent der "Urania"-Sternwarte in Berlin. 1905 promovierte er mit einer Arbeit über "Die Alfonsinischen Tafeln für den Gebrauch des modernen Rechners" zum Dr. phil. Noch im selben Jahr übernahm der Wissenschaftler die Stelle eines technischen Assistenten am Aeronautischen Observatorium in Lindenberg südöstlich von Berlin.

Im Jahr 1906 begann Wegener mit seinen abenteuerlichen Experimenten und Expeditionen: Im April stellte er zunächst mit seinem Bruder Kurt einen Weltrekord für einen 52stündigen Flug im Freiballon auf. Später startete er die erste von insgesamt vier Grönlandexpeditionen. Das Ziel der Expedition bestand in der Erstellung einer Kartographie der Nordostküste Grönlands.

Der dänische Polarforscher und Leiter der Expedition, Ludvig Myellius-Erichsen, kehrte von dieser Reise nicht zurück. Wegener nutzte die Erfahrungen der Expedition direkt zum Ausbau seiner wissenschaftlichen Karriere. Er habilitierte sich 1909 in Marburg über "Die Drachen- und Fesselballonaufstiege", die er während der Grönlandexpedition durchgeführt hatte. Noch im selben Jahr wurde er als Privatdozent für Meteorologie, praktische Astronomie und kosmische Physik an die Marburger Universität berufen.

Dort beschäftigte sich Wegener intensiv mit der Physik der Atmosphäre, wobei er die Eisphasen des atmosphärischen Wasserdampfes, die Entstehung spezieller Wolkenarten und der Turbulenz der Atmosphäre erforschte. 1912 veröffentlichte Wegener seine Hypothese der Kontinentalverschiebung: In seinen "Neuen Ideen über die Herausbildung der Großformen der Erdrinde auf geophysikalischer Grundlage" fasste er Forschungsarbeiten aus Geophysik, Geologie, Paläontologie und Paläoklimatologie zu diesem Thema zusammen.

Im selben Jahr startete Wegener seine zweite Grönlandexpedition, die bis 1913 andauerte. Gemeinsam mit Johann Peter Koch (1870-1920) gelang ihm die Ost-West-Durchquerung Grönlands. Das Unternehmen endete für die Teilnehme nur deshalb glücklich, da sie per Zufall von einem Eskimoboot entdeckt und zur nächstgelegenen Siedlung mitgenommen wurden. Zurück in Deutschland heiratete Wegener Else Köppen, die Tochter eines Hamburger Meteorologen.

Während des Ersten Weltkrieges wurde er nach zweimaliger Verwundung beim militärischen Wetterdienst eingesetzt. Noch während des Krieges, 1915, erschien Wegeners Hauptwerk "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane". 1919 berief man Wegener zum Leiter der Abteilung Theoretische Meteorologie der deutschen Seewarte. 1921 wurde er Außerordentlicher Professor der neu gegründeten Universität Hamburg.

Unzufrieden mit den Aufgaben in Hamburg wechselte Wegener 1924 an die Universität Graz, wo er eine Professur für Meteorologie und Geophysik erhielt. 1929 startete Wegener die dritte Expedition nach Grönland, die als Erkundungsexpedition für die geplante Hauptreise im darauffolgenden Jahr diente. Diese vierte Expedition sollte Wegeners letzte Abenteuerreise werden. Bei dem Unternehmen von 1930 sollten die Expeditionsteilnehmer Grönland von West nach Ost durchqueren und dabei fortlaufend geophysikalische und meteorologische Messung durchführen.

Es wurden daher drei Station, West, Ost und Mitte, eingerichtet, die dauerhaft besetzt blieben. Unter schlechten Witterungsbedingungen machte sich Wegener mit zwei Begleitern zu Station "Eismitte" auf, die sie nach 40 Tagen erreichten. Nachdem Wegener und der Eskimo Rasmus den Rückweg angetreten hatten, verunglückten sie im Eis. Beide wurden nie wieder lebend gesehen.

Lediglich Wegeners Grab konnte später auf dem Eis entdeckt werden. Man nimmt an, dass er irgendwann im November 1930 an Herzversagen verstarb.

NameAlfred Wegener

Geboren am01.11.1880

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortBerlin

Verstorben am15.11.1930

TodesortGrönland