Biografie

Aleksandr Solschenizyn

Der russische Schriftsteller galt als einer der glaubwürdigsten und unermüdlichsten Kritiker der Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Sowjetreich. Ein monumentales historisches Werk lieferte er mit der Beschreibung des sowjetischen Lagersystems in "Archipel GULAG". Aleksandr Solschenizyns autobiographisch gefärbten Erzählungen über politische Zwangslager und Verfolgung in der UdSSR kosteten ihm nicht nur die Ausweisung aus seiner Heimat, sondern brachten ihm internationale Anerkennung ein. 1970 wurde Solschenizyn mit dem Nobelpreis für Literatur bedacht. 1990 wurde Solschenizyn rehabilitiert und bekam seine sowjetische Staatsbürgerschaft zurück. Er kehrte 1994 nach Russland zurück...
Aleksandr Issajewitsch Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 im russischen Kislowodsk geboren.

Nach der Schule nahm er 1939 ein Studium der Philologie in Moskau auf, schwenkte aber später auf die Fächer Mathematik und Physik um, in denen er 1941 den Abschluss erlangte. Infolge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wurde Solschenizyn 1941 in den Zweiten Weltkrieg eingezogen, wo er als Artillerieoffizier diente. Er überlebte die deutsche Gefangenschaft und verbrachte infolge kritischer politischer Äußerungen die unmittelbaren Nachkriegsjahre von 1945 bis 1953 zunächst in einem sowjetischen Arbeitslager. Danach wurde er bis 1956 nach Sibirien verbannt.

Nach seiner politischen Rehabilitation war Solschenizyn ab 1957 als Mathematiklehrer an einer Sekundarschule in Ryazan tätig. Seine Erfahrungen mit dem stalinistischen Lagersystem verarbeitete er in seiner Erzählung "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", die 1962 mit Billigung des sowjetischen Staats- und Parteichefs Nikita Chruschtschow veröffentlicht wurde und großes Aufsehen erregte. Als weitere autobiographische Abrechnung mit dem Stalinismus legte Solschenizyn 1968 "Krebsstation" und "Der erste Kreis der Hölle" vor, die zwar nicht in der UdSSR publiziert werden konnten, dem Autor aber einen Weltruhm bescherten.

Solschenizyn geriet zunehmend in Konflikt mit dem Sowjetregime, dessen innenpolitischer Kurs verhärtete. 1969 schloss man ihn aus dem sowjetischen Schriftstellerverband aus. 1970 wurde ihm die Ausreiseerlaubnis zur Entgegennahme des Nobelpreises für Literatur verweigert, der ihm daher in Abwesenheit verliehen werden musste. Er war seit 1970 mit Natalia Svetlova in dritter Ehe verheiratet und Vater von drei Kindern. Größte internationale Aufmerksamkeit erregte Solschenizyns dokumentarische Darstellung über die politische Verfolgung in der Sowjetunion von 1918 bis 1956: Das Werk "Archipel GULAG", das 1973-1975 erstmals in Paris erschien, zog 1974 die Ausweisung des Autors aus der UdSSR nach sich.

Nach einem Zwischenaufenthalt in Zürich wechselte Solschenizyn 1976 in die USA. Dort erhielt er noch im selben Jahr den "Freedoms Found Award" der Stanford University zuerkannt. Er betrieb zunächst Literaturstudien, die er 1978 mit dem Doktorgrad an der Harvard University abschloss. 1983 wurde er mit dem Templeton-Preis geehrt. Erst im Zuge des Zusammenbruchs des Sowjetsystems konnte Solschenizyn 1994 wieder in seine Heimat zurückkehren, wo er sich in Moskau niederließ. In den letzten Jahren begleitete der Schriftsteller den Umgestaltungsprozess in Russland mit kritischen Kommentaren.

Im Jahr 1998 wurde er mit der Lomonossow-Goldmedaille der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 1999 übte er mehrfach Kritik am Einsatz der NATO in Jugoslawien. 2007 wurde er mit dem Staatspreis der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Aleksandr Solschenizyn starb am 3. August 2008 in Moskau.

NameAleksandr Solschenizyn

Geboren am11.12.1918

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortKislowodsk (RUS).

Verstorben am03.08.2008

TodesortKislowodsk (RUS).