Biografie

Alcide De Gasperi

NameAlcide De Gasperi

Geboren am03.04.1881

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortPieve Tesino (Trient/Trento, Habsburgermonarchie, heute: Italien)

Verstorben am19.08.1954

TodesortBorgo Valsugana (Trento/Trient, Italien)

Alcide De Gasperi

Der katholische Aktivist aus Südtirol zählte seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur Führungsspitze des politischen Katholizismus Italiens. Gegen dessen anfänglichen Kooperation mit dem faschistischen Regime Bennito Mussolinis trat Alcide De Gasperi bald in Opposition. Nach Faschismus und Zweitem Weltkrieg hatte der "Adenauer" Italiens als Sekretär der "Democrazia Cristiana" und mehrfacher Ministerpräsident entscheidenden Anteil am Aufbau eines demokratischen Systems in dem südeuropäischen Land...
Alcide De Gasperi wurde am 3. April 1881 in Pieve Tesino in der damals noch habsburgischen Südtiroler Provinz Trient (Trento) als Sohn einer armen katholischen Familie geboren.

Er besuchte katholische Schulen, wo er bereits in katholischen Jugendorganisationen politisch aktiv war und 1900 das Abitur erlangte. In den Jahren 1900 bis 1905 studierte De Gasperi Philosophie an der Universität Wien. Während seines Studiums geriet er in Kontakt mit der christlich-sozialen Bewegung der österreichischen Hauptstadt, die sich eng an die katholische Studentenbewegung anlehnte. Nach journalistischer Tätigkeit und intensivem Engagement für die katholische Bewegung im Trentino (Südtirol) erhielt De Gasperi 1911 sein erstes Parlamentsmandat: Er wurde von seiner Heimatprovinz in das österreichische Parlament in Wien gewählt.

Während des Ersten Weltkrieges 1914-1918 machte sich De Gasperi innerhalb der katholischen Bewegung für eine Beilegung des Konflikts stark. Als nach Kriegsende Südtirol an Italien fiel, was der katholische Aktivist im Übrigen immer gefordert hatte, spielte er eine führende Rolle bei der Eingliederung des Territoriums in das italienische Königreich. 1919 gehörte De Gasperi zu den Gründern des „Partito Popolare Italiano“ (PPI) im Trentino, die als katholische Volkspartei der späteren Democrazia Cristiana vorausging. In den wenigen Jahren bis zum Beginn des Faschismus machte er sich als Fraktionsvorsitzender des PPI im römischen Parlament einen Namen.

Im Juni 1922 heiratete De Gasperi die Schwester eines früheren Studienkollegen, Francesca Romani, mit der er vier Töchter hatte. Während der PPI zunächst mit den Faschisten um Bennito Mussolini kooperierte, stellte sich De Gasperi bald gegen eine solche Politik. 1927/28 verbüßte er eine Haftstrafe, die zur Be-währung ausgesetzt wurde. Bis 1933 lebte der katholische Politiker unter permanenter polizeilicher Bewachung in Rom. 1929 trat er als Angestellter in die Vatikanische Bibliothek ein.

Mit seinem Memorandum "Idee ricostruttive", mit dem er im Frühjahr 1943 die politisch-moralische Situation Italiens beschrieb, trug De Gasperi entscheidend zur Formation jener zweiten katholischen Partei des Landes bei, die bald darauf unter der Bezeichnung "Democra-zia Cristiana" (DC) die Nachkriegsgeschichte Italiens gestalten sollte. Nach der deutschen Besatzung, während der er im Untergrund gearbeitet hatte, und der Be-freiung Italiens erhob man De Gasperi zum Sekretär der DC. 1944 trat er als Minister in die erste Regierung von Bonomi ein. Daraufhin war er als Außenminister der zweiten Regierung Bonomi und der Regierung Parri tätig.

Im Dezember 1945 wurde De Gasperi Ministerpräsident Italiens. In dieser Position hatte er in den folgenden Jahren entscheidenden Anteil am Übergang von der Monarchie zur Republik (Mai 1946) sowie am Aufbau eines demokratischen Parteiensystems in Italien. Der DC-Parteiführer und Ministerpräsident stellte außerdem etliche Male den Außenminister der neuen südeuropäischen Republik. In dieser Funktion bemühte sich De Gasperi um eine enge Kooperation mit den Westmächten sowie den militärischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss Europas. In letztgenannter Hinsicht konnte er durch die Entstehung der europäischen Montanunion einen Erfolg verbuchen.

Im Jahr 1953 schied De Gasperi aus der Regierung aus, nachdem seine kurz zuvor gebildete Minderheitsregierung durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden war.

Alcide De Gasperi verstarb am 19. August 1954 in Borgo Valsugana in der Provinz Trento (Trient) an einem Herzschlag. Für sein europäisches Engagement war der katholische Aktivist und Staatsmann 1952 mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet worden.

NameAlcide De Gasperi

Geboren am03.04.1881

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortPieve Tesino (Trient/Trento, Habsburgermonarchie, heute: Italien)

Verstorben am19.08.1954

TodesortBorgo Valsugana (Trento/Trient, Italien)

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